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Der Israelit · 1886-05-31 · Heft 43 (31.5.1886) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 43 (31.5.1886)
Date
1886-05-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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•60 schon so weit, daß sie die jüdischen Mohren nicht mehr brauche, werden sie — ausgewandert. Zur Sache nun hatte die .Negierung im Verfolge ihres Beschlusses auch mit der Entlassung des jüdischen Obcrausschers und einiger Aufseher den Anfang gemacht. Darauf Sttcik der jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen der Tabakmanusaktur. Da ihnen ihre Aufsichtsbcamtcn indctz nicht znrnckgegebcn wurden, und ihr Schicksal ohnehin besiegelt ist (es wurde ihnen sogar zugemuthct, sie sollen den christlichen Ersatz in ihren .Handfertigkeiten unterweisen und sich also selber das Grad graben!), so zogen sie das Auswandern schon jetzt vor, um nicht in der schlechten Jahreszeit dazu gezwungen zu sein. Ihrer Hundert sind Mädchen und achtzig sind junge Männer, während zwanzig oder mehr Mütter der Mädchen sind. Diese Geschichte zeigt wieder einmal, wie grundlos die Verläumdungen der rumänischen Antisemiten — mit den rumänischen Offiziösen und Offiziellen identisch — sind. Nach allen Himmelsrichtungen ertönt ihr Geschrei, daß die Juden sich nur auf den Handel geworfen haben und nicht arbeiten wollen. Abgesehen davon, daß, wie ich Ihnen ein andermal berichtet, mehr als */., der rumänischen Handwerker Juden sind, wird jetzt erst durch das Vorgehen der Negierung bekannt, daß allein ihrer 5ÖO seit 15 Jahren sogar in einer Staatsfabrik arbeiteten, von welchen 300 schon vorher entfernt wurden. Es ist höchst wahrscheinlich, daß der christlich-antisemitische Bratian ischrumänische Staat, christliche Arbeiter gesucht, wie aber die Thatsache zeigt, nicht gesunden hat. — Außer der Auswanderung dieser 200 Köpfe ist noch eine andere in Jassy in Vorbereitung, für welche die dortige jüdische Gemeinde Vorsorge trifft. Es sollen nämlich 200 Familien jetzt oder Anfangs Juni nach Amerika. Zweihundert Familien, das sind also leicht 100© Köpfe! Mich betrübt nur die Ursache der Auswanderung, die Thatsche ist mir hocherfrenlich; denn ich habe cs schon 1876 öffentlich in Rumänien als Erster ausgesprochen , daß jeder Jude, der nur irgend kann, von Rumänien fort soll*). Dies geschieht seit 1882. Das Ausland aber möge sich merken, daß der Jude, namentlich in Rumänien, die ausgiebigsie Stcnennelkkuh ist, und daß durch Verarmung, besonders durch die Auswanderung der Juden, nicht nur Handel und Wandel und Steuereinnahmen znrückgeheu, sondern auch, daß ans diesen Gründen Rumänien eines Tages die Zinsenconpons seiner Sraatsverschrcibungeu nicht wird bezahlen können. vr. E. R. Eorman. Botnschan (Rumänien), 16. Mai. Als eine gewiß günstige Maßnahme der rumänischen Regierung muß cs wohl betrachtet werden, daß der Schuldirektor Hillcl Kahane vom Direktor des hiesigen Lyceums (Gnmnasium) die Nachricht erhalten» daß der Enltusminifter ihn zum Religionslehrer für die jüdischen Schüler des Lyceums bestimmt nnd diesen Religionsunterricht für obligatorisch erklärt habe; derselbe solle Sonntags 10 Uhr Vormittags stattfinden. Als sich die Schüler zum ersten Male zu diesem Unterrichte versammelt hatten, hielt Herr Kahane eine Ansprache an dieselbe», welche einen tiefen Eindruck ans die Jugend machte, da sie eine solche Sprache der Begeisterung bis jetzt noch nicht gehört hatte. Mainz. Bei der großen Wichtigkeit. welche dir Schächrsrage leider jcfct erlangt hat. verfehlen wir nicht, wiederholtauf das Ehrmann'sche Werk .ThicrLchutzu.Mcnschen-Trlltz" aufmerksam zu machen. (Pergl. Inserarentbeil.) Nur mit Hilfe dieses Werkes, in welchem in eingehendster Weife fast sämmllichrs Material betreffend die rrs'rrr gesammelt ist, ist es möglich, den Schächtfcinden wirksam zu begegnen. Mainz, 28. Mai. Unser Berliner (Korrespondent rrsucht uns, zu berichtigen, daß in dessen Artikel in Nr. 40, Leite 694. .Berlin, 16. Mai," anstatt Lcheveningen. Swinemünde zu setzen sei. In Lcheveningen sind bekanntlich zwei streng koschere Restaurationen, worauf unsere Leser ausmerksam zu machen wir nicht verfehlen wollen. Briefkasten der Expedition. Herr Mar Löwenstein, Rabbinats-Candidat, bis vor kurzer Zeit in Preßburg, wird höstichst ersucht, seinen jetzigem Aufenthaltsort uns gef. angeben;n wollen. Wochen-Kalender. Freitag» 4. Juni, l.' Nissan ',-n "mr ,ma ran Samstag, 5. Juni, 2. Nissan 'v2 -iry /i ,c wr: Sadbat-AnSgang 9 Uhr — Min. (Mainzer Uhr). *) Nnd ich als Erster ricth nach Palästina. n n 0 iu e rr. Für den folgende» Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Löschern OsSahnkäse verkaufe tml ao Pf. per Pfund. Wiederverkäufer b.'Uiger. Referenz: Rabbiner Herr Wasser tri Hing in Bojauowo. Vry, gfln) Lang (^uhle bei 'Bojanowo. Ein jüd. Mädchen, welches einer .Huche selbständig vorsteben lauu. wild soso t gesucht. Ctfcrtcn imtfr \V. a. an (2«79 Haafensteln A Vogler inAarlsruhr. (^ine s. geb. Dame w. mcbrrrr Jahre als Repräsentantitt des Hauses fuugirte, sucht äbttt. Ctellung. event. als t^esrllichaslerin, Rcisebeglriteritt. Ctirrten unter -16 «nt A. tzloldfchmidt. Buchbattdlttttg, Hamburg r» beten. LV48

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