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Der Israelit · 1886-05-03 · Heft 35 (3.5.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 35 (3.5.1886)
Date
1886-05-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Hauses. WeserBau vmd etwas Mehr M 20090 Frrs. fetten, welche cnd der oben erwähnten Collccte LcftritLeu werden Mcu. Aechamah. xv. Zn seinem Studierzimmer saß Nabbi Eleasar, als ein Fremder, sich Lies verneigend, vor den Rabbi hintrat, seine Hand ergriff und sie an die Lippen führte. „Was ist Euer Begehr?" fragte der Rabbi. „„Wie glücklich bin ich"", entgegnete der Fremde, „„daß es mir endlich vergönnt ist, den hochberühmtcn, gelehrten Rabbi zu schauen, dessen Ruf die ganze Welt erfüllt! Aus weiter Ferne bin ich hergewaudcrt, um mich an der Lehre Eures Mundes zu erquicken. Als Knappe, im Dienftemeincs "Herrn, des Grafen Heinrich von Basscuheim, lebte ich bis jetzt am Hofe des Kaisers. Da lernte ich Euren Neffen, den ruhmreichen Daniel von Gernsheim kennen, und ich bewunderte sein edles Thun, seinen reinen Charakter und seine von größter Menschenliebe erfüllte Seele. Und ich sprach zu mir: Nur durch seinen Glauben kann ein Mensch so gut und edel werden. Ich bat ihn, mich in der jüdischen Religion zu unterrichten. Er aber sprach: Mein lieber Franz, nicht habe ich die gehörige Muße, hier an des Kaisers Hoflager, Dich genügend zu belehren. Ist es aber Dein aufrichtiger Wille, das Gesetz Mosis kennen zu lernen, so wandere nach Worms zu meinem Oheim, der ein hochgelehrter, weltberühmter Rabbi ist, und bitte ihn in meinem Namen, daß er Dich einführe in die Hallen der jüdischen Weisheit; denn ich habe Dein treues Herz erkannt und weiß, daß Du , richtig belehrt, ein frommer Jude werden wirst. — Ich habe nach feinen Worten gelhan. Nun bin ich hier angelangt und bitte Euch fußfällig, Rabbi, weiset mich nicht zurück und nehmet mich auf als Euren Schüler. Fleißig will ich lernen, bis ich Alles weiß, was nothwendig ist, und wenn Ihr mich würdig befindet, so möget Ihr die Beschneidung an mir vollziehen."" Erstaunt hatte ihm der Rabbi zugchört, ttitcnmi betrachtete er jetzt den Fremden, der in denmthiger Haltung vor ihm stand. Es war ein schöner, junger Mann von vornehmem Aeußern, der eher einem Ritter als einem Knappen glich. „Haft Du", fragte der Rabbi, „ein Schreiben von Daniel?" „„Nein,"" antwortete der Fremde. „„Herr Daniel meinte, es sei nicht ohne Gefahr, wenn er mich schriftlich Euch empfehlen würde. Gehe nur hin, sagte er, mein Oheim wird schon Deinen reinen Sinn erkennen und Dir die nöthige Anleitung nicht versagen."" „Mein Sohn", sagte der Rabbi, „es ist ein gefährlich Ding, das Du verlangst, gefährlich für Dich und für mich. Weißt Du, daß, wenn ich Dir willfahre, das Gesetz über uns Beide den Tod verhängt?" „„Ich weiß es, Rabbi, Allein, was ist dies kurze Läen int Vergleich mit der ewigen Seligkeit, die ich durch Euch zu erlangen hoffe? Belehret mich und nehmet mich in das Judenthum auf, und mein heißester Wunsche würde sein, für die Religion die ich bekenne, als Märtyrer zu sterben."" Wohlgefällig schaute der Rabbi'auf den schönen Jüngling, dessen Herz so sehr sich sehnte, die Wahrheit zu erfaffen und für sie sich zu opfern. „Hast Du," fragte er, „vielleicht ein Auge auf ein jüdisches Mädchen geworfen?" Betroffen blickte der Fremde dem Rabbi ins Angesicht. Dieser glaubte die wahre Sachlage errathen zu haben und fuhr zu reden fort: „Du darfst, wenn Du mein Schüler werden willst, mir die geheimsten Gedanken Deines Herzens nicht vorenthalten." „„Nein,"" sagte der Andere, „„ich kenne kein jüdisches Mädchen, das ich heirathen mochte."" „Versprichst Du Dir vielleicht", ftagte der Rabbi weiter, „irgend einen weltlichen Vortheil von Deinem Uebcrtritte zum Judenthum? So wisse, wir Juden sind arm, gedrückt und verfolgt, und wer sich uns anschließt, muß dieses harte Loos theilen." „„Ich erwarte nichts als den himmlischen Lohn im jenseitigen Leben." „Auch als Christ kannst Du Dir diesen erwerben, wenn Du brav und redlich Deine Pflichten zu erfüllen Dich , bestrebst. Wir Juden haben gar viele Gesetze und Vorschriften zu beobachten, an die man, um ihnen nachzukomnlen, von frühester Jugend ans gewöhnt sein mutz." .

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