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Der Israelit · 1886-05-13 · Heft 38 (13.5.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 38 (13.5.1886)
Date
1886-05-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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•' n * \ XXV1L Jahrgang. ZeitaugsrrachrrchLea snb Corresporrdeazerr. 11 Deutschland. I Würzburg. Deur Jahresbericht des israelitischen Lehrcrvereins für das Königreich Bayern vom sechsten . Jahre seines Bestehens 1885 cnt- II nehmen wir: I Kurz vor Ablauf des Jahres trat für unseren if Bercin ein wichtiges und, wie wir hoffen, folgest reiches Ereigniß ein. \i Die Kgl. Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg theiltc uns mit hoher Entschließung!t vom 2. Januar ds. Js. folgende höchste Ent- H schließung mit: » München, 25. Dezember 1885. „Seine Majestät der König haben der von dem jf israelitischen Lehrervcrein für das Königreich Bayern zi mit dem Sitze in Würzburg mit einem Kapitale von 9099 Nt. 24 Pf. begründeten Wohlthätigkcits-!i stiftung unter dem Namen: „Unterstützungssüftung jj des israelitischen Lehrervereins für das Königreich ■ Bayern" die Allerhöchste Landesherrliche Bestätigung zu ertheilen geruht." Hiernach hat die K. Negierung, K. d. I., das k Weitere zu verfügen, zu welchem Behufe die Bei- ' lagen des Berichtes bezeichneten Betreffs vom 21. Oktobers l. Js. mit Ausnahme je eines Exemplars der Satzungen und des Jahresberichtes pro 1884 anruhcnd zurückerfolgeu. gez. Dr. Frhr. v. Lutz. gez. v. Giehrl. Durch diesen Akt erreichte der Verein das langst erstrebte Ziel, das keine Körperschaft, welche Vermögen erwerben will, entbehren kann, die Fähigkeit nämlich, dieses Vermögen auf eigenen Slawen zn verwalten und zu dessen Vertretung nöthigenfalls die Gerichte in Anspruch zu nehmen. Außerdem genießt von jetzt ab das Verciusvermögen den - Schutz des Staates. Mit Siecht dürfen wir hoffen, daß diese Sicherstellung recht viele veranlassen wird, dem Vereine vermehrtes Vertrauen entgegcnzubringcn und das für die Zukunft gesicherte Vermögen zu vermehren. Zu dieser Hoffnung glauben wir um so mehr berechtigt zn sein, da der Verein, welcher bisher bloß sammelte, auch bereits begonnen hat, die bei seiner Gründung beabsichtigten Wohlthaten auszuüben. Es ist zwar ein kleiner Betrag, den wir verwenden konnten; aber die Mitglieder des Vereüis werden sich mit uns freuen, wenn sie hiedurch erfahren, daß wir bereits den Anfang mit der Vertheilung an 4 Wittwcn, 2 Doppelwaisen und 5 einfache Waisen gemacht hahen, denen wir auf Grund des von der Generalversammlung zu Würzburg (15. August 1883) festgesetzten Hochstbetrages die Summe von 312,50 M. zukommen ließen. Wir hatten in diesem Jahre die höchste Einnahme seit Bestehen des Vereins. Wir bitten die Freunde und Gönner des Vereins, uns ferner ihr Wohlwollen zu bewahren; es sind ja Wittwen und Waisen, für die wir bitten und leider ist deren Zahl im vergangenen Jahre gewachsen. Altona, 5. Mai. Vor circii 4 Monaten verstarb in einem Logirhause in Hamburg ein unbemittelter junger Mann ans Russisch-Polen,, den man stets für einen Nichtjuden hielt und auf' dem Centtal-Friedhof in Ohlsdorf begraben hatte. Vor Kurzem traf nun aus der Heimath des Verstorbenen die Mittheilung ein, daß derselbe jüdischer Eonfession sei, und daß von seinen Angehörigen, welche von seinem Tode gehört hätten, das Verlangen gestellt werde, den Todten auf den jüdischen Begräbnißplatz beizusetzen; da die Verwandten sich gleichzeitig erboten, die dadurch entstehende Kosten zu decken, so wurde gestern die Leiche exhumirt und auf dem jüdischen Friedhofe.beigesetzt. L u x e mb u r g. Luxemburg. Unser Rabbiner Herr Dr. Blumen st ein ist Freimaurer. Ich kenne von der Freimauerei kaum mehr als den Namen und kann daher nicht beurtheilcn, ob es für einen Juden und gar für einen Rabbiner zulässig ist, Freimaurer zu sein. Für ein hiesiges clericales Blatt, das „Luxemburger Wort" liegt Judenthum und Frcimaucrci in einem Topfe, es bekämpft beide mit derselben Verbissenheit und ist Im Allgemeinen als - nichtsehr wählerisch in seinen Kampfesmitteln bekannt. Wenn man daher die Aeußeruugen dieses Blattes auch nicht immer sehr ernst nehmen kann, so verdienen doch die Bemerkungen, die es in seiner Ausgabe vom 4. April d. I. über diesen Gegenstand macht selbst dann einige Beachtung, wenn sie •Pe*ag*z

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