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Der Israelit · 1886-08-12 · Heft 64 (12.8.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 64 (12.8.1886)
Date
1886-08-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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'ifilanc )u f* -es Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Dem Hebräisch-Phöttizischeu Sprachzweige angehörigc Lehnwörter in hieroglyphischen und hieratischen Texten. Von Dr. I. H.Bondi (aus Mainz). Leipzig 1886. Ein junger Gelehrter bietet uns hier die Erst- - linge seiner gelehrten Forschungen. Derselbe hat das Alt-Aegyptifche, die Sprache der Pharaonen und der nye »dct, zu seiner besondern Domäne erwählt. Zugleich mit einer gründlich hcbräisch-talmudischciiBildnng ausgeftattet, lag es ihm nahe, die aus diesem Sprachschätze im Alt-Aegyptischen sich vorfindenden Lehnwörter zu behandeln, was unsres Wissens der erste Versuch auf diesem Gebiete ist und der dcßhalb, wie wir vernehmen, von den betreffenden Fachgelehrten freudig begrüßt wird und reichliche Anerkennung findet. Der mehrhundertjährige Aufenthalt der Israeliten im Reiche der Pharaonen konnte auf das ägyptische Volk nicht ohne Einfluß bleiben, und so finden sich in den erhalten gebliebenen Denkmälern dieser alten Literatur eine Reihe von Wörtern, welche der hebräischen Sprache entlehnt sind worden. Der Versaster spricht nicht von solchen Wörtern, die mit den im Hebräischen vorkomnienden sprachliche Verwandtschaft haben, sondern von denen, die geradezu aus dem Hebräischen ins Altägyptische sind ausgenommen worden. Die Arbeit besteht aus drei Thcilcn. Den Kern bildet der zweite Thcil. in welchem die Lehnwörter aus Beispielen erläutert werden und ihr hebräisches Prototyp ihnen zur Seite gestellt wird. Die Lehnwörter werden angetroffen auf Steindenkmälern, Popyri und Oftraca, und finden sich in fast allen Perioden der nach Jahrtausenden zählenden ägyptischen Literatur vor; solche Wörter sind; rr:y Jöcj. agaltlia) Wagen, nnyr (aeg. saartha) Haare, ror>c (äg. markabutha) Gespann. In einem Excurse behandelt der Verfasser das ägyptische Zeitwort masa, Ziehen, welches bekanntlich unsrem größten Lehrer den Namen gegeben. Wir hätten gewünscht, daß der Verfasser auch die andern, aus dem Aegyptischen ins Hebräische übergegangenen Worte wie ■pas, ruys sc. in den .Ureis seiner Betrachtung gezogen hätte. Die Worte n:yz n:cy sind sicher ägyptisch.und bedeuten: „Retter der Welt", ein Titel, ben Pharao dem Joseph gegeben. Weniger bekannt dürste es sein, daß im <sifrc, Anfang des 5». B. M., *pax mit erklärt wird, was offenbar dasselbe wie „Alabarches" ist, ein Titel, welcher nach Josephns dem Obcrhaupte der alexandrinischen Juden zukam. In den griechischen Lexicis wird das des Josephns als ein Wort von unsicherer Ableitung bezeichnet: es wäre interessant zu erfahren, ob es aus dem Aegyptischen stammt und mit -p2N zusammenhängt/ Das gleichlautende griechische Wort bedeutet': Schreiber, Zollpächter. Wir hoffen, bald weiteren Arbeiten des jungen Gelehrten zu begegnen und wünschen ihm zu der Anerkennung, welche das erste Produkt seines Fleißes gefunden, von Herzen Glück. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Heidelberg. Unter den fremden Dclegirten bei der Jubiläumsfeier der hiesigen Universität befand sich Herr Jules Oppert, Mitglied des französischen Instituts, welcher die Akademie der Inschriften vertrat. H o l l a n d. Rotterdam. Unser jüdisches Wittwenhaus, bekannt unter dem Namen „Hofie van C4errit de Koker“, feierte jüngst sein 100jähriges Jubiläum. Das Institut, welche gegenwärtig 7! Jnsaßen zählt, wurde im Juli 1786 von Herrn Jerrit, dem einzigen Sohn des Michael de Koker gegründet. Nach dem Tode seines Vaters und seiner Schwester vermachte er sein ganzes Vermögen dieser Anstalt. Die Lenesizlanlinneil erhalten außer .einer begnemen Wohnung noch eine monatliche Geldnntcrsiützung. Ferner ist in dem Vcrmächtniß stipulirt, daß au Wittwen, die in dem Asyl keinen Sri; finden, ein gewimr Geldbetrag vertheilt werden soll. Italien. Mantua im Juli. Samstag, 16. Silvan beging unser allgemein verehrter Oberrabbiner Marco mWJJJWMMP

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