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Der Israelit · 1886-04-15 · Heft 30 (15.4.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 30 (15.4.1886)
Date
1886-04-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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aus der Sklaverei bestelle. Tie Bibel spricht daher vonZsan als von einer den Israeliten all gemein bekarmLeo Stadt: ^uud Hebrou ward sieben Zähre vor Zoan in Egypten tibaiii" heißt es in Numeri E. 13. v. 22., weil dieselben eben in dieser Swdt mü» deren Umgebung einen mehrhundertjahrigen Aufenthalt genommen hatten. Jakob'S Sohn, Josef, kam als Sklave nach Egypten, da die kaffebrauuen Egupter mit Vorliebe die weißen Syrer und Syrcrümen als Sklaven ankanftcn. Obgleich nur: Josef in diesem Lande volle achtzig Jahre — er zählte bei seiner Thronbesteigung 30, bei fernem Tode dagegen H0 Jahre — gelebt und davon den grössten Theil als Vertreter des Königs zugcbracht hatte, so fand sich bisher doch noch keine Hieroglyphen — Inschrift, oder eine Papyrusrolle oder wenigstens ein Steingebilde vor, das an ihn und seine Thate» crinnenr würde. Die Hieroglyphen erzählen uns wohl von einem Könige Snfi, der durch zwei Menschenalter über Egypten geherrscht hatte, und wollen daher einige Egyptologcn in diesem Herrscher den Josef erkennen, was indcß eine zn kühne Eombinatton ist, da Joses bei den Egyptern doch Zofnat Paneach hieß. Wie nachhaltig indessen Josef auf die Geschicke Egyptens eingewirkt hatte, das ersieht mau auch daraus, daß sein dem König Pharao unterbreiteter und von demselben auch genehmigter Vorschlag, sämmtliche Felder Egyptens als Kroncigenthum zu erklären und dieselben dann ihren bisherigen Besitzern nur als Pachtgnt zu überlassen, noch heute im Nillande im Principe aufrecht erhalten wird, da die Bauern hier, wie in . keinem anderen Lande der Welt, von dem bebauten Boden einen Pachtschilling zahlen müssen. Der Khedive ist daher nebst der Herrscher zugleich auch der alleinige Grundbesitzer Egyptens. Zur Zeit Joscf's muß Egypten schon eiuen hohen Grad der Cultur und Bildung erreicht haben, denn man findet aus jener Zeit Möbel, Glasarbeiten, Schmucksachen, Kleidungsstücke, Waffen, Geräthe u. dgl., deren Eleganz und Feinheit der Arbeit den unsrigen nur wenig nachstehr. "Auch die Malerei stand damals schon auf einer sehr hohen Stufe und exiftirte bei den Egyptern auch der Gebrauch ein Bild des Tobten in dessen Sarg zu legen. Diese Bilder sind nun so vortrefflich gemalt, daß man sie für das Werk eines italienischen Meisters halten könnte. Das Land Goschen, wo Josef seinen Vater und seine Brüder ausiedclte, lag in dem Gebiete, das sich heute zwischen dem Nil und dem Suezkanalc erstreckt und zwar östlich von der Stadt Tanms oder Zoan. Anssättig ist cs jedoch, daß Pharao dieses Land Goschen nannte (Genesis E. 47, V. 0), während Josef es wieder Namscs hieß (ibid. B. 11). Dieses läßt sich indcß dadurch crklärco, daß Josef dieses 1 Land zu Ehren seines Königs, der wahrscheinlich st Ramses hieß, nach demselben benannte. Den Ls- I] men ÄaursrL führten nämlich mehrere eapptische Äöf? iiigc und scheint dieses eine militärische Bezeichnung für vollbrachte Heldenthatev gewesen zu sein. Ücb:rhaupt dürste Josef während seiner langen AmtstharrgkeiL mehrere Könige den 2.yroa Egyptens besteigen gesehen haben. Wahrscheinlich ist cs jedoch, daß Josef nicht bis an sei» Lebensende, also durch volle achtzig Jahre die vicekönigliche Würde bekleidete, sondern schon mehrere Jahre vorher, wegen seines vorgerückten Alters enrhobm worden war. oder sic freiwillig niedcrgelegt hatte, worauf er sich nach Goschen zurückzog, um dort m Mitte seiner Brüder und deren Nachkommen seine LcbevStagc zn ' beschließen. Daher erklärt es sich auch, warum keiner seiner beiden Söhne in den egyptischen Staatsdienst trat, und wcßhalb der Pharao, der bald nach Joscf's Tod den Thron bestieg, diesen gar nicht kannte *p*.% nx jrr -cx. Dieser hatte den Josef wahrscheinlich nie zu Gesichte bekommen, da Letzterer in Zurückgezogenheit in Goschen lebte. Auch erzähtt uns die Bibel gar nicht, daß die Egypter den» Joses bei dessen Tod irgend welche Ehren erwiesen hätten, eben well er damals kein Amt mehr bekleidete und nur eine einfache Privatperson war. (Schluß folgt.) A m e r i k a.. Nach einer New-Aorker Meldung ist der Schach-Wettkampf zwischen Steinitz und Zuckertorr, j beide Juden, um .die Meisterschaft der Welt und um \ einen Preis von 4000 Dollars beendigt. Steinitz hat gesiegt. Er hat von zwanzig Partien zehn gewonnen. Mechamay. XII. Als Daniel sich von feinen Lieben in Worms verabschied^ hatte, blickte» diese ihm noch lange nach, bis er ihren Augen entschwunden war. Da brach die Nabbincrin auf's Nene in Thränen ans. „Ach," sprach sie, „mein Herz ist so schwer, und mir ahnt nichts Gutes."

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