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Der Israelit · 1886-05-20 · Heft 40 (20.5.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 40 (20.5.1886)
Date
1886-05-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVL-Jahrgang. JVS 4O. : - Er« ' Aentrat - Hrgan für das orthodoxe IudenIHum. Herausgegcbeu von vr. Lehurarm iu Mainz. Donnerstag, den 20. Mai SS4S <L88S). Leitende Artikel. Die Sprüche der Mter. IR. Buch, zweite Abtheilnng. VII. Mainz, 17. Mai. „Er (Nabbon Iochanan den Sackai) pflegte zu sagen: Wenn alle Weisen. Israels in einer Wagschale wären und Elieser ben Horkinas in der andern, so würde er sic alle überwiegen. Abba Schaul sagte in seinem Namen: Wenn alle Weisen Israels in einer Wagschale wären, und Nabbi Elieser ben Horkinas sogar bei ihnen, aber Rabbi Elasar ben Arach in der andern, so würde er sie alle überwiegen." Der Widerspruch, der in diese» beiden Anssprüchen zu liegen scheint, hat die Erklärer unserer Maßcchtha vielfach beschäftigt. „Wenn alle Weisen Israels, also auch Rabbi ben Elasar ben Arach mit ihnen gewogen werden sollten, so würde die Weisheit des Rabbi Elieser ben Horkinas sie alle nberwicgen; und dann wird behauptet, daß Rabbi Eleasar ben Arach alle Weisen, Rabbi Elasar ben Horkinas mitinbegriffcn, an Weisheit übertreffe. Die einfachste Lösung dieses Widerspruchs ist die, daß in der That Rabbon Iochanan ben Sackai nur eines von Beidem gesagt hat nit^n nm Ttr-ri. Einer seiner Schüler, der in unsrer Mischnah nicht genannt wird, der Nvp tun, hat die Worte des Meisters so anfgefasit wie sie in dem ersten Satze unsrer Mischnah wicdergcgebcn sind, während Abba Schau! die Worte Rabbon Iochanan'« anders verstanden hat. Diese Lösung ist zwar sehr einfach, aber lvenig befriedigend, und schon Bartinora suchte die Gegensähe ausznglcichen. „Ich fand in einem Manuscripte," schreibt er, „die Ansicht ausgesprochen, daß Rabbon Iochanan ben Sackai Beides gesagt habe und Leides der Wahrheit entspreche. In Bezug auf die Fülle des Wissens und des Gedächtnisses war die Weisheit des Rabbi Elieser die überwiegende; jedoch übertraf ihn Rabbi Elasar ben Arach in Bezug auf Scharfsinn und Dialektik. — Der Vertreter dieser Ansicht ist, wie wir aus dem Midrasch Schmuel ersehen, der hochbcrühmte Radbenu Ionah. Die Frage, was den Vorzug verdiene,"die Fülle des Wissens oder die Größe des Scharfsinnes wurde einst den Weisen des heiligen Landes zur Entscheidung vorgelegt, als man in Babylonien bei der Einsetzung eines Schuloberhauptes zwischen dem jnngen, aber äußerst scharfsinnigen Rabbah und dem vielgclchrten Raw Joseph die Wahl hatte. Alan kleidete die Frage in die folgende Form: :cnn ipiy in ’J’d rpj? mr« „Wer verdient den Vorzug, derjenige, welcher dem Berge Sinai gleicht, auf dem gleichsam einst die ganze Thora sich befand, oder derjenige, welcher vermittelst seines Scharfsinnes gleichsam die Berge entwurzelt?" — die Antwort lautete: : N'v'n naV p~is bn» '§o „Sinai verdient den Vorzug, denn Alle bedürfen dessen, der Kornvorräthe aufgespeichert hat." (Am Schlüsse des Tractat Horioth.) Demnach wäre der Vorzug dem Rabbi Elieser ben Horkinas zugesprochen,, der ja ein n,o r.rc 12N2 die gesummte Tradition in sich ausgenommen und nichts davon wieder verloren hatte. Wie konnte demnach Rabbon Iochanan ben Sackai in dein zweiten Aussprache dem Scharfsinne den Vorzug geben? Dcßhalb wollten einige Erklärer sagttt, daß in der That der große Ccharssittn den

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