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Der Israelit · 1886-04-12 · Heft 29 (12.4.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 29 (12.4.1886)
Date
1886-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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?t**U-*-****r*1 XXVII. SalrgfiBj. ' ' ' : ' - ' J£ ZI. - ßentrat - Hrgan für das orthodoXe Judentum. . Herausgegebeu von Sr. Lehmarm m Mainz. Montag, den 12. 564$ (1886). 1 Leitende Artikel. I Kagadaß schck Weßach. r m;| Mainz, 8. April. 1 Durch eine Thassache erbringt der Verfasser der Hagadah einen Beweis, daß selbst die Wessen, Y? die Scharfsinnigen, die Erfahrenen, die Kenner der i? Thora nicht allein einander erzählt, sondern auch j j recht viel erzählt haben vom Auszuge aus Mizrajim,; f die ganze Nacht hindurch, bis der Morgen ange- ' - brochen war. Es ist eine erlauchte Gesellschaft, in i die wir hier geführt werden. Die größten Männer Israels haben sich in dem Orte Bne Berat zusammengefunden am Seder-Tische. Da ist vor Men Rabbi Elieser. Zum Unterschiede von andern Gelehrten desselben Namens nannte man ihn „den Großen." Nicht minder groß und bedeutend . war sein Freund und Genosse, Rabbi Josua (ben; Chananjah), und der Fürst Israels, Rabbi Elasar ’ ben Asarjah, und der berühmteste Rabbi aller Zeiten, Rabbi Akiba und dessen Freund und ehemaliger Lehrer Rabbi Tarphon. Diesen fünf Männern war das gemeinsam, daß sie eine weltumfassende Gelehrsamkeit besaßen, daß sie edle, fromme, heilige Männer waren und daß ihre gottgesegnete Thätigkeit für ihr Volk von der größten Bedeutung wurde; sie und noch einige ihrer Genossen waren die Erhalter der isr. Nation nach der Zerstörung des heiligen Tempels, nach der Auflösung des jüdischen Staates. Aber verschieden waren diese Männer, sowohl in Bezug auf ihre Eharaktere als auch namentlich in Anbetracht ihrer äußeren Lebensstellung, ihrer Erziehung; und ihrer Schicksale. r Rabbi Elieser hatte, um der große und bef deutende Mann zu werden, die größten Schwierigkeiten zu überwinden. Sein Vater Horklnas war den Wissenschaften abgeneigt und wollte seinen Sohn zum Landmanne erziehen; auch die Brüder des künftigen Lehrers von ganz Israel hielten zum Vater. Heimlich mußte der Jüngling dem Vaterhause entfliehen, um zu bcii Füßen des großen Rabbon Jochanan ben Sackai in den Geist der Gotteslehre cinzudringen. Bei Tag arbeitete er für den Lebensunterhalt bei einem Schmiede, bei Nacht studirte er; oft verdiente er nicht genug, um seinen Hunger zu stillen; niemals aber versäumte er den Vortrag seines Lehrers. Dieser, voll Bewunderung für den Fleiß und das Genie seines Schülers, söhnte ihn mit dem...Vater, aus. Nun gestalteten sich die äußeren Verhältnisse Rabbi Eliesers-sehr günstig; er Würbe nidjt allein toofyHjabcjtb, er trat auch durch seine Heirath in die Familie der Fürsten ein. Seine Gelehrsamkeit war allumfassend. Als einst Rabbi Josua das Lehrhaus Rabbl Eliesers in Lud besuchte, da küßte er den Stein, auf dem der gefeierte Lehrer zu sitzen pflegte und sprach: „Dieser Stein gleicht dem Berge Sinai; von ihm aus wird die ganze Thora gelehrt." Ganz anders gestaltete sich das Leben Rabbi Josua's. Seine Eltern liebten das Thora-Studium sehr und weiheten ihr Kind schon in zartester Jugend demselben. Die Mutter brachte den noch in der Wiege liegenden Knaben in das Lehrhaus, sammt der Wiege, damit die ersten Eindrücke, die das Kind . empfange, Thora und nichts als Thora seien. Nach der modernen Psychologie und Pädagogik (Beneke; Fortlage) sind diese ersten Eindrücke vielfach maßgebend für das ganze künftige Leben. Der junge Josna wuchs heran und wurde einer der vorzüglichsten Schüler des großen Rabbon Jochanan ben Sackai. An äußern Glncksgütern blieb er arm bis an sein Lebensende. Er mußte sich sein Brod als rvnv erwerben. Das Wort wird verschieden erklärt; die Eilten übersetzen es'mit „Kohlenbrenners

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