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Der Israelit · 1886-05-24 · Heft 41 (24.5.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 41 (24.5.1886)
Date
1886-05-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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dem strenggläubigen Theile unserer jüdischen Bevölkerung herdeizusühren, und dadurch ans den Besuch der Schüler seitens der jüdischen Jugend' hcrabMmdernd zu wirken. Diese Rücksichten scheinen uns viel schwerwiegender zu sein, als jene „didaktischen Gründe" und darum scheint uns der erwähnte jüngste Ministerialerlaß kein glücklicher zu sein. Vom 'Standpunkte sowohl der jüdischen als auch aller öffentlichen Interepen wäre cs geboten, wenn das hohe k. k. Ministerium sür Eultus und Untcrrricht diesen Erlast zurückzichcn und den Status guo bezüglich der Befreiung aufrecht erhalten wollte. Ter Ausschuß des Vereins „Schomer Israel" hat in seiner lebten Sivuug beschlagen, eine Petition' an den Untcrrichtsmim'ster bezüglich dieses Gegend standes zu richten, welche bereits nach Wien abg'escndet wurde, deren Wortlaut folgender war: Euer Excellenz! Die Tagesblätter brachten in den jüngsten Tagen die Mitthcilung, daß das hohe k. k. Ministerium sür Eultus und Unterricht in neuester Zeit einen Erlaß hcransgegcben hat, wonach die bislang den Schülern jüdischen Glaubens gewährte Befreiung vom Schreiben und Zeichnen au Samstagen künftig nicht mehr zu bewilligen ist. Ter Verein „Schomer Israel" in Lemberg, dessen statutenmäßige Aufgabe cs ist, die jüdischen Interessen zu wahren, hegt die volle Neberzcugnng, daß durch diesen Erlaß nicht nur jüdische Interessen verletzt werden, sondern daß dadurch die Hlndernipe, welche dein so sehr wünschenswcrthen allgemeinen Schulbesuche der jüdischen schulpflichtigen Jugend im Wege stehen, wesentlich vermehrt werden. Die Sonntage und alle katholische Feiertage werden in sämmtlichen Schulen durch gänzliche Besreiung vom Schulunterricht an diesem Tage rcspeciirt. Die jüdische Bevölkerung kann als Minorität nicht die gleiche Berücksichtigung fordern und erblickte in der bis nun gewährten Befreiung der Schuljugend vom Schulbesuche an den jüdischen Hanptseiertagen und sodann vom Schreib- und Zeichenunterrichte an Sabbaten, eine werthvolle, möglichste Anertennnng der Gleichberechtigung. Dies soll nun anders werben ans angeblichen didaktischen Gründen, welche bis nun zn leinen erheblichen Ucbelftrtiibcii und Magen führten. Die gewährte Befreiung von Schreib- und Zeichennnterrichte an Samstagen war geeignet die große Masse der strenggläubigen jüdischen Bevölkerung mit der öffentlichen allgemeinen Schule ansznsöhncil, während die i!ntelsagm,g dieser Befreiung diese«« großen Tbeil der jüdischen Bevölkerung zu schwerer Gewmenskollision führt und in der Folge eise Verminderung des Schulbesuches seitens der Kinder dieses Thciles der jüdischen Bevölkerung bewirken wird, eine Eouscqucnz, welche ebenso vom allgemeinen cultnrellen, als auch vom staatlichen Standpunkte höchst dcklagcnswcrrü ist und in Angesicht welcher der minutiöse didaktische Grund der-Äushebung dieser Befreiung sehr gering in die Wagschate fällt und füglich übergangen werden kann. Gestützt ans diese Gründe bittet der ergebenst gefertigte Ausschuß des Vereines „Schomer Israel:" Euer Excellenz geruhen zn verfügen, daß die bis nun an den Sabbaten gewährte Befreiung der jüdischen Schuljugend vom Schreiben und Zeichnen auch weiters zn crtheilen sei. (Lcmb. Jsr.) Prerau, 14. Mai. Freitag nsn? wurde hier das älteste Mitglied unserer Gemeinde S 'rr.2 ty-uxn p,d? unter Bethciligung der gesammten Gemeinde bestattet. Er erreichte das selten hohe Alter von 92 Jahren. In dieser an wahrhaften etnt so armen Gegend verdient das Vorleben dieses Mannes einer rühmlichen Anerkennung. Er war ein p.iw2 Tctm des großen Landrabbinen jf: naxzrw 'ama h jmNcn am und die hochherzigen Prinzipien seines großen Lehrers, verstand er in dem Verkehre seiner Gesinnungsgenossen sowohl, als auch im alltäglichen Leben anznpagcn. Bis zum letzte«! Augenblicke befaßte er sich mit mm, und dem Schreiber dieses, sagte er anläßlich eines Besuches während seiner kurzen Krankheit, daß ihm schwierige Stellen nmpn irmiro, oft die ihm von Aerzten empfohlene Ruhe rauben. Es war ftannenerregend wie er aus Verlangen jede beliebige, rurn von cmon nsr» mit mua-o «vortgetreu citiren konnte. Seine eiserne. Ausdauer und Glaubensstarke, die sich bei keinem Aulaffe verlcuguetc, verscharren ihm gcger« jede Modification und Ncnerungsmanie den gervisfen Sieg. Eine mißbilligende Gcberde, ein Wort genügte, um das Gespenst, das heute Fortschritt genannt wird, zu bannen. Jederzeit war er ein pra 12«).', wo mnjn mm, wenn auch nur eines:ruo halber, bedroht waren. In ihm verliert nnserc Gemeinde den wahrhaften nans2 ‘n awp, die Dürftigen eine Stütze, das Illdeiithnm chu* Säule, snndirt ans mm O'ion iiub «vir tunffett leider ansrnsen Varr

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