Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 54 (8.7.1886)
- Date
- 1886-07-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449651--24597-2514407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXVII. Jahrgang Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Darmftadt, 2!. Juni, (m zeitlich schon etwas zurückliegender Vorgang, der erst dieser Tage zu unserer Kenntniß gelangte, dürfte interessant genug sein, um ihn noch nachträglich in die Oeffentlichkeit zu ziehen. Eine Schulamtsaspiramin jüdischer Konfession, die die Prüfung mit „gut" bestanden, hatte sich behuss geneigter Berücksichtigung bei Lergebung von Lehrerinncnftcllcn an das Ministerium, Abrheilung für Schulaugelegenheitcn, gewendet. Darauf erhielt sie folgende Antwort: An Fräulein so und so. „Auf Ihre Eingabe vom 27. v. M. erwidern wir Ihncn^ das; zur Verwendung von Schulamtsaspiranrinnen israelitischer Religion im diesseitigen öffentlichen Schuldienste vorläufig keine Gelegenheit gegeben ist. Knorr." Würzburg. Am 29. Juni fand in Bamberg die VII. Generalversammlung des isr. Lehrervereins für das Königreich Bayern unter zahlreicher Betheiligung Seitens der Mitglieder statt. Aus der Tagesordnung standen 6 Punkte, die unter der trefflichen Leitung des Vorsitzenden, Schuldirektors Herrn Stern dahier, ihre ordnungsmäßige Erledigung fanden. Der Geschäftsbericht zeigte das Fortschreiten und Erstarken des Vereins, sowie denen bereits begonnene Hilfswerk unter den Mitgliedern in segensreicher Weise. Ter ganze Verlauf der Versammlung befriedigte allseitig, indem dabei ebenso sehr das Standesinterene als das coüegialische Gefühl zum Ausdruck und Bewußtsein gelangte. Möge der Verein immer mehr erstarken, seine Wirksamkeit erweitern und im Ansehen und Verrrauen gewinnen! Würzburg. Das schreckliche Eisenbahnunglück, welches sich am 1. dss. vor unfern Mauern ereignete, forderte auch unter unseren Glaubensgcnoffcn einige sehr beklagenswerche Loser: zwei jüdffche Frauen, eine von hier und eine aus den: nahen Marktbreir, ferner ein Herr aus Frankfurt fanden hier ihren schrecklichen Tod, einige andere benndeu sich noch in ärmlicher Behandlung und sehen ihrer Wiederherstellung emgcgeu. Wie bei dem Hmrauer Bahnunglück bringen wir auch diesmal die Psiicht von *p-r? rrer dem reisenden PüöliLrm in Erinnerung. Dürkheim, 27. Juni. Heute Morgen 9' 2 versammelte» sich die Mitglieder der hiesigen israelitischen Eultusgemeinde in der Synagoge, um gleichfalls öffentlich Zeugniß abzulegeu, wie sehr sie tu Liebe und Treue mit ihrem mm leider dahingeschiedeucn höchftseligeu.Könige Ludwig II. verbunden waren. Das Gotteshaus war von kundiger Hand in würdiger Weise decorkrt. Dem einleitenden Vortrage einer Ehoralmelodic folgte die bedeutsame Trauer-Predigt des Herrn Bezirksrabbiuers Tr. Salvendi. Mit dem 15. und Itt. Psalm, gesungen von dem mit einer edlen Baritonstimme begabten Herrn Eantor Mosessohn, sowie einem erhebenden Gebete für das Wobl Sr. Majestät des Königs Otto I. und Sr. Königlichen Hoheit des Reichsverwesers Luitpold schloß die ernste Feier. Gott schütze Bayern und sein angestammtes Fürstenhaus l XV. Berlin. Die Beerdigung der Wittwe Mcyerbecr's, Minna ged. Mosson fand am Sonntag vom Trauerhause, Beüevneftraße 5, Nachmittags 2 Uhr, statt. Tie Trauerseier selbst fand in dem in Schwarz gehüllten Saale der Entschlafenen statt, welcher den Sarg derselben, der unter Kränzen und Palmen fast unsichtbar war, barg. Der 'Rabbiner der jüdischen Gemeinde Tr. Maybaum hielt die ergreifende Trauerrede, Die drei Hinterbliebenen Töchter Baronin Bianca von Korss, Caecilie, Baronin von Andrian-Werburg, Eornelie Richter, Wiitwe*) mit deren Gatten und Kindern bildeten die Hauptleidtragenden. In der Trauerversammlung bemerkten wir Sr. Erc. den Minister a. D..Delbrück und Gemahlin, den italienischen Gesandten de Launay und Gemahlin, und den griechischen Gesandten Rheinpaler und Gemahlin, den Lbercercmonicnmeister Gras Eulenburg, den würtb. Geh.-Rath Pros. Leyden, Meyerheim, Gneist, Helmholv u. A. m. Die Trauerseier selbst leitete der königliche Domchor mit dem Gesänge: „Selig sind die Tobten u. s. w." ein. Der Lcichenzng führte die Leiche dann in dem einfachen, schlichten Leichenwagen der jüdischen Gemeinde, zu dessen Seiten die 8 Träger prächtige Palmen trugen, nach dem Begradmßvlas Tit Tschrc^ .MeLerbeet's getsien den» Zudcnrhurne nichr nrehr an. t