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Der Israelit · 1886-05-17 · Heft 39 (17.5.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 39 (17.5.1886)
Date
1886-05-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Tö Mechamah. XIX. „Was Äillst Du, Trude"? fragte Rabbi Elasar, als die alte Sabbatfrau schluchzend zu ihm in's Zimmer trat. ^„?lch, liebster, bester Herr 3!abbi,"" cntgeguete -ic Angeredcte, ihre Thränen trocknend, „„ich bckte buch, rhut nur den einzigen Gefallen, und nehmt diese fünf Goldgulden von mir!"" „Fünf Goldguldeu? Wie kömmst Tu zu so vielem Gelde?" Auf's Neue fing die Alte an zu weinen. „„Nehmt das Gold, ich bitte Euch, es verbrennt mir die Hand! Pater Anselm hat gesagt, ich käme auf ewig in die Hölle, wenn ich Euch das Lündengeld nicht abgebe. Da, nehmt es hin!"" „Das Sündengeld? Was hat das zu bedeuten? Sage mir doch zuvor, woher Dir das Geld geworden?" „„Ich kaun's Euch nicht sagen. Aber nehmt cs, ich bitte Euch fußfällig, nehmt es, damit ich der Höllenpein entgehe. Schon fühle ich den ewigen Brand in allen meinen Gliedern, und der Teufel srrcckt seine Krallen nach mir aus."" „Aber warum denn?" „„Well Ihr das Geld nicht nehmen wollt."" „Was habe ich mit dem Gelde zu schaffen? Ich nehme kein Geld, das mir nicht gehört." „„Aber es gehört Euch. O bitte, nehmt es doch!"« „Nein, das Geld gehört nicht mir; ich habe seit langer Zeit nicht so viel Geld beisammengehabt." „„Aber, was Eurer Tochter gehört, ist doch Euer Eigenthum; Ich wollte das Geld Ncchamah geben; allein Pater Anselm hat darauf bestanden, daß ich es Euch geben muffe."" „Auch Nechamah hat noch niemals so viel ^,eld besessen. Wie lann es ihr gehören?" „„Es ist der Erlös für das Niugclein, das ich ihr genommen."" „Das.Ringelein, welches Ncchamah verloren?" „„Sie hat es nicht verloren; ich habe eS au mich genommen."" „Du hast es gestohlen!" „„Nein, Herr Rabbi, gewiß nicht. Hans Wyler, der Wirth zur goldnen Kanne, wo meine Mechthilde dient, sagte, es sei ein Zauberriug, und ich Lhäte ein gutes Werk, wenn ich ihn an mich nähme."" „So bringe Anr den Ring wieder!" „„Das kann ich nicht. Der Ritter hat den Ring mit sich genommen."" „Welcher Ritter?" „„Der Ritter, welcher in der goldenen Kanne Quartier genommen und mit welchem Hans Wyler und dcffen Küfer hinweggezogen sind. Hans Wyler versprach mir, daß mich Pater Anselm bei der Beichte absolviren werde. Der aber wurde füchsteufelwild, schalt mich eine Diebin und befahl mir. Euch diese fünf Goldgulden zu geben."" „Und woher hast Du dieses Gold?" „„Das kann ich Euch nicht sagen."" „Du brauchst es mir nicht zu sagen; es ist der Sündenlohn, den Dir der Ritter für den gestohlenen Ring gegeben. Trude, Trude, was hast Du angestellt! Gott gebe, daß Du uns nicht Allehast unglücklich gemacht!" „„Ich bitte Euch, Herr, nehmt das Geld, damit ich nicht in den Höllenpfuhl versinke!"" „Das Geld nehme ich nicht. Bringe es dem Pater Anselm und sage ihm, ich lasse ihn bitten, es an die Armen zu vertheilen." Weinend entfernte sich das Weib. Der Rabbi fetzte sich nieder und stützte das. sorgensschwere Haupt mit beiden Händen. „Ich fange an," sagte er vor sich hin, „die Jntrigue zu durchschauen. Ich. mutz Frau und Tochter davon in Kenntniß setzen; ich darf ihnen die Sache nicht länger verheimlichen." Er ging an die Thüre, öffnete sie And rief Frau und Tochter herein. „„Was willst Du, 9iabbi,"" fragte Frau Breindel, „„mache schnell, sonst brennen die Knödel an."" „Lasse sie nur verbrennen!" „„Mein Gott, was ist passirt, daß ich die Knödel verbrennen lassen soll?"" „Setzt Euch und höret mir zu. Ein schweres Verhängnis; bedroht uns. Möge Gott es gnädig abwenden!" ,,„O, sage mir, mein Vater,"" rief Ncchtimah ängstlich, „„wie geht es meinem Daniel, betrifft cs ihn?""

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