Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1886)
- Date
- 1886-08-12
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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1124 mir geworden V Durch Sie wurde es mir vergönnt, Vlüthc entfalten und wiederum in herrlicher Schon mich dem edlen Berufe zu widmen, der leidenden Menschheit ein Helfer zu sein. Denken Sie noch daran, liebe Olga, dag wir uns eiuft Herr Doktor und Frau Doktor tUuürtcu? Sie stehen jetzt allein in der LvTlt." Gewähren Sie inir da« große Glück, für Sie als Ihr Gatte sorgen zu dürfen. Meine gute Mutter wird sich glücklich schätzen, in Ihnen' eine liebevolle Tochter zu finden."" Olga fing an bitterlich zu weinen; sie mußte sich setzen. Dr. Leßmann nahm ihr gegenüber Platz. Olga rang nach Fassung, und es gelang ihr, einigermaßen ruhig zu werden und ihre Thränen zu trocknen. „Herr Doktor", sprach sie, „„Sie beschämen mich durch Ihre Güte, die ich leider nicht verdient habe. Ich hatte den Freund meiner Jugend in unverantwortlicher Weise vergessen; ich war ein eitle», vergnügungssüchtiges Weib geworden. Jetzt bin ich alt und vergrämt; nicht alt an Jahren, aber an traurigen, bitteren Erfahrungen, die meine Jugeudblüthe zerstört haben. Sie sind, wiewohl fünf Jahre älter als ich, ein junger, schöner Mann. Warum wollen Sie sich mir opfern? Die schönsten und besten Jungfrauen unseres Volkes würden sich durch Ihre Wahl beglückt fühlen. Wählen Sie eine Blume, die noch nicht vom Unwetter berührt, in voller Pracht sich entfaltet. Ich fühle, meine Kraft ist gebrochen und ich welke dahin. Wenn Sie mich unterstützen wollen auf dem dornenvollen Wege, der mir bevorsteht — ich werde Ihre Unterstützung nicht verschmähen. Nicht aber werde ich .so selbstsüchtig sein, zu gestatten, daß Sie mir Jhr Lebensglück opfern." „„Olga"", sagte Dr. Leßmann in innigem Tone, „Du verkennst die Verhältnisse vollständig. Ich habe niemals aufgehört. Dich zu lieben, und Dein treubewahrtes Bild, das stets in meinen! Herzen wohnte, hat mich bis jetzt daran gehindert, eine Lebensgefährtin zu wählen. Olga, die Tage der Trauer und des Schmerzes sind für Dich vorüber. An meinem Herzen wirst Tu Dich zu neuer heit strahlen wie ehedem. Aber - wenn das auch nicht wäre: nur Du allein besitzest mein Herz. Keine andere Liebe wird jemals darin Raum haben. Das Kapital, das Du mir einst geliehen, habe ich Dir zwar zurückbezahlt; aber die Zinse» wirst Du genießen in Glück und Freude, in Frohsinn und Gesundheit. Unser Beider Glück hängt von Deinem Entschlüsse ab."" „O, Dn Guter, Lieber, Edler," rief Olga, aufs Neue in Thränen ausbrechend, „ich bin Deiner nicht Werth!" Eine Sttlnde später war Frau Leßmann in Köln im Besitz eines Telegramms, welches ihr dieVerlobung ihres Sohnes mit der verwittweten Frau Comnnssionsräthin Olga Zantow anzeigte. Drei Monate nachher wurde in aller Stille das Hochzeitsfest gefeiert. Dr. Leßmanns Prophezeiung ging in Erfüllung. Olga erholte sich bald. Mtt der zurückkehrenden Schönheit kamen jedoch die Eitelkeit, die Genußsucht und die Gefallsucht nicht wieder; sie wurde ihrem Manne eine hingebende, liebevolle Gattin, ihrer Schwiegernnttter eine zärtliche, fürsorgende Tochter. Ihre erste Ehe war kinderlos gewesen. Jetzt umgibt die beiden Gatten eine Schaar blühender, gutgearteter Kinder, welche der Stolz und die Freude der Großniutter sind. KätSsek. (Hebräisch.) 23U ~ spring' ich hin uns her. 2ald bergauf und bald berguuter. 2in ein Thier, recht klink und munfer; jKIil _1 wünscht mich jedes Leer. Lehrer Schlesinger, Mergentheim. Keöräisches Kcttenrätßsek. Ans folgenden 30 Buchstaben sollen iS einstlöige Wörter gebildet werden, derart, dast jedes Wort mit dem Buchstaben ans2r.gr. mir welchem das vorgehende Wort endet. w fw >4 f '. *« f» , * , * ,-W r-. t * *» . , Lebrer A. Schiemann, Bruttig a. d. Mose!. Leramsorrliche Äedacrion: Or. Lehmann in Main;. — c^eLinon große gleich: 45. Lrrr-Z und Verlag von Oscar Lehmann in Main;.