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Der Israelit · 1886-06-03 · Heft 44 (3.6.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 44 (3.6.1886)
Date
1886-06-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ansprache sagte der Prälat: Inden und Christen sind Mir gleich, ich wüßte feinen Unterschied, und werde ich für die Wahrung Ihrer Rechte stets aufmerksam fein. Italien. §r0M. Der Rcligionsspeculant Tr. Brimann kam nach 3!om in der Meinung, hier mit seinen fudenfrenerischen Umtrieben sein Glück zu machen, ßr glaubte , Rom sei noch immer die alte Papststadt und ein Boden für seine Wirksamkeit. Ta man in allen Kreisen von seinen schmählichen Umtrieben gründlich unterrichtet war, so fand er nirgends Ein- . gang und auch der Leiter der Bibliothek im Vatikan 'hat ihn sehr schroff abgewicsen und den Zugang zur päpstlichen Bibliothek ihm versagt. Mer Mittel entblößt, begab sich Briman zum Rabbinat, mit der Erklärung, er möchte wieder in's Judcmhmn cintretcn und alle gegen seine Religionsgcnoffen erhobenen Anklagen feierlich widerrufen l Von dieser ziemlich unerwarteten Zumuthung recht überrascht , bestellte das Rabbinat den Mann für den nächsten Tag. Nach einer eingehenden Berathung mit den Mitgliedern des Gemcindevorstandes hat der Rabbiner Tags darauf dem Aron Briman folgenden Bescheid gegeben: Wir haben nicht das Recht, einen Reuigen von uns abzuweifen. Allein die Reue darf keine scheinbare, sondern muß eine aufrichtige sein, die sich durch die That bewährt, welche das augcrichtete Unheil wieder gut macht. Aron Brinian möge daher vor Allem in den öffentlichen Blättern alle von ihm gegen Juden und Judcnthum verbreiteten Vcrläumdungcn feierlich widerrufen! Nur nachdem dies geschehen, kann seine Wiederaufnahme in das Judenthum erfolgen. — Briman versprach dies schon in den nächsten Tagen Zn Lhun und dann wiedcrzukommcn. Doch der Mann ließ seitdem von sich nichts weiter hören. Möglich, daß er wieder irgend einen Geistlichen ausgcsundcn, der ihn „gebrauchen" kann. (Nat.-Ztg.) Rom. Der vor Kurzem in Asti (Piemont) verstorbene Ritter Giacomo Ottolenghi hat in seinem Testament die Verfügung getroffen, daß alle von den armen Bewohnern der Stadt auf das Pfandhaus gebrachten Gegenstände, die einen Werth von weniger als 10 Lire haben, von seinem hinterlaffcncn Vermögen cingelöst werden sollen. Es meldeten sich an 12,<M)0 Personen und ciwa ] 00,000 Lire wurden für diesyi ganz neuen Zweig der Wohlthätigkeit verwendet. Alle Zeitungen sind voll de6 Lobes über diesen großartigen Wohlthätigkeitsakt. Bei den im Lande jüngst stittgcfnndcncn DeputirLenwablen gingen drei Juden als Abgeordnete hervor. Man glaubt, daß bei den Stichwahlen die gleiche Anzahl Inden Sitze erhalten werde. Frankreich. Paris. Baron Hirsch, welcher für die Abgebrannten Ln Srrn schon 100,600 Frs. gespendet hatte, sandle seinen Sccrctär, Herrn Beueziani, nach dieser Sradt, um sich persönlich über die Lage der Unglücklichen zu unterrichten. Herr Veneziaui hat für eine weitere Hilsclciftung bei der Crcditanstalt in Wien den Bettag von 25,000 fl. angewiesen erhalten. Paris. Einer der zwei Delcgirten, welche die Akademie der Wiffcnschasten im August nach Heidelberg schickt, um die franz. Negierung bei der Feier des 400 jährigen Jubiläums der Heidelberger Universität zu^repräscntircn, ist Herr H. Lippmann, Proscffor der Physik an der Sorbonne. England. London. Es ist unmöglich, schreibt die,-Times" , Jahr für Jahr die Berichte über die Maiversammlungen zu lesen, ohne die nutzlose Vergeudung von Geld und Enthusiasmus zu bedauern. Das genannte Blatt hat unter anderen Vereinigungen die Judenbclchrungsgcsellschaftcn, 4 an der Zahl, im Auge, welche erstaunlich große Summen aufbringen und verausgaben, und doch ihre Zwecke zu erfüllen fast gar nicht in die Lage kommen. : Rußland. Petersburg. Der berühmte Orientalist Dr. Abraham Harkavy hat eine wissenschaftliche Reise nach Palästina, Syrien und Egypten angctretcn, um literarische Alterthümer und speciell Mannscripte in hebräischer und anderen orientalischen Sprachen aufznsnchen. Zunächst wird er nach Jerusalem reisen, um seinem daselbst wohnenden Vater einen Besuch abzustatten. Odessa. Seff einigen Tagen circulirten hier Gerüchte, daß in Sebaftopol rvührend der Anwesenheit des Kaiscrpaares in Folge der die freie Bewegung der Bevölkerung beschränkenden Maßregeln der Behörde sich unter den Arbeitern eine starke Unzufriedenheit geäußert habe, daß dieselben eine öffentliche Revolte begannen uitb sogar Plünderungen versuchten, woran sic jedoch vom Militär verhindert wurden. Man erzählte, daß der Stapellanf der Panzersregatte „Katharina II." in Molajew dcßhalb nm einen

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