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Der Israelit · 1886-06-24 · Heft 50 (24.6.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 50 (24.6.1886)
Date
1886-06-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIL Jahrgang. J\s 50. Ein KenLrat - Argan für das ortkodoXe IudentHum. Hcrausgegeben von 8>r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 24. Juni 5646 (1886). ~n nlit dem 1. Juli 1886 cm ncncs Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten jB2sNvj^ Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, das; namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitende Artikel. Z>ie freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthnms. Mainz, 23. Juni. Der in der Ueberschrist genannte Verein hat sich in der gestern zu Frankfurt a. M. abgehaltenen, zahlreich besuchten Generalversammlung constiluirt, den vom provisorischen Eomitö vorgelegten Statutenentwurf berathcn und nach einigen Abänderungen genehmigt. — Herr Rabbiner H i r s ch 3 begrüßte die Versammlung mir einer wanne», zu Herzen gehenden Ansprache. „Es gab," so ungefähr sagte der Redner, „eine Zeit der Auflösung, der Verwilderung nrjr rsy2 rn 83 itn, da Jeder lhat, was ihm gefiel, und sich von den Wegen, die Gott Seinem Volke vorgezeichnct, entfernte. Als nun die Zeit der freiwilligen Umkehr und Rückkehr folgte, da begann die Prophetin Deborah ihr Siegeslicd mit den Worten: 1333, Lp 3”:nn3 'ni:t2 rnjng jre-a „Verwilderung war eingetreten in Israel: jcyt aber, da die Ration sich freiwillig verbindet zu gemeinsamem, gottgefälligem Thun, nun preiset den Ewigen „Es gab eine Zeit, in welcher eine Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthnms unnöthig, überflüssig war. Das war die Jett, welche der unsrigen vorausgiug, da alle Juden nur ein Judenthnm und zwar das durch schriftliche und mündliche Lehre vorgeschriebene, das orthodore Judenthum bekannten und zur Richtschnur ihres Lebens machten. Dann aber trennten sich Einzeln«.' von der Gesammtheit, um der heiligen Religion der Väter entgcgenzuwirken; dieses Streben gewann allmählich an Ausdehnung. Rabbinerversammlungeu und Synoden w. suchten den Baum unsres Lebens umzuhauen und erzielten in dem zunehmenden Abfalle vom Gottcsgcsctze nur zu große Erfolge. Jetzt endlich finden sich die Getreuen zusammen, um einzuftehcn für unsre erhabeueu Güter, uw zu helfen, zu retten, zu stützen, soweit es in unfern Kräften steht. Schon der gute Wille Lp 3unra ist eine anzuerkennende That, wie ja der allgütkge Gott .32738 .331L nasra *pse ist, für den guten Willen, selbst wenn er nicht ausgeführt werden sollte, reichen Lohn spendet. Wir aber hoffen zu Gott, daß Er das zur Verherrlichung Seines heil. Namens Begonnene segne, auf daß unser Unternehmen als ein förderliches und gedeihliches sich gestalte." Eine feierliche, andächtige Stimmung hatte sich der Versammelten bemächtigt, und Aller Augen hingen mit gespannter Aufmerksamkeit an den Lippen des ehrwürdigen Greises, der mit jugendlichem Feuer erfüllt die Vorschrift des weisen Königs: „Säe am Morgen deine Saat und lasse am Abend deine Hand nicht sinken." Herr E manuel Schwarzschild gab nunmehr eine Ucbcrsicht über die Entwickelung der Vereinigung. Dieselbe zählt bereits mehr als 1100 Mitglieder und hat eine Jährcseinnahme von fast nooo Mark. Es steht jedoch zu erwarten, daß nach stattgehabtcr Organisation und begonnener Thätigkcit die Mitgliederzahl sich ganz bedeutend vermehren wird. — Hierauf wurden die Statuten verlesen und zur Aerathung gestellt. Die Differenzen bezogen sich lediglich aus ganz nebensächliche Dinge, auf

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