Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 54 (8.7.1886)
- Date
- 1886-07-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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, Ä -I i! 1 XXVN.Jalirgaii». Erstr IcUnge jh Leitender Artikel. Literarischer Gericht. Wisseufchastl. ans dem Rabbiner Seminar. IV. Beiträge zur Geographie Palästinas von Dr. Hirsch Hildesheimer. (Wissenschaftliche Beilage zum Jahresberichte des Rabbiner- Seminars 1884/85) Rosenstein und Hildesheimer. Preis 4 Mark. BL Eine hochbedeutsame Arbeit ist es, die sich unter dem bescheidenen Titel „Beiträge zur Geographie Palästinas" birgt, eine Arbeit, die um so verdienstvoller erscheint, als sie sich aus einem Felde bewegt, das wegen der ungeheuren Schwierigkeiten, die es bietet, bisher, zumal von jüdischer Seite, bis aus verschwindende Ausnahmen vollständig vernachlässigt worden ist: wir meinen die Geographie Palästinas. Kein Zweig der jüdischen Wissenschaft hat seitens der jüdischen Gelehrten eine so stiefmütterliche Behandlung erfahren, wie die Ortskuudc des heiligen Landes; erst in den letzten Jahrzehnten hat die Erforschung Palästinas einen bedeutsamen Aufschwung genommen, jeder noch so geringe Beitrag zur Aufklärung des geographischen Dunkels wurde mit herzlicher Freude begrüßt: die vorliegende Arbeit scheint berufen zu sein, einen mächtigen Anstoß zu weiterer, umfassenderer Forschung zu geben, und die wissenschaftliche Welt wird es dem Rabbiner-Seminar zu Berlin Dank wissen, daß dieses gründliche Werk mit seinen auch die biblische Geographie betreffenden geradezu bahnbrechenden Resultaten aus seiner Mitte geflossen. Allerdings war es dem Versager vergönnt, mit einem Materiale zu arbeiten, wie es in auch nur annäherndem Umfange kaum einem Zweiten mehr zur Verfügung stehen dürfte. In dem Texte, wie in den 583, oft seitenlangen * Noten, sind nicht nur Bibel, Talmud und Midrasch berücksichtigt, nein, den gesammtcn geographischen Generalstab aller Völker und Zeiten finden wir hier versammelt, von den ältesten geographischen Schriftstellern, den griechischen, römischen, arabischen Geographen bis auf die allerjüngsten Erzeugnine der deutschen, französischen und englischen Palästiuaforschung; selbst die weitverzweigte Kreuzfahrcrliteratur hat der Vers, in den Kreis seiner i-. Ö4 öi’s jlsvnrlit. g"WL» .»»->.».>'. l' gi»Hi " ■■_—■■■■ ■> Untersuchungen gezogut. Eine genaue Vergleich,mg aller einschlägigen Eitate würde ein monatlanges Studium erforderlich machen; wir ,nässen uns daher begnügen, an dieser Stelle die Aufgabe der Schrift, den Gang der Untersuchung und die Resultate ihrer Lösung in prägnanten Zügen zu zeichnen linier den Grenzdcfinirnngcn des „Landes Israel" nimmt eine in vier Relationen (und zwar Toscphta Schcwüth IV, 10; Jerusalem. Talmud Schewillh VI, i,Pag, 36 c., SifreEkeb $?. 51 und Jalkut Ekeb §. 874) überlieferte U rkunde die erste Stelle ein, weil'sie mehr, als alle anderen sonstigen Bestimmungen ein vollständiges, das gesammte West- und Östjordanland umfassendes Verzeichniß der Grenzen Palästinas enthält. Der wissenschaftliche Werth dieser Urkunde gewinnt aber nicht nur durch seine größere Anssührlichkeit eine erhöhte Bedeutung, sondern auch dcßhalb, weil das Register an viele Greuzpunkte anknüpft, , welche nirgends in der Bibel, im Talmud und Midrasch Vorkommen oder, wenn überhaupt, so erst später, bei Paläftinafahrern, bei den Geographen des Mittelalters und in den Dokumenten der Kreuzfahrer zum ersten Male erscheinen, so daß unser Grenzverzeichniß einerseits der OrtSkunde des alten Palästina bereichert und andererseits erweist,. das; Orislagen, welche sonst erst wesentlich später genannt werden, in eine ungleich frühere Zeit zurückweichen. Die Grenzurkunde hat trotz ihrer eminenten Bedeutung noch keine eingehende Spccialuntersnchuug gefunden, und sporadische Versuche haben kaum einen der Greuzpunkte, soweit sie nicht in der Bibel genannt werden, mit Sicherheit zu bestimmen, geschweige denn die Richtung der Grenzlinie zu bezeichnen oder gar die weitere wissenschaftliche Verwendung der Urkunde zu ermöglichen vermocht. Der berühmte Estorie Ha-Parchi erwähnt in feinem XaMor wa- Pherach (1822) die Urkunde nur ganz gelegentlich, ohne die Jdcntificirung auch nur eines einzigen Ortes zu versuchen. L'ghfoot (1699) und ihn, folgend Reland (1710), die zuerst von nichtjüdische'.! Gelehrten das rabbinische Schriftthum in den Dienst der Palästiuaforschung gestellt, führen das Berzeichniß an, stellen cs aber als ein unlösbares Problem hin. Zwei Jahrhunderte nach L'ghfoot untersucht R. Joseph Schwarz in seinem Werke „Das heilige Land" die Urkunde, doch, auch abgesehen von seinen vielleicht