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Der Israelit · 1886-06-07 · Heft 45-46 (7.6.1886) · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 45-46 (7.6.1886)
Date
1886-06-07
Page
– (sequence 34)
Language
German
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$00 n>ü'3 auch dem rnhelrcischcndcn Zweck denclben entspricht. Die Einrichtung des Gebäudes ergab sich aus dem den Bedürfninen der Anstalt enttpreSenden Progranun; bei den knappen Geldmitteln des Vereins war cs besonders geboren, jedes zuviel, jeden unberechtigten Lnrns zu vermeiden, andrerscirs aber auch den Errnnacwckaftcn unserer Zeit mir Rücksicht auf die gesteigerten Forderungen der Hygiene gerecht zu werden und zu entsprechen. Mit Rücksicht hierauf wurden folgende wesentliche Punkte bei dem Plaue festgcstcllr:- a) Beschaffung von. Schlaf-, Arbeite- und Schul- Räumen für 50 Seminaristen: I» eines Krankenzimmers, eines Badezimmers, eines Waschzimmers und eines Schrankraumes; c) einer Kaffccküche, t« welcher die Seminaristen Morgens und Rachmittags sich ihren Kaffee bereiten; d) eines sllanmcs zmn Aufbcwahren der Koffer, zum Reinigen der Kleider und Stiefel: e) eines Sitzungszimmers für das Kuratorium: f) eines Schulzimmers für eine zu errichtende Nebungsschule, sowie ferner: x) einer Wohnung für den Dircctor mit Familie: ii) einer Wohnung für den Lehrer mit Familie; i) einer Wohnung für den Hauswart. Bon den eingercichten Plänen fand derjemge des Architekten L. Brockmami in Eöln Annahme, wurde auch ohne Aenderuug unter dessen Leitung zur 'Ausführung gebracht. Die sämmtlichen erforderlichen Räume' sind in einem Gebäude mir 4 Geschossen über dem Keller untergebracht, und zwar liegen die Tirecror- und Lchrerwohnnngcn im Erdgeschoß, die Lchrzimmer für 3 E lassen, die Nebungsschule, das Bibliorheks- und Phvsikzimmer im 1. Stock, die Arbeitszimmer, das Bade - und Krankenzimmer mit je einem Borzimnicr im 2., und schließlich die Schlafzimmer, Waschsaal und Schrank.zimmer im 3. Stock. In einem Ausbau liegen noch zwei Kammern zu den Familienwohmingen und ein Raum zum Trocknen der Wäsche. Fine Glasthürc führt von diesem Aufbau auf das in Holzcement hcrgeftcllte flache Dach, welches mit einer massiven Brüstung umgeben, von wo ans man einen schönen Rundblick über die Stadt, bis weit in die Ebene hinein genießt. Das Kellergeschoß, welches Mtr. 1.60 ans dem Terrain heransgehoben in. enthält die Wohnung des Hauswart. die Kaffccküchcn. den Raum für Koffer und znm Reinigen der Kleider, sowie die uöchigen SirMLüftsräume, als KoAenkeller x., ferner — ns vollkommener AdgefchlonenLeir von den vorgenannten Räumen — die Küchen, die Mädchenzimmer und Vorrüthsräume der Familienwohnungen. Die Vorderfront liegt mir Rücksicht auf die von dort beleuchteten Schul- und Arbeitszimmer nach Cficn, die Seitcngiede! berühren die Grenzen, so daß nur Vorder- und Hinterfront frei liegen; zu beiden Seiten des Portals liegen hübsche Vorgärten. Das Gebäude macht mir seinem luftigen Vestibül, der massiven und bequemen Treppe, den hellen Korridoren und der großen llebernchttickkeir einen vorthcilhaften Eindruck aus den Beschauer und zeugt von sorgfältiger Durcharbeitung. Alles ist solide ausgefühn, jeder Lurus meng vermieden worden. Die Fa «.-ade ist durch zwei vorspringende Eckrisalirc kräftig gegliedert und macht mit ihrer gelben Verblendung, den Hausrciugesimsen und dem maurischen Portal einen würdigen Eindruck. Auch die innere Einrichtung ist nach Angabe des Architekten L. Brockmann gleich einfach und compentiv, sowie höchst praktisch hergergeftellt worden. Bei der geschäftlichen Behandlung ist die peinlichste Sparsamkeit Gescx geblieben; die Herstellungskosten betragen: Grundftückcrmcrb, ca. 1300 Q Mtr. ca. 60,000 M. Das Seminar kostet bei einer Grundfläche von 325 □ Mtr. incl. der Terrainanfüllung. der Grenzmauern, der Wege, Gartenanlagcn, des Portals am Eingänge von der Straße rund . . . . . . . . . . „ 82,500 „ Tic innere Einrichtung desselben, die vollkommen neu beschafft wurde . „ 10,000 „ In Summa ca. 158,500 M. Leider konnte der ganze Betrag nicht aus den vorhandenen Mitteln gedeckt werden; cs besteht noch eine Grundlchnld von 40,0m) M., deren baldige Abtragung geboten ist; um diese zu erwirken, appeklirt das Euratorium an die Hochherzigkeit, an den Wohlthätigkeilssinn aller seiner Freunde; eine für die edelsten und humansten Zwecke wirkende Anstalt muß Betriebsmittel zu ihrer Verfügung haben zu segensreichem Wirken, darf aber nicht mir drückenden Schulden belastet sein. Dein Seminargebäude gegenüber, aber mit der Hauptfront nach Süden gerichtet, liegt die von der Adaß-Ieschurun aus deren Mitteln erbaute Synagoge. Das Seminar hat dafür nur das Terrain angewiesen, wogegen als Entgelt für den Direktor und die Lehrer des Seminars, sowie für 5t» Schüler unentgeltlich Pläpe cingeräurnt werden. -v. . fr •i

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