Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-07-01 · Heft 52 (1.7.1886) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 52 (1.7.1886)
Date
1886-07-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449649--24560-2514368
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

und elufflte so Alldeulschtand: und als sich diese sinkstkeit so herrlich bewährte, da war die Uüicbciljeiftd* luiifl eines deutschen Kaiserreichs das Werk unseres hochsel. Königs. Wie zeigte sich lietiiid) sein gerechter Sinn, als sich auch in Deutschlands (Mauen der (Mein der Unduldsamkeit regte; sein königliches Wort lieg in Bayer» einen solchen «Meist nicht aufkommen und den konfessionellen Frieden nicht stören. Wie doch der allgeliebte König auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft stand, wie sehr er dieselben liebte und pflegte, das bewiesen seine zahlreichen Schöpfungen auf diesem Gebiete, und das Fördern der bereits bestehenden Anstalten. Unvergeßlich seien daher die Verdienste unseres allgeliebtcn Königs Ludwig, der in seiner so kurze» Gebens- und Regierungszeit ein so hohes Matz derselben sich um sein Volk erwarb: lange über das Grab hinaus dauere unsere Verebrung und Liebe, das Andenken seiner Wohlthaten! Sein erhabenes Beispiel möge uns voranleuchten und zu fernerer Treue und Hingebung für unser geliebtes Regcnicnhaus aneiseru! Mir einem ergreifenden Gebet für das Seelenheil des höchseligeu Königs und den Trost für Se. Majestät den König Ctto, Se. kgl. Hoheit de» Prinzregenteu und Ihre Majestät Königin-Mutter, sowie des ganzen banr. Volkes schloß die Rede, welche, wie allgemein bemerkt, einen tiefen Eindruck auf die zahlreiche ' Tranerversammlnng machte. Ten Schluß der Feier bildete noch das allgemeine Königsgebet und. ein Ehorgcsang bei Herausnahme und Zurückbringung der Thora. So verlief diese würdige Feier bis zum Schluffe in erhebendster Weite, von der Königstreue und der loyalen Dankbarkeit der hiesigen israelitischen Gemeinde den schönsten Nachweis liefernd. Oesierr. -Ungar. Monarchie, Tos Ungarn. Daß in Ungarn ein Uebertritt zum Iudemhume, ja nicht einmal ein Rücktritt zum Iudenthume gesetzlich nicht anerkannt wird, erhellt aus Folgendem: Frau Ida H. strengte gegen ihren Gatten Josef K. beim Thercsiovler kön. Gerichtshof wegen Uu- . .. giltigkeitserklarnng ihrer am II. April 1880 nach jüdischem Ritus geschlostenen Ehe einen Scheidungsprozeß an. Klägerin motivirte ihr Begehren mit dem Hinweis auf das trennende Ehehinderniß der' . Gtaubensverfchiedenheir (disparitas cultus), da ihr Gatte am Mai 1874 vom jüdischen Glauben zum katholischen öbcrttar: am I I. Dezember 187:» war er allerdings wieder zum Judenthum zurückgekeürr. Der Theresiopler Gerrchtshof wies die Klägerin mir ihrem Begehren mir der Mottvirung ab, daß die Glaubensverschledenheit nur bei dem nach dem Rirns der christlichen Religion, zu Skattde gekommenen Ehebande als rreiutenoes Ehehinderniß linst»» «tinnntnnl.liirii^i») angesehen werden könne. Die kön. Tafel jedoch kassirle das ganze Verfahren von Amtswegen und ordnete die RücksleUnng der.Klage »;:t die.Klägerin an. da nach den heinlifchen Geseven sowohl, wie auch nach den Bestimmungen des G.-A. UH: 1868 Ehristeu nur zu einer der replicirten christlichen Konfeffionen übertreten dürfen, zu welchen die jüdische Religion nicht gehört. In Folge deffen ist Geklagter auch heute noch als Katholik anzufeheu, demzufolge die Klägerin mit Rücksicht auf den £ 22 des G.-A. LIV: 1868, wonach der karkwlische Ehegatte der kirchlichen Jurisdiktion unterworfen ist, ihre Klage zunächst beim kompetenten kirchlifchen Gerichte Härte einbringen müssen. Die kön. Kurie bestätigte vor einigen Tagen das Urtheil der zweiten Instanz. Italien. Rom. Das neuconsmuir're ^italienische Parlament hat unseren Glaubensgenosten Ifaco Pefara Maurogonato zu einer» feiner Vicepräsidenten gewählt.- Derselbe hat bereits einmal diese Würde bekleidet und war unter der Präsidentschaft Manin's Finanzulinister der Venezianischen Republik in: ^ahre 1848. A f rik a. Algier, im Juni. Die Nachricht, die ich Ihnen heute urelde, ist wenig dazu geeignet, Jhreni geehrten Blatte die Gunst und das Wohlwollen der Antisemiten zu verschaffen. Der Erbauer der Senegalbahn, d. h. jener Bahn, welche die französische Regierung jetzt auf Staatskosten in ihrer Eolonie am Senegal Herstellen läßt und die dazu bestimmt ist, die Küsten des atlantischen Oceansmit dem Ufer des Niger, des großen afrikanischen Stromes, zu verbinden und so Eivilifation, Eultur und Gesittung unter die verschiedenen Negerstämme im Süden zu bringen, ist Jude. Derselbe ist nämlich mKifchmew (Rußland) geboren, heißt Goldenstein, har am Polirechuieum in Zürich fein Studium absolvirt und ist fest als Ingenieur in: französischen Eolomal- und Marineministerium angestellt. Derselbe ist nun dazu berufen, ein großes Stück Culmrarbeir in Afrika zu vollföhren nnd ein Wohltharer der Neger zu werden. Ich höre schon die Armfemirenführer seufzen: Ach, nun werden auch die armen Neger verjudetl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.