Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-05-03 · Heft 35 (3.5.1886) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 35 (3.5.1886)
Date
1886-05-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449634--24218-2513920
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

&XVii.3airgagg. ZeLtsrgssachrichtey mib CsrrespssLesze». Deutschland. Breslau. Dem Jahresbericht der hebräischen Unterrichts-Anstalt über das Schuljahr 1885/86, von Rabbiner D r. P. Neustadt entnehmen wir: Am 6. April 1885 fand die öffentliche Prüfung der Schüler vor. einem zahlreichen Auditorium statt. Am 12. April erfolgte die feierliche Entlassung des Abiturieuten David Sander aus Kurnik (Pr. Posen) und die Einführung eines neuen Hilfslehrers Herrn Leopold Cohn. Auch die übrigen Schulfeierlichkeiten wurden wie herkömmlich und unter zahlreicher Betheilung von Eltern der Schüler und Freunden der Anstalt abgehalten, so am 20. Mai die rvpvV-Fcier, am 6. December die nmm-Feier. Freie Borträge von Schülern und Schülerinnen aus dem Unterrichtsgcbiete (hebräisch mit deutscher Ucbersetzung) wechselten mit Gesang ab. Mit der elfteren war zum ersten Male eine Prüfung der neugebildetcn Mädchen-Abtheilung verbunden. Die seit Mitte Februar v. I. vacant gewordene erste Lehrerstelle ward auch noch während des Sommerhalbjahres durch Hilfslehrer interimistisch verwaltet. Am 26. August wurde Herr Leopold Le Yens gewählt. Seine Einführung erfolgte am 2. Oktober. Mit der Anstellung des neuen Lehrers wurde in der Anstalt auch eine neue Institution getroffen, nämlich ein Hiltsunterricht im Hebräischen für diejenigen Schüler, welche durch Collision von öffentlichen Schulstunden von der einen oder der anderen Unterrichtsstunde in der Anstalt dispcnsirt werden mußten; und zweitens eine Nachhilfe für diejenigen Schüler, welche durch Nichtbesuch der öffentlichen Schule am Sonnabend, oder durch Fernhalten von ra& btin im allgemeinen Unterricht zurückgeblieben waren. Der Unterricht ist in beiden Fällen unentgeltlich. Möge auch diese Einrichtung, die gleich von Anfang an fleißig in Anspruch genommen wurde, von dauerndem Segen begleitet sein. Der^ Gottesdienst hat auch im verfloffcueu Schuljahre feine sorgsame Pflege gefunden, die Schüler wurden -um Vorbeten, wie zur Torahvorlksung angeleitet und in der von der Anstalt mtterhaltenen Synagoge praktisch verwendet. Leider ist cs uns noch immer nicht geglückt aus Mangel an Fonds für dieselbe ein entsprechendes geräumiges Lokal in paffender Gegend zu erwerben. DaS neue Lokal, das wir am 29. Mai bezogen, kann nur als ein vorübergehendes betrachtet werden. Dazu kommt, daß auch der Unterricht der Mädchen, der bisher nothdürstig in Nebenräumen der Synagoge crtheitt wurde, ein besonderes Schullokal erfordert, ebenso wie der Unterricht der Knaben m der Liturgie und den Gegenständen des rabbinkfchen Wissens. Hoffentlich wird uns auch hierbei die Hilfe Gottes wie bisher nicht verlassen und das begeistette Entgegenkommen unserer Glaubensbrüder, überall da wo wir für unsere heilige Religion und die Erziehung der Jugend in derselben zu kämpfen hatten, wird uns auch weiter erhalten bleiben. Die Schule wurde am 12. April 1885 mit 144 Zöglingen eröffnet, hinzutraten 36, so daß die Zahl der Schüler, welche am Unterricht der Anstalt - theilnahmen, ISO betrug. Die nengebildete Madchenabtheilung zählt 21 Schülerinnen. An der Anstalt unterrichten vier Lehrer (von -denen zwei akademisch gebildet) und zwei Lehrerinnen. .... Tie Einnahmen betrugen 7352 M. die bis auf 27 M. verausgabt wurden. Ocfterr.-Ungar. Monarchie. Pesth. Ein schreckliches Verbrechen wurde, wie man uns schreibt, am 6. d. M. im Dorfe Facskü (Trcncsiner tt omitat) verübt. Der Fall ist folgender: Zwischen 8 und 9 Uhr Abends, alsderWirth Joseph Biel sich mit den Gästen, dem Vagbistriher Finanzwach - Abthcilungs - Leiter Laurenz PongrLcz und dem Schullehrer des Ortes unterhielt, wurden dieselben durch den Ruf: „Es brennt im Hofe!" erschreckt. Biel, ein 74jähriger Mann, konnte sich vor Schrecken nicht bewegen, PongrLcz ermahnte ihn, seine Wcrthsachen zu verwahren und ftürmfc hinaus in den Hof, wo thatsächlich die Scheune brennen begann. Unter den vielen Zuschauern wollte Niemand ans Löschen gehen und es wäre vielleicht das große Dorf bei dem herrschenden Winde dem. Feuer zum Opfer gefallen, wenn PongrLcz nicht selbst Hand angelegt hätte. Er ergriff ein tn der Nähe besindliches Holzgefäß und eö gelang ihm durch den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.