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Der Israelit · 1886-06-07 · Heft 45-46 (7.6.1886) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 45-46 (7.6.1886)
Date
1886-06-07
Page
– (sequence 29)
Language
German
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— 125 — Sieben Woeben in Galiläa. Von Jechlel Michel Pines. (I Fortsetzung.) An dieser wunderbaren Quelle, welche in an* genehmem Plätschern über reine Kieselsteinchen dahinfliesst, unter einem schattigen Olivenbaume, der die heissen Sonnenstrahlen auffängt, da sassen wir und beteten und stärkten uns durch Speise. Rach kurzer Bast bestiegen wir unsere Maulesel wieder und begannen den Berg zu erklimmen, der heutzutage DscheblNebut heisst und vom Meere bis gegen Safed sich erstreckt. Je hoher wir stiegen, desto herrlicher wurde die Aussicht. Eine neue Welt eröffnete sich zu meinen Pässen; das ganze Untergaliläa mit seinen Bergen und Thälera, mit seinen Flössen und Kanälen, lag wie ein goldgesticktes Gewand vor mir; ein Anblick, dessen erhabenen Eindruck ich nie vergessen werde. Rur ein gottbegnadeter Länger kann dieses schildern, der nicht zu viel und zu wenig spricht, um die Grossartigkeit dieses Aussichtspunktes nicht abzuschwächen.. — Als wir den Gipfel erklommen hatten, da öffnete sich vor uns das Thal Tiberias und der See Kinereth zur Hechten, die Tiefebene von Akko und das Mittelmeer zur Linken. Dieser Berg, Dschebl Rebut oder Sebud genannt, ist der höchste Berg im hl. Lande. Auf dem höchsten Gipfel, Jirmach genannt, misst dieser Berg 1220 Meter. Der Gipfel, auf welchem wir standen, ist etwas niederer und hat nur die Höhe von 1114 Meter über Meeresspiegel. Roch einige Augenblicke blieben wir hier oben, um noch einmal den herrlichen und zauberhaften Anblick zu gemessen, dann begannen wir den Ab* stieg, indem wir die Maulesel verliessen, denen das Aufsteigen leichter wird, als das Abwärtsgehen, und etwa eine halbe Stunde zu Puss gingen, bis zum DorfeZemach, Safed gegenüber; dann bestiegen wir wieder unsere Thiero und gingen nördlich an der Beite des Berges bis zum Dorfe Meron. Dieses Dorf ist berühmt und alle Besucher des hl. Landes erwähnen dasselbe» weil dort das Grab des lt. Schimeon ben Jochai sich befindet. Am 33. Tage des „Omer“ kommen hier ganze Schaarea von Juden zusammen aus Palästina, Babylon, Damaskus, Syrien, sogar aus Persien und aus dem Kaukasus, Männer, Frauen und Kinder, um das Freudenfest des B. Schimeon ben Jochai mit grossem Pomp, mit Gesang und Tanz nach Art der Derwische zu feiern. Dieses Freudenfest, dessen Ursprung Niemand kennt, ist jedoch nur ein Fest der Thorheit, denn es ist seiner ganzen Tendenz nach unjüdisch. Das Judenthum kennt keine Feste zu Ehren der Todten. Nicht umsonst sträubte sich unser Stammvater Jakob gegen ein Begräbniss in Mizrajim, nicht umsonst kennt Niemand das Grab Moses'; es galt, derartigen Festlichkeiten vorzubeugen, welche schliesslich in Grähercultus und Götzendienst ausarten. Ausserdem verschlingt dieses Fest ungeheuere Summen Geldes, welche viel besser der "Kolonisation des hl. Landes zugewendet würden. Im Dorfe Meron hielten wir uns gegen zwei. Stunden auf und benützten diese Zeit, anstatt den Todten, uns lieber den Lebenden zuzuwenden. Die Hälfte dieses Dorfes ist jüdisches Eigenthum. Ein Jude nämlich, Namens Samuel Abo, wohnte in Safed. Er war klug, reich, wohlthätig, freundlich gegen Jedermann, beliebt hei den Vorgesetzten und war lange Zeit Vorstand der sefardischen Gemeinde in Safed. Er hatte drei Söhne: Abraham, Jakob und Jizchak, die der edle Vater Landwirtschaft erlernen liess. Da zu jener Zeit Grund und Boden billig war, so kaufte er das halbe Dorf Meron und nahm dort für sich und seine Söhne Niederlassung. Er wohnte im Zelte des B. Schimeon ben Jocbai und seine Söhne bebauten das Land. Um jene Zeit kamen sechs Familien aus dem Abendlande, welche mit der Familie Abo verwandt waren. K. Samuel starb, seine Sühne wurden anderen Sinnes. Der Eine zog sich in’s Haus zurück und begann einen Handel mit l'arbwuuren, der Zweite wurde franresi* -»£*'** .^sjv'., rJ, »-J V5-

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