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Der Israelit · 1886-05-13 · Heft 38 (13.5.1886) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 38 (13.5.1886)
Date
1886-05-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Z&irsssaaxcasxBSBizz^ «66 verurtheilen läßt. Die Genchrsoerhandkmgeu find hier ganz kurz, ohne Protokoll, ohne Sraersanwalr und ohne Verlheidiger. Der Mvchtar ist zugleich auch der Notar der Gemeinde und inrervenitt er daher auch beim Aufsetzen der Lenaim (Ehecrmrracte), dann auch bei Gruud- und Häuserverkaufen: für alle seine Amtshandlungen bezieht er bestimmte Sporteln. Das Amt eines RKrLLars ist daher hier ein sehr gesuchtes, da es eine schöne, wenn auch nicht gesicherte Existenz, der Emir kann ihn zu jeder Zeit absetzen, verschalt. Jeder Muchtar muß jedoch bei seiner Ernennung eine bestimmte Abgabe an die Staatskasse entiichten. Es ist hier eine alte n:-n (Beschluß), daß das Amt eines Muchtar und das des Rosch Hakahals unserer Gemeinde nicht in einer und derselben Person vereint sein dürfen, damit dieselbe nicht zu mächtig sei. Unser, jetziger Muchtar, Mulen Zakub, ist sehr angesehen bei unserem Emir, und verdankt er dies seiner besonderen Ehrlichkeit und seinem tüchtigen Geschäftsgeiste. Ta es nämlich hier in Khilva kein Geldinstitut gibt, dem man seine Ersparnisse anverrrauen könnte, so leiht der Emir seine Gelder unter der Hand auf Zinsen aus, für deren gehöriges Einfließen er auch schon zu sorgen weiß. Sein ganzes Vertrauen in dieser Hinsicht besitzt nun unser Muchtar, der sich bei seinen Geldgeschäften der Mithilfe seiner zwei Brüder, die Sarafs (Geldwechsler) sind, bedient. Auch war unser Muchtar schon zwei Mal in Oreuburg, um dort für seinen Gebieter Waffen und russische Staatspiere anzukausen. Seit einiger Zeit pflegen auch europäische Kaufleute., Engländer, Franzosen u. s. w. unser Khanat zu besuchen — ein französisches Haus unterhält hier in Khiwa sogar einen Agenten zum Ankäufe von Rohseide und Seidenfabrikaten, und jetzt unterhandelt eine englische Gesellschaft mit dein Emir behufs Ankaufs Zeines großen Stück Landes zur Anlegung von Baumwollplamagen auf demselben — um hier Geschäfte zu machen, und sie alle wenden sich sogleich cm Zakub. da sie wissen. daß er eine Person» grata beim Emir und dabei auch ein ehrlicher und tüchtiger Geschäftsmann ist. Außer dem Muchtar besitzt der Emir auch vier jüdische Hoflieferamen, deren Stellung ebenfalls eine gute ist. Im Vergleiche nun zur Stellung unserer Glaubensbrüder im beuachbanen Ähanare Dokhara ist die unsere immerhin eine glänzende und dürfen, uns auch unsere Glaubensgenossen im russischen Reiche darum beneiden, da wir hier frei und ungehindert unseren Geschäften obliegen können. (C i » g e s a u d t.) Bei der .Victoria* feiern die Beamten und Vertreter in dem Abschlüsse der bnndertsren Million, den freudigen Moment der Vollendung des ersten großen Abschnittes in der (beschichte ihres treuen Wirkens zur Ehre und zum Ruhme ihrer Anstalt und der Zufall will es» daß die Feier des Abschlusses der hundertsten Million fast auf den Monat zusammenfällt mit dem 25jähr. Jubiläum der ßröffnung des Lebeus-Verficherungs-Gefchäftes der .Victoria" überhaupt; denn die crfte Lebens - Verstcherunas - Police, welche der Herr Direcror (5relinger für die .Victoria* bez. die »Allgemeine Gisenbahn-Vcrsicherungs-Gesellschaft* aussertigte. fertigte er unterm 1. April 1861 aus. *) Die .V ictoria* kann mit Befriedigung auf den Weg zurnckblicken, den sie mir diesem Abschnitt durchmesten und auf das. was ne auf ibm als Errungenschaft aufzuweisen vennag. das gibt ihr gewiß nicht nn'nder Veranlassung, sich ihres Daseins in guter Zuversicht zu erfreuen. Die 1853 gegründete »Victoria* nahm das Lebens- Versicherungs-Getchäft. wie bemerkt, erst im Jahre 186k auf. Am ersten des Monats Mär; batte der Versicherungs- Bestand die Summe von S3.96S.266 Mark erreicht. *) Der erste Versicherte der »Victoria* war der Kaufmann Herr Heinrich Joseph Schneid er in (5ö!n, geb. am 10. Apr. 1810. Für den folgenden Theil ist die Meimetion nicht verantwortlich. 6^ie hiesige Rabbinerstelle ist vacant und soll wieder besetzt werden, (nnkommen ca. 2700 Mark. Bewerber, welche akademisch gebildet und nrm mm von gekannten Autoritäten haben, wollen sich unter (Hnsendnng ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten 'Vorstand melden. Reisekosten werden nickt vergütet. C> a m t e r. 23. April IHKi;. (2428 Vorstand der jüd. vorporatiou. Ein Zlabbiner, jung, akademisch gebildet, mit guter Rednergabe. der den Religionsunterricht ertheilen und auch einen Theil deS Gottesdienstes versehen must, wird zu Reujahr 1877 bei 3000 Mk. JahreSgrhalt gesucht. Der Borstand der Svnagogen Gemeinde 267l) Reifte. k^ür ein jüdisches Hotel auf Rorderneo O wird zur Badesaison per I. Juli bis 15. Sept. d. I. ein brrvährter, streng religiöser Schocher gesucht. Lalarr pro Woche l5 Mark und freie Station. Reisekosten werden nicht erstattet. Meldungen mit Originalzeugnist'en oder beglanb. Abschriften und bis spätestens 2.'». d. M. (u senden an A. Levy» Oberlehrer. 2665) 'Norden. **■'* ii''> y^.VrlF-

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