Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 42 (27.5.1886)
- Date
- 1886-05-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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732: iöciicrch .vciuincflaiincncn trauern zu können. Selbst die höckstcn Staatsbeamten dürfen sich dieser kindlichen Pstichterfüllung nicht entziehen und erhalten sie stets für diese Tranerzeit den nöthigen Urlaub. Die Juden Chinas haben nun diesen Gebrauch von ihren Mitbürgern angenommen und ziehen auch sie sich bei einem groben Tranerfalle, wenn auch nicht für volle siebenundzwanzig Monate, so doch für eine längere Zeit an einen einsamen Ort zurück, der sich gewöhnlich in der Nähe der Synagoge befindet, um so dieselbe auch während der Trauer besuchen zu können. Hier in ihrem Trauergemache empfangen sie dann auch die Besuche ihrer Freunde und deren Tröstungen. Aber auch die Sitte der Chinesen, um ihre Tobten in Weist zu trauen;, haben die Juden Kaisong-fus angenommen, und tragen sie daher bei einem Trauerfalle in ihrer Familie nicht nur weiße Gewänder, sondern bedecken auch das Hausthor mit einem weißen Vorhänge, damit die Vorübergehenden wissen sollen, daß hier ein Trauerfall vorgefallen. Der Jesuitenpater Gozzani, der 1704 die Judengemeinde in genannter Stadt im Aufträge seines Provinzials in Peking besucht und dabei auch deren Synagoge in Augenschein genommen hat, sah auch, wie der Rabbiner und die Gemeindealtesten nach verrichtetem Gottesdienste in eines der erwähnten Ncbcngemacher gingen, um dort in den daselbst befindlichen Kohlenbecken den Manen des Kuny-fu-tze (Consucins) Opfer von dem Fleische verschiedener Thiere darznbringen und dann auch vor dessen Bild zu räuchern und Stückchen gelber Seide zu verbrennen. Cs ist dies indes; nicht, wie man allgemein glauben könnte, ein Göbenenltns, sondern nur ein Zengnist der Hochachtung nnd Verehrung für den großen Gelehrten. Consucins. war bekanntlich gar kein Religionsstifter, sondern nur ein Sittenlehrer und der Göpencnltus, der noch heute in China herrscht, stammt nicht von ihm her, sondern wurde mit dem Bndhismus zugleich ans Indien eingesührt. Der genannte Pater konnte nicht genug die Reinlichkeit nnd die Andacht, die in der Synagoge herrschten, schildern. Das Oberhaupt der Synagoge hielt sogleich dem seltenen Gaste eine Thorarolle znni Küssen hin und zeigte ihm dann auch die anderen in der Synagoge aufbewahrten Gesctzrollen nnd Gebetbücher. (Fortsetzung folgt.) C n g l a n d. London. Die dem Grasen von Crawford gehörige berühmte Bibliotheca Limfcsiami wird demnächst bei Sotheby, Wilkinson & Hodge in ^ondön versteigert. Die Bibliothek ist ungewöhnlich reich an werthvollen alten Bibeln. Der orientalische Theil derselben allem umfaßt mehr als taufend Bände, der chinesische und japanesische 'Theil ist ungewöhnlich vollständig. Tie mathematische Bibliothek von 16,000 Bänden wird Graf Crawford behalten und sie wird in seiner Sternwarte bleiben. Bulgarien. Schumla. Bei dem Einzug der ans dem Kriege zurückkehrenden Soldaten bildeten die Schüler der Allianceschule Spalier; die Knaben und Mädchen hielten mit Blumen geschmückte bulgarische Flaggen und eines der Mädchen richtete an den comrnandirenden Offizier eine Anrede, die Glückwünsche der Juden über den siegreich beendeten Krieg ausdrückend. : (*§ gibt einen gewissen Tag im Omer. Multiplinre ich denselben mit 3s/„, ziehe vom Produkte 60 ab, mnNiplicire den Rest mir 2'/'. und ziehe hierauf 120 ab, so bleibt nichts übrig. Welchen Omertag habe ich angenommen? gestalten uns, besonders daraus aufmerksam zu machen, •v*? daß unserer heutigen Nummer eine kurze und leicht faßlich geschriebene Arbeit über Bleichsucht und Blntarmnth beiliegt. Bei beut erschreckend häufigen Vorkommen von Anämie und den daraus resultirenden .Krankheiten dürste es .für unsere Leser und Leserinnen nicht, ilitintcressant sein, eine» Blick in diese kurze Abhandlung. in welcher die Symptome klar und deutlich präcisirt sind. 511 werfen. Der darin empfohlene Eiscnsaft enthält das Eisen, fernerhin.ttalk. Natron, Magnesia, Salz- und Phosphorfäure-Lerbindungen in leicht verdaulicher und gut afsimilirbarer Form und soll, wie vonden verschiedensten Seiten bestätigt wird, eine vortreffliche und prompte Wirkung besitzen. Btrijftgc Iör«ngen fanden ein: Akiba Frey in Tuua-Szerdahely. Jenny, JeUchrn und Lehnchen Orzolkowöky in Cchulitz. Lehrer Rüben Leermeester in Kestrich. Sara und Abraham Petnchowski in Halberstadt. Johanna und Settchen May. Moses May und Emanuel Agulnick in Roßdorf. Lehrer Wormser in Höchst. Sußmann Wolfs in Köln. Lehrer M. Hnrwitz in Grevenmacher. Lehrer L. Reumann in Iwpsingcn. Isaac Rosemhal in Wronke. Frau Adele Goldschmidl in Darnach. Esther und Hirsch Adler in Kleinstrinach. Lehrer R. Blitz in Nilolsburg. Iettchen und Gabriel Jajss in Hamburg. Friedericka Lukas in Weisweiler. Salomon Roschändlcr in Bochnia. A. Davidsohn in Landsberg. Wolf Nußbaum in Mannsbach. Josef Gemeiner in Witz. Lazar WicSner in Dinkclübühl. Enoch Reich in Weseritz. Briefkasten der Expedition. Pl. b. Pi. in Hamburg: Wenden Sie sich an Herrn Rabbiner Di*. Ehrmnnn in Baden (Schweiz).