Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 45-46 (7.6.1886)
- Date
- 1886-06-07
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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SOS Was bedeutet das Wort Darnct;? I?rg Haufen war wohlbestallrer Parneß der isr. Gemeinde zu Roggenfeld. Er bildere sich nicht wenig ein auf fein hohes Ehrenamt und sühne! strenges Regiment. Wehe dem Ehafan, dem Lehrer i oder dem Schammes. wenn sie cs wagten, seinen! Anordnungen nicht blindlings Folge zu leisten'! Aber auch die Gcmeindcmirglicdcr zitterten vor ihm.! Itzig Hausen war ein reicher Mann, und der alte Oberamrmann, mit vielen Bindern gesegnet, mit Löhnen, die auf der Universität viel Geld brauchten , mit Töchtern, die sich standesgemäß kleiden, Gesellschaften und Bälle besuchen mußten, befand sich stets in Geldverlegenheiten, aus denen Itzig Hausen großmüthig auszuhelfen pflegte. Eine Hand wäscht die andere, und wenn Itzig gegen ein rennenres Gcmeindemitglied einen Strafanttag stellte, so wurde der Strafbefehl vom Oberamte erlaßen und exccutirt. Da starb der alte Oberamtmann, und ein neuer Beamter wurde in Roggenfeld installirt. Oberamtmann Radies war ein gelehrter ' Mann; er hatte einst Theologie ftudiren wollen und sich Kenntnisse in der hebräischen Sprache erworben. — Halte bis dahin Keiner gewagt, dem Parneß zu j opponircn, so änderte sich jetzt die Sachlage. Ta gab cs Klagen über Klagen, Untersuchungen in Menge, und die Streitigkeiten der Inden von Roggenfeld machten dern neuen OberomrmannvicbZwschaffen. Als der Parneß wieder einmal mit einer ganz unbercchligteu Klage kam, fragte ihn Herr Radies: „Wißt Ihr auch, Herr Hausen, was das Wort- Parneß bedeutet?" „,Mie soll ich Nichtwissen, gnädiger Herr Ober- Amtmann? Parneß heißt Vorsteher; der har zu befehlen, und die Andern müssen gehorchen."" „Ich sehe, Ihr kennt die Bedeutung des Wortes nicht gut; ich will sie Euch erksären. „Parneß," das sind Rosche Tvwautz; das s macht vzns. Der Parneß muß thätig sein für seine Gemeinde und darf nichts vernachlässigen, was für dieselbe von Wichtigkeit ist. Das i macht;cm. Ter Parneß muß barmherzig sein und darf bei den armen Gemeindcglicdcrn nicht die Steuern mit Härte eintrcibcn. Wenn er selbst reich ist, muß er sie, in schlechten Zeiten, vorlegcn, bis bessere Zeiten kommen. Das : macht jcw. Der Parneß muß r,:^s2 -rcrs'rßs fein, die Interessen seiner Gemeinde ohne persönliche Motive, rein wahrnehmen, er muß des Vertrauens, das man in ihn setzt, stets würdig scm. Und das 2 mach: P22. Der Parneß darf nicht emr-nndlich sein, sondern muß Manches ertragen können und nicht um jede Lumperei die Behörde behelligen V* S raunend hatte der Parneß diese Auseinandersetzung angehört. Er dankte dem gnädigen Herrn für die gütige Belehrung. Bon der Zeit an herrschten Friede und Eintracht in der isracl. Gemeinde zu Roggenfeld. * Rath se l. 'Weich gesprochen, tfTs ein Wüü, Sester siehst Du's zahm und mild. Lart gesprochen. Hab' ich Werth. -List Dns, so wirst Du geehrt. . Raph. Fraukek. Obernbreir. Preis-Riithsel. Die Zeichen I. 2, 3 und -t nen bösen Drönig nennen Dir, Der Israel fo sehr bedrängte, Datz viele Strafen Sott verhängte: Doch es bezeichnen 1, 2, X Ein nützlich und gar schuldlos Thier, Das man im Lciligthum verbrannte. Das Anreinheit vom Aotke wandte. Aor 2. 3. L hält man sich fern. Doch kömmt es zu den Wenfchen gern. I. Elbogen.- Unter den i'inicnbent der richtigen Lösungen wird gcloosr und erhält der Gewinner „Gerettet." Erzählung von Friedrich Nstt. Mit Titelbild von Professor Pr. Manefeld. Die Nichtgewinner geniesten den Vorzug, das Buch gegen Einsendung von 60 Ps. in Briefmarken von der Erpedirion deS „Israeli!" beziehen zu können und kann dieser Betrag -der Auslösung eventuell gleich beigefügt werden. Scher;-Mhsel. Ist ein Wort mit Löpfen acht. Sagt, datz Silfe der gebracht. Der mit eins vernichten kann Aok und stolzen äriegesmann. Lebrcr A. Lutzky. Dietzenbach. Verantwortliche Ncdaction: Pr. Lehmann in Mainz. — Expedition des »ISraclit" große Bleiche 45. Druck tuld Verlag von OLcar Lehmann in Mainz. t* f