Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1886)
- Date
- 1886-06-24
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 138 — Z£nT Unsere Leser wissen, dass die Spitzen der Gemeinde zu Hebron sich schon oft in Zeitungen und Brieten an unsere wohlthätigen Brüder im Anslande mit der Bitte gewendet haben, ihnen einen stndirten Arzt za senden. Wie stets, so haben auch in diesem Falle unsere Brüder der Bitte der Bewohner des heil. Landes Gehör gegeben. Bei seiner jüngsten Anwesenheit sicherte Herr Br. Hermann Adler der Hebroner Gemeinde im Namen. Londoner Wohlthäter 75 Pfund SterL pro Jahr zu, worauf die Gemeinde das Geringe, was noch fehlte, aus ihrer Kasse zulegen sollte; Herr Dr. Adler unterhandelte sogar mit dem Arzte Dr.Scherschewski hierüber und die Abschliessung eines Vertrags stand bevor. Doch seit dieser Zeit ist Alles still geworden; das Geld liegt zur Verfügung der Hebroner Gemeinde in den Händen des Herrn Valero, doch Niemand kümmert sich darum. Mit einem Male scheint alle Krankheit aus Hebron geschwunden zu sein, öderes muss dem bisher in Thäfcigkeit gewesenen Pfuscher die Arzneiwissenschaffe über Nacht zugeflogen sein. Wenn keines dieser beiden Wunder eingetroffen ist, so bleibt es vollkommen unverständlich, warum man jetzt, da das Geld bereit liegt, keinen stndirten Arzt will, nachdem man so oft um einen solchen petitionijt hat. Doch glauben wir vermuthen zu dürfen, dass auch hier die Missionare ihre Hand im Spiele haben. Wie es scheint, haben die Vorsteher der Gemeinde kein Verlangen mehr nach einem stndirten Arzte, seitdem sich dort der Missionsarzt niedergelassen hat. Doch genug für jetzt; finden wir nicht die Lösung des JEtäthsels, so kommen wir auf diese Angelegenheit wieder zurück. Hin Arzt der Missionare reiste in den jüngsten Tagen nach Safed und es scheint, dass er einen anderen Arzt (getaufter Jude) mit sich genommen hat, um diesen dort einznfnhren und dann ihre Zwecke mit grösserer Energie zu verfolgen. Wir hoffen, dass unsere Brüder in Safed, die Sefardim wie die Aschltenasim, zusammentreten werden, um Alles, was .cur Krankenpflege uothwendig ist, zu beschaffen, damit Niemand in die Netze der Mission falle. Die Vorsteher der Gemeinde mögen den Anderen mit gutem Beispiele vorangehen nnd mögen wohl auf Diejenigen achten, die sich mit den Missionären einlassen nnd ihnen Vorschub leisten Li Jerusalem scheint in dieser Beziehung in letzter Zeit eine Besserung eingetreten zu sein, da unsere Worte nicht ohne Erfolg geblieben sind. Leider kennen wir jedoch noch Viele de Angesehensten hier,die dieAerzte der Missionäre auftuchen und dadurch öffentliches Aergemiss geben; daher haben wir beschlossen, einen Jeden der Angesehenen, der einen Mis 8ionsar zt zu sich rufen lässt oder sich zur Consultirung in sein Haus begiebt, mit Namen öffentlich zn nennen wir fordern einen Jeden auf, dem die Ehre seines Volkes am Herzen liegt, uns hierin zn unterstützen. Da man Niemanden ohne vorherige Verwarnung bestraft, haben wir heute auf diese Vorkommnisse warnend kingewiesen, aber von der kommenden Woche an werden wir unser Wort einlösen; möge Gott unser Vorhaben segnen! G?3JCT> * btook von David Loai* Woifl, Mogdtbarg* I i k S l