Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1886)
- Date
- 1886-08-12
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Mortam i'v' *pN’ *n sein fiMWWflcs Aurtsju' bilännr, waS unsere Wmembe um so mcl)v veranlasjte, diesen Tan festlich zu begehen. da der verehrte Obrrhirt seine fünfzigjährige Dienstzeit nicht in mehreren CSicmchibc» nacheinander, sondern einzig und allein in unserer Stadt, in die er 1S3« seinen feierlichen Einzug hielt, znrncklegte. Die eigentliche Feier begann nun am erwähnten Tage um S Uhr Nachmittags mit einem Gottesdienste im hiesigen großen Tempel, der, wie üblich mit nvx imb fai p*i6 seinen Anfang nahm. Beim Lorlesen aus der Thora, als der greise Jubilar zur Thora gerufen wurde, da ftinnutc der Chor das N2'Lr> ’*i mm an, ein Gesang, welcher die ganze Gemeinde, die sich eben zu Ehren ihres Oberhirten erhoben hatte, ungemein ergriff. Nach dem Lesen aus der Thora recitirte der Jubilar ein von ihm für den heutigen Tag eigens verfaßtes Gebet, in dem er vor Allem Gott dankte, daß er ihn bicfcii Tag hatte erreichen lassen und hernach auch dessen Segen auf seine Herde herabflehte. Zugleich gedachte der Jubilar auch aller jener Edlen, Frommen und Guten, die von ihm wahrend seiner fünfzigjährigen Amtsthätigkcit zu Grabe geleitet wurden. Nach Schluß dieses Gebetes stimmte der Chor wieder pns ui rn-)' 12m an, worauf dann Prof. Rabbiner Giuseppe Jare die Kanzel bestieg und die Festrede hielt, in der er die Gemeinde daran erinnerte, was für ein großes Licht und eine herrliche Perle sie in ihrem Oberhirten besitze, der eine Leuchte der italienischen Juden genannt werden darf. Stach Schluß der Predigt stimmten Jubilar, Chor und Gemeinde das fen an. Zu Ehren des Tages war der Tempel heute, wie an einem Festtage geschmückt. — Am vergangenen 1. d. Bits, verschied im benachbarten Padua Cav. Marco Lnzzati, Vater des bekannten italienischen Parlaments-Dcpntirten, im Alter von 78 Jahren. Der Verstorbene war zwar ein schlichter Kaufmann, aber ein grundehrlicher. Mann und ein ehrcnwerther Character. — Der Besitzer der bekannten Möbelfabrik in Venedig, Eleazar Gugeuheim, wurde wegen seiner Verdienste um. die Hebung der dortigen Industrie, zum Ritter des Maurizius- und Lazarmsordens ernannt. Der hiesige Patriot Giuseppe Finzi wurde vorn Könige in den Senat berufen. — In der jetzt in Venedig stattfindcuden Ausstellung der schonen Künste befindet sich auch ein Bild von Frl. Letizka ('rer) Luzzatto, Landsleute ans dem Venetianischen vorstellend, das allgemeinen Beifall sinder. — In der Gemeinde zw Aunco besteht noch der schöne Gebrauch, daß der Rabbiner an den Sabbaten zwischen dem Pessach- und Schabuothfeste Nachmittags im TempcC—einen kleinen Vortrag hält, dessen Sujet gewöhnlich ans der laufenden Sidra oder ans den hon ps (Sprüche der Vätergenommen wird. Auch Heuer hielt der dortige Rabbiner M. Sorani solche Vorträge, worauf bann am Schlüsse derselben die Genieinde ihrem Seelsorger cm Bankett gab, das sehr freudig verlies. Selbstverständlich fehlte es dabei auch nicht an Toasten und Gesang. E n g l a n d. London. Unser Glanbensgenosse Herr Abraham Hoffnnng, wurde zum Ehargü d'Affaires des Königs von Hawii bei der britischen Regierung ernannt. M 0 lt t e n c 8 r 0. Antivari im Monate: ns r**i rrn crom* (Wir waren vaterlose Weisen.) Dieses Motto paßt ganz vortrefflich ans die im Fürstenthume zerstreut lebenden Juden. Bis zum letzten türkisch-russifchmonteuegrinischen Kriege 1877, existirte in Montenegro. wo es weder einen Handel noch eine Industrie gab, auch nicht ein einziger Jude. Nach Beendigung dieses Krieges erhielt dann Montenegro einige zerstreut liegende Brocken vom türkischen Reiche mit einigen wenigen Juden auf denselben. Später wurden auch zwei oder drei jüdische Aerzte aus Oesterreich in den montenegrinischen Staatsdienst berufen, da unser erlauchter Fürst bei der Anstellung von Beamten zumeist nur ans deren Tüchtigkeit, auf deren religiöses Dekenntnkß aber nur wenig oder gar nicht schaut. Jndeß zu einer Gemeinde oder nur zu einem Minjan haben wir es bisher noch immer nicht gebracht und so ist Montenegro neben Norwegen der einzige Staat Europas— in Spanien und zwar in Madrid und Barcelona existiren schon kleine jüdische Gemeinden — in dem kein jüdisches Gcmeiulebcn zu finden ist. Palästina. Jerusalem. Das von unserem amerikanischen Glaubensgenossen Samson Simpson hinterlasscnc Legat von 50,000 Dollars zur Verbesserung der Israeliten Palästina«, ist, wie wir vernehmen, der bei Sased gelegenen Eolonke Ben Jehnda übergeben worden. Die Mitglieder dieser Colonie sind alle türkische Untcrthanen und mit dem Ackerbau und den Verhältnissen des Landes vertraut. Amerika. In Los Begas wurde eine Synagoge erbaut. Dieselbe ist das erste jüdische Gotteshaus in Nen-Mexiko.