Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 54 (8.7.1886)
- Date
- 1886-07-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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finner Vorstellung vom r». d. M. die Bitte um (^nt* hfluiiifl HiUcrbrciiei und in ciiiflcl)eiibrr Begründung der Bitte namentlich die sich meljmideu V(ntuhK »Ulf das Gesamiutmiuistcil'uiu hervoigehobeu. Diese Angrissc verulögeu jedoch nicht die in liih* Heber;,ciijiuiifl zu er schlittern. daß das Gesammtmiuistcrinm unter dcu schwierigsten Berhällnisstn seine aufopfernde Hingebung an Krone und Land bclvährt hat uuo für die Interessen, welche dasselbe zu schirmen und zu fördern berufen ist, in ersprießlichster Weise riiiflctrctcii ist. Das Bestreben des Gcsammtministeriums ist, wie ich in eigener vefler Antheilnahme au den Staatsgeschäficn seit Jahren wahrzunehuieu Gelegenheit hatte, fortdauernd darauf gerichtet, in pflichtgemäßer objektiver Würdigung der Sachlage die geistigen und materiellen Güter des Lölkes zu erhalten und zu mehren. Von dem hierbei Erzielten steht mir der Schutz der Religion und die Wahrung des Friedens unter den Konfessionen obenan, und spreche ich den Ministern meine volle Anerkennung für Ihr seitheriges Wirken, insbesondere für Jssr treues gcwiljcnhaftes Anshalten in den letzten schweren Zeiten, sowie mein volles Vertrauen mit dem Beifügen aus, daß ich des Rathes so diensterfahrener erprobter Männer nicht entbehren möchte, vielmehr deren Verbleiben im Amte ausdrücklich wünsche. München, 6. Juli 1886. Luitpold, Prinz von Bayern, des Königreichs Bayern Verweser. München, im Juli. Vergangene Woche cmpfütg Seine k. Hoheit, Luitpold, Prinzregcnt von Bayern den hiesigen Rabbiner Dr. Pereles, sowie oie Vorsteher der Gemeinde in Audienz. Der Regent empfing die Herren auf das Freundlichste und sagte, daß er sich noch erinnere, wie sein höchstseliger Vater König Ludwig L, den früheren Rabbiner von München, Herrn Aub empfangen hat. Nachdem Tr.Percles eincAnsprache gehalten, dankte S. k. Hoheit in warmen Worten und erkundigte sich nach den persönlichen Verhältnifien der Herren. Entgegen hier umlaufenden Gerüchten können wir constatiren, daß über Philo oder Antisemitismus sowohl von dem Prinzregenten kein Wort gesprochen, als auch von Herrn Dr. P.in dessen Ansprache keinerlei Anregung hierzu gegeben wurde. Indessen versichern die Herren, daß die äußerst liebenswürdige Art des Empfanges genügend für die huldreiche Gesinnung Sr. k. Hoheit spreche. München, im Juli. Gelegentlich der Begräbnißfeier Seiner Majestät, König Ludwigsll. von Bayern hatte der hiesige Rabbiner keine Einladung erhalten, während die Mwm sagte, daß die übrige Geistlichkeit zum Leichenzng geladen tvorden sei. Roch vor demselben wurden daher Erkmidigungen an höherer Stelle eiugezogcn und der Bescheid er» halten, daß keinerlei Einladungen znm Leichenznge ergangen, sondern daß die hohen Herrschaften Anzeige erhalten, die Beamten und Geistlichkeit aber besohlen worden sei. Tic jüdischen, alt- und gncchischkatholischen Geistlichen würden aber nicht von» Staate mitbesoldct, es stehe daher den Behörden nicht das Recht zu, in diesem Falle über sie zu versügcn, mithin also das Leichengclcite im freien Willen der Herren stehe. — - In beiden hiesigen Synagogen wurde feierlicher Tranergottesdienst abgchalten. Wttrzburg. Herr Distr. - Rabbiner B a mb erg er hat die ans Anlaß des Hinschcidens weil. König Ludw ig II. tu der hiesigen Synagoge gehaltene Trauerrede an Se. König!. Hoheit den Pnnz- Rcgenten eingcsandt und erhielt hierauf nachstehendes amtl. Schreiben: „München, 3. Juli 1886. Euer Wohlgeboren! Seine König!. Hoheit der Prinz-Regent haben das von Ihnen mir gesandte Exemplar Ihrer Trauerrede zum Gedächtnisse weiland Seiner Majestät König Ludwigs Ungnädigst entgegen genommen, und lassen die Vorlage derselben mit dem Ausdrucke des Allerhöchsten Dankes erwidern. Mit vorzüglicher Hochachtung Euer Wohlgcöorcn ergebenster Treyschlag von Treyenstein, Eencialinajor u. Generaladjutant.* Wohlgeboren Herrn Nathan Bamberger Distrikts-Rabbiner in Sürzburg. Bayreuth, 29. Juni. Am Freitag den 25. Juni, früh 11 Uhr, fand in der hiesigen Synagoge der Tranergottesdienst für weiland Se. Mas. den König Ludwig II. statt. Das Gotteshaus, namentlich ber ',n» und die Kanzel, waren der Feier entsprechend schwarz drapirt und mit Blattpflanzen und Blumen geschmackvoll geschmückt, wodurch die tiefernste Stimmung noch erhöht wurde.' Außer den vollzählig erschienenen Mitgliedern der isr. Cnltusgemeinde haben sich in voller Uniform emgefunden