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Der Israelit · 1886-05-17 · Heft 39 (17.5.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 39 (17.5.1886)
Date
1886-05-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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jüiVlL Jahrgang. : Berlage jw Nr. 39 des Israelit. Zeit««gsuachrichte» und Corresponderrzerr. Deutschland. Aus der Provinz Pose». Eine reiche Wohlrhäügkeits-Spende ist von Herrn Gutsbesitzer Rohr in Breslau, einem geborenen Poscner, der jüdischen Gemeinde in Posen gemacht worden. Das jetzt bestehende Krankenhaus derselben ist nur sehr klein und kann mir den ihm zu Gebot stehenden Mirteln den Ansprüchen nicht genügen. Uni nun einem dringenden Bedürfnisse abzuhelfen, hat der hochherzige Geber der Gemeinde hunderttausend Mark zum Bau eines neuen jüdischen Krankenhauses geschenkt. Hannover, 10. Mai. Herr S. Landau, Zögling des Berliner Rabbiner-Seminars, ist als Nachfolger des Herrn Dr. Otitzki zum Stistsrabbiner von Hannover gewählt worden. England. London. In einem neuen Bau des Metropolitan-Free-Hospital werden 40 Betten für jüdische Kranken ausgestellt und eine besondere Küche errichtet, in welcher rittrelle Kost für jüdische Patienten zubereitet wird. Feuilleton. Joseph Sakomon Aekmedigo.*) Im Jahre 1631 beschloß die isr. Gemeinde zu Frankfurt a. M. einen Gemeindearzt anznstellen, der die Armen unentgeltlich behandeln solle. Die Wahl fiel aus keinen der Frankfurter Acrztc, sondern man suchte ähnlich wie den Rabbiner auch den Gemeindearzt lieber auswärts und fand einen solchen in Joseph Salomon Delmedigo, der damals zu den gefeiertesten jüdischen Männern zählte. Eine sefielnde Erscheinung dieser Sohn des Lbcrrabbiners von Eandia. Im Besitze gründlichen Wifiens ans allen Zweigen des jüdischen Schriftthums, ausgerüstet mit der genauen Kenntnis; der *) Aus .Jüdische Acrzte in ftranffuri a. M." 4*on Rabl'incr Dr. Ho ro wist. — 2i:ir jclicit uns vcranlastl, diese tressliche Sli;;c einem tzrostcn rcsepubNeum vvrznsüdrrn, da in dem «^eschichlöwerte des Prosrsjor (^räst über den in der Nrdcrschrist genannten grasten Mann ln gan; leichtfertiger ^Bcise — es in das ja dev Herrn delannte Mattier — der Stab gedrochctl «rnd derselde alö ^Henchlcr" dargesteilt rvird. altklasfischen Sprachen und mächttg des Spanischen und Italienischen, hat er die Universität zu Padua besucht. Dort widmete er sich der Mathematik, den Naturwissenschaften, der Philosophie, und in der Sternkunde war kein geringerer als der berühmte Galilei sein Lehrer, der ihn zur Beobachtung der entfernten Wcltkörper mit dem Fernrohr in der Hand anrcgte. Halte sein feuriger Geist in diesen Studien Genüge gefunden, so fühtte ihn sein Drang nach einer dem Allgemeinen zugewaudten Wirksamkeit zum Studium der Medizi», die er im Alter von 23 Jahren erlernt hatte und zum Berufe erwählte. Doch ehe er in die Thätigkeit trat, ttieb cs ihn, die weite Welt zu sehen. Er ging nach dem gebildeten Venedig, dann nach dem Orient, mit dem die mächtige venetianische Republik um die Herrschaft rang, zunächst nach dem Wunderland des Nils, nach .Kairo, wo er bei den berühmtesten jüdischen und mohamedanischen Mathcniatikern Gegenstand der Bewunderung war, von dort nach Konftantinopel, wo er von einem Meister der Kabbala auf die Verwandtschaft der Gcheimlehre mit der Philosophie des Plato aufmerksam gemacht wurde. Das genügte dem schwärmerischen Verehrer des griechischen Weisen, um sich mit einer wahren Gier aus die Erforschung der Kabbala zu werfen, die bald vor feinem Scharfblicke kein Geheimniß mehr hatte. Von Konstantinopel, wo er einen Kometen beobachtete, ging er über Jassy nach Polen, Preußen und Litthauen, wo er der Hofarzt des Fürsten Radziwill wurde. Aber auch als Hofarzt versammelt er um sich eine große Schaar von wißbegierigen Schülern und hält an den Sabbaten Vorträge über Talmud, Bibel und Rasch! in großen Lersamlnlungen, ist bald in Wilna, bald in Lublin, wo die Gelehrtesten ihre Probleme ihm zur Lösung vorlegen. Allein der Wandertrieb ist in ihm noch nicht zur Ruhe gekommen, er geht nach Hamburg, wo er ebenfalls als Arzt und Lehrer wirkt, von dort nach Glückstadt, und da er dort, wie er sich witzig ansdrückt, weder Glück, noch eine Stadt fand, wendet er sich nach Amsterdam, wo er 1628 zu den gefeiertesten Gelehrten gezählt wird. — Inzwischen hatte er zahlreiche Abhandlungen und größere Schriften verfaßt, Freunde drängten , ihn zur Ver» össenttichung seiner Werke, und ein stattlicher Band wurde von Mcnasse bcn Israel, dem berühmten .j'fiii fi

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