Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 65 (16.8.1886)
- Date
- 1886-08-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVII. Jahrgang. iu'tlnnt tu IIr. f>5 iiosJsrnolif n"yp '’D':'n hinpnocisen, der beweist, das dos Qesf- Zeitnugöttachrichten «nd Corrcfpvttdettzen. j Oestcrr.-llngar.Monarchie. Gtuhlweihenbnrg. In Nr. r>r> des „Israelit" Im leitende» Artikel lvird hervorgehobeit, wie Menschen, die an dem mosaischen Gesetz sest-? halten, dennoch oft sich über rabbinische Ge- und Verbote oft mit Leichtigkeit hinwcgsetzen; als Beif spiel dessen wird angeführt das Verbot des twn jrns-, i nichtbedecktcn Haares bei verhciratheten Frauen, wie auch das so allgemein nicht beachtetwerdende Verbot nny cy jnsrji pw'n. Indem Sie, geehrter Herr Redakteur, sich die löbliche Aufgabe gestellt, mit Ihrer geschätzten Zeitung wahre Religiosität zu verbreiten, so wäre es auch um so mehr bedauerlich und für Sie schmerzhaft, wenn ein unbedachtsam und unabsichtlich hingeschriebenes Wort mißdeutet werden sollte, und so zu einer von großer Tragweite sich etwa gestaltenden irrigen Meinung den Anlaß geben könnte. Der Unkundige, der benannten Artikel liest, könnte der Meinung sein, daß überhaupt das ganze Verbot des nswa tni ,p’: nur ein rabbinrsches sei, während in Wirklichkeit dies nicht der Wahrheit entspricht, wie es ausdrücklich als ein mosaisches bezeichnet wird in 2-y rr^ro j '7.72' 7C2 p-iD D227 ,xin xrrmxynsr,?si 's 7'.2>' 2"rn 'ri p"D i"cp-j*rD 7;yn pxx"', robn ntsrs; jq '.llp rpyo ns? und wird dies nach der Erklärung D“'zn zur Stelle daraus gefolgert, daß bcrpo einer.7212 als Beweis der Verachtung ihr Haar auflösen mußte: somit bezeichnete die Thora das Nichtbedecken der . Haare einer Frau als etwas Verächtliches und Ungebührendes. Ebenso ist das als ferneres Beispiel angeführte Verbot von n'7y cy pv^:i p-mri, sobald i cs geschieht, um das sinnliche Verlangen zu erfüllen, ~ nach dem Ausspruche der Meisten, aus deren Quellen wir schöpfen, ein mosaisches Gebot; p-£ ^"227 i 4'p mi'yr, px '21 's rjsra '7i2\x '7.12 n"2 car bs'z? n’22*. Wenn auch in dieser Hinsicht der '"221 anderer Meinung, so richten wir uns dennoch nach den Worten des *py irpr. Schließlich erlauben Sie nur noch betreffs des; H2J2 -2221 Hp2 71D\X , wovon auch im benannte» Artikel Erwähnung geschieht, und der als ein;:277 dargestellt wird, wie er auch im Allgemeinen im Talmud als solcher bezeichnet ist, auf die Worte des großen Lehrers 7 -7 7512 7.22 227 i'.n 2"rr, *k . neu eines l^eschäsles am Saurslag ein inahrer smixi rcz1 ifr und einem solchen gleichlönimt, rvie wenn der Betreffende eine der Hauptarbeiten r.P# rvcNSs verrichtet hätte, selbst wenn er sonst mit der größten Sorgfalt jede weitere Entweihung des Sabbats, wie Schreiben, .Reißen :c. verhütet. Bernhard Fischer, aut. Rabbiner. Feuilleton. Kolöerger Maudercie». Kolb erg, 1. August. Badebriefe, lange, recht lange Badebriefe zu schreiben, hatte ich Ihnen gelobt, und, „wenn das Wort gegeben ist, darf man cs nimmer brechen ach, verchrtestcr Herr Redakteur, hätte ich doch meinen Mund nicht aufgethan, weder zum Guten noch zum Bösen. Es fällt so unendlich schwer, zur Feder zu greifen in einer Sommerfrische, die nur die drei Fragen kennt: „Wie wohnen Sied Wo essen Sied Wann baden Sied" Doch noch fester schließt man das Tintenfaß, wenn man dem Gewühle und Gcwoge der Großstadt entflohen ist, nm satis beatus procul negotiis am einsamen Qstseestrande Frieden zu schöpfen und-Stärkung zn athmcn, vollends aber entsinkt einem der Muth und die Feder, wenn der Himmel seine Schleusen öffnet und die Quellen der Tiefe sich füllen. Und so-geschah'«. Schier endlos ergoß sich die Fluth von oben, als ich den Boden Kolbergs begrüßte, es ward Abend und cs ward Morgen ein zweiter, dritter, vierter und fünfter Tag, es blieb beim Alten; am Morgen saß man rcsignirt und verzweifelt am Fenster und dachte über die Vergänglichkeit irdischen Glückes nach, am Abend plauderte man beim Glaje Grog über Eisbären, Antisemiten, pommersche Gänse, Thierschuvvereine und andere hübsche Dinge so gemiithlich beisammen; die Rechte hielt den Regenschirm, die Linke den Winterüberzieher, von Heiterkeit war weder" am Horizont noch bei den Badegästen eine Spur. Tie Rächt brach herein, das "Wetter blieb conservativ und man watete in sein fröhliches Heim, um einen süßen Sonuncruechtstraum zu träumen. So zogen I ne einer nach dem andern hin, die Tage des Froh- [ sums und der Spiele, über auch uns sollte die ■ u i 1 1 1.1 hu ,j..i