Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 45-46 (7.6.1886)
- Date
- 1886-06-07
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449644--24442-2514194- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
uriheilen. Fast täglich kommen Leute, um für ach oder ans Auftrag Anderer Land anzukaufen; wenn sie dann in die Kolonial kommen und die Hemmnisse sehen, die ach ihnen da entgegenstellen, sowohl hinsichtlich des Ackerbaues, der nicht so vorwärts gehen will, wie sie es sich vorgestellt, als auch hinsichtlich des Ankaufs von Grund und Boden, der sich nicht in gewünschter und erwarteter Weise finden lässt (denn bevor unsere Glaubenshrüder lange beraihen haben, sind uns längst Xichtjuden zuvorgekommen und haben, ohne lange Versammlungen und Torberatbungen, viel Land angekauft), dann erschrecken sie und kehren wieder in ehe frühere Heimath zurück. Allein kein Zionsfreund, der sich hier niederlassen will, sollte einzig und allein zum Ackerbau seine Zuflucht nehmen; es giebt ja noch mehr Thätigkeiten, die Jeden ernähren, der mit einer genügenden Baarschaft hierher kommt Ja sogar auch Derjenige, der nichts als Landwirth sein will, muss wissen, dass dieser auch in den europäischen Ländern nicht vom Ackerbau allein sein Leben fristet, sondern, wie dieses z. B. in Rumänien der Fall, er verdient durch Fuhrwerke, durch Verwendung der Feldprodukte u. s. w. Wer also hierher kommen will, der muss zunächst den Luxus und die Bequemlichkeit der früheren Heimath vollständig aufgeben, dann muss er etwa 60—TO Dulam Land ankaufen für 400 Frcs., ein Paar Binder für 400 Frcs., Esel und Ackergeräthfür 200 Frcs., für Aussaat 200 Frcs.; für Haus und Stallung 1400 Frc?., macht zusammen 2600 Frcs. Dieses braucht er aber nur zur Gründung der Landwirthschaft Im ersten Jahre, wo er noch keinen Genuss zieht, braucht eine Familie von fünf Personen weitere 500 Frcs. Selbst wenn er aber auch schon im ersten Jahre günstigen Ertrag findet, hat er nur Brod für seine Familie; für die. übrigen Bedürfnisse braucht er auch wieder jährlich wenigstens 300 Frcs. Bis aber die Erträgnisse des Bodens eine Familie vollständig ernähren, verstreichen mindestens sechs Jahre. Darum wiederhole ich : Wer hierher kommt, kaufe ein Stück Land, wenn sich hierzu Gelegenheit bietet, oder associre sich mit einem Anderen, der in einer Kolonie schon angesiedelt ist, baue sich ein Haus für 1400 Frcs. und mit seinem Bestkapital kaufe er Schafe und Grossvieh, dann kann er prosperiren, besonders wenn er in einer Kolonie sich niederlässt, die sich in der Kühe von bestehenden jüdischen Gemeinden befindet. Da verkauft er seine' Milch und kann, wenn er will, nach und nach Land zukaufen, wenn günstige Gelegenheit sich bietet Auf solche Weise kann auch eine Gesellschaft von 20 bis 30 Familien sich hier ansiedeln, nur muss dieses bei einer schon gegründeten Kolonie oder in der Nähe einer Stadt geschehen. Mit herzlichem Grosse Mose David, Schächter, Ackersiuann auf TU5> UKX. d-*H* ISrotLss. „Jewish Chronicle* veröffentlicht eine Zuschrift des Oberrabbiners von Damaskus, worin derselbe für Errichtung eines Krankenhauses in Liberias plaidirt. Dieser Ort wird wegen seiner warmen Quellen (die bekannten »SH-D *QN") jührich von Tausenden aufgesucht. Der Herausgeber genannter Zeitschrift unteretüzt mit warmen Worten dieses Ansinnen und lenkt hierauf die besondere Aufmerksamkeit seiner Leser. Es fehlt zur Zeit an geeigneten Krankenhäusern in Palästina. Es ist daher die Pflicht aller Derjenigen, die in geistiger Hinsicht unsere dortigen Brüder zu hohen suchen, dieses aüch in körperlicher Hinsicht zu tbun. Bereits streckt auch hier in Tiberias die nie ermüdende Mission ihre Fangarme aus und versucht die gleichen Manipulationen wie in Jerusalem. Auch dort war es ihr schon gelungen, unschuldige Opfer in ihre Netze zu locken; da wurde aber noch rechtzeitig genug der überaus wohlthätige und nicht hoch genug zu schätzende Verein «DNT13 gegründet, welcher die Missions- Kolonie „Artuf“ entlarvte, Kinder, welche bereits der Missionsschule übergeben waren, dieser entriss, und der die Armen aller 9Kolelimg kräftigst mit Geld und Arbeit unterstützt, damit dieselben nicht in die Hände der Seelenschachorer fallen. * .g««> te» .