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Der Israelit · 1886-08-12 · Heft 64 (12.8.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 64 (12.8.1886)
Date
1886-08-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVn. 3-hr«a„g. t M «4, Ein Kentrat - Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Herausgcgcben von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 12. August 5646 (1886). Leitende Artikel. Aie Sprüche der Wäler. 11. Buch, zweite Abtheilung. YXJY Mainz, 9. August. : n^Erüi ynw r«np3 tht 'in „Sei sorgsam in Bezug auf das Kriath Schema und die Thephilla!" Diese Sorgsanikeit muß sich auf die verschiedensten dabei in Betracht kommenden Verhältnisse erstrecken. Zunächst auf die Zeit. Die hellige Schrift hat fiir das Kriath Schema den Zeitpunkt des Niederlegens und des Aufstehens bestimmt. Unsre Weisen umgrenzen diese Zeitbestimmungen auf das Genaueste. Die Zeit des Niederlegens beginnt mit dem Anbruche der Nacht und währt bis um Mitternacht. Beide Grenzen haben jedoch ihre Ausnahmen. Bei dem gemeinsamen Gebete in der Synagoge ist es gestattet, das Maariw-Gebet gleich nach dem Minchahgebet zu verrichten; ebenso darf man es auch noch nach Mitternacht beten, bis zum Anbruche des Tages, wenn man es vorher versäumt hat; die eigentliche Mizwah aber ist sogleich beim Anbruche der Nacht. — Tie Zeit des Kriath Schema am Morgen währt vom Anbruche des Tages bis nach Verlauf eines Viertels des Tages, welches immer nach den im Wechsel der Jahreszeiten verschiedenen Tageslängen berechnet wird. Die Einhaltung dieses Termins beharf namenttich in den langen Sommertagen der größten Sorgfalt. — Der Ort, an welchem man sein Gebet verrichten will, muß rein sein und frei von üblen Gerüchen; es darf daselbst dem Auge sich nichts Unanständiges darbieten. — Auch der eigene Körper des Betenden muß rein und anständig bekleidet sein, selbst daun, wenn der Mensch sein Gebet in der Einsamkeit verrichtet. — Beim Lesen des Schema muß ein Jeder die Absicht haben, damit das Gottesgebot zn erfüllen. — Das Lesen selbst muß mit der größten Sorgfalt geschehen. Die Worte müssen richtig und deutlich ausgesprochen werden; jeder Consonant, jeder Boca! muß zu seinem Rechte gelangen, und alle Regeln der richtigen Aussprache müssen beobachtet werden. Bor Allem muß man sich hüten, gleichlautende Consonanten, mit denen das eine Wort schließt und das andere beginnt, zusammenznziehen; s. z. B. -pi> fea ■ man spreche nicht becholewowcho, sondern bechol — lcwowcho; ferner ist es nothwcndig das Aleph nach dem Menl deutlich auszusprechen, so bei mw cn\s-n damit man nicht „urißcmaußau" sage. —Mehr noch als alle diese äußeren Dinge ist nothwendig die Andacht^ des Herzens und namentlich das Lerständniß depen, was man sagt. Wer den ersten Vers des Schema nicht mit voller Andacht spricht, hat seine Pflicht nicht erfüllt. — Biele Leute sind der falschen Ansicht, daß sie nur durch Reden nicht unterbrechen (p'zsa-sein) dürfen; sie winken mit den Händen, nicken mit dem Kopfe oder geben unarttkutulirte Töne von sich, um Andern ein Zeichen zu geben. Wer solches thut, lehren die Weisen (Joma 19), von dem heißt es: Nicht Mich hast Du angerufen, Jakob! (Jesaias 43). Was in unsrer Mischnah unter Tephillah verstanden wird, ist dasjenige, was wir im gewöhnlichen Leben mzy rurr (18) nennen, da dieses Gebet ursprünglich aus achtzehn Bcnedictionen bestand, während eine neunzehnte später eingeschoben wurde. Man kann darin drei Abtheilungen unterscheiden, und zwar: die drei ersten Benedictionen, die dreizehn mirtteren, und die drei leyren. Tie drei ersten Segcnssprüche verkünden den Ruhm des allmächtigen Gottes, wie auch unser großer Lehrer Moscheh,

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