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Der Israelit · 1886-04-08 · Heft 28 (8.4.1886) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 28 (8.4.1886)
Date
1886-04-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXVlL ZLhrgiWZ. I ■ m tz > #w i; l ZettNVgsnachrichtes rrrrd CorrefposdesZsn. Deutschland. Berlin, 4. April. Am heutigen Sonntag fand Ln der isracl. Synagengemeinde Adaß-Jisro el die erste statutenmäßige Wahl der Vorsteher, deren Stellvertreter, sowie der Repräsentanten und deren Stellvertreter statt. Zu den drei ersten Vorstehern wurden die Herren Bankiers Samson Rosenderg, Hermann London und Packscher gewählt. — Zugleich sei die Bemerkung bekgesügt, daß von den wahlberechtigten Mitgliedern dieser Gemeinde kein einziges den Sabbat öffentlich verletzt, daß die Statuten in ihren principiellen Punkten an die Musterstatuten der Frankfurter Religionsgenossenschaft sich anlehnen und daß, wie ich von competentester Seite höre, allem aus den von Ihrem Frankfurter Correspondenten und der Redaction betonten Gründen den Sabbatverletzern nicht von Vornherein der Eintritt verwehrt werden soll. Sötherr, 4 ApM. Herr Dr. Marcus Olitzki, Zögling des Berliner Rabbiner-Seminars und bisher Sttftsrabbiner in Hannover, ist, nachdenr er am letztvergangenen Sabbat Hierselbst eine Probepredigt gehalten hatte, zu unserem Rabbiner gewählt worden. Die Probepredigt fand so sehr den allgemeinen Beifall, daß die Wahl dieses Herrn bereits Sabbat Abend einstimmig erfolgte. Ru ß I an d. Trftis rm Kaukasus. Drei Jahre sind kaum noch vergangen, seitdem die Russen die Oase Merw mit der gleichnamigen Stadt, wenn man 30,000 Filzhütten und Zelte, die von einer starken Mauer umgeben sind, überhaupt eine Stadt nennen kann, besetzt haben, und schon beginnt die Einwirkung der europäischen Civilisation, Cultur und Bildung, auf die dortige Bevölkerung sichtbar zu werden und edle Fruchte zu ttagen. Durfte noch vor drei Jahren kein Christ, wenn er nicht den Kopf abgeschnitten haben wollte, anders wie als Muselmann verkleidet, diese Stadt betreten, so befinden sich heute schon — Merw wurde bckamttuch von der« Nüssen nicht erobert, sondern hat sich freiwillig denselben ergeben und wird daher seine Bevölkerung mit besonderer Schonung behandelt — nebst zahlreichen christlichen Beamten und der russischen Garnison daselbst, auch viele christliche Kauffente und ^ndwerker, daun auch einige russische Aerzte, daselbst, die eine stattliche europäische Colonie bilden und die mit der dortigen Bevölkerung in schönster Einttacht und Harmonie leben. Was aber das jüdische Interesse besonders zu erregen verniag, ist, daß mit dem russischen Czar zugleich auch die Nachkommen Jakob's in Merw eingezogen sind und mm daran gehen, sich dort häuslich Niederzulassen. Merw ist zwar schon eine uralte Stadt, sie stand, d. h. die alte (217 p.) von den Persern zerstörte Stadt, schon zur Zeit Alexander's des Großen, nur. hieß sie damals Margiana; nichtsdestoweniger hat noch nie ein Jude daselbst gewohnt, und schon das bloße Betteten derselben von Seite eines Inden war mit großer Lebensgefahr , für denselben verbunden. Die nempn ym »rfes (Sendboten aus dem heiligen Lande) waren daher gezwungen, wenn sie von Persien an den Amu-Darja gelangen wollten, um die jenseits dieses Sttomes in den Khanaten von Khiwa, Bokhara, Khokand und. Waha gelegenen (Gemeinden) zu besuchen und von ihnen Geldspenden für die Kolelim und Jeschiboth in Jerusalem, Tiberijah u. s. w. zu sammeln, das Räubernest Merw beiseite zu lassen und einen großen Umweg über Herat, Maimene und Balkh zu machen, um so an ihren Bestimmungsort zu gelangen, oder sie mußten sich von den Scheikhs und Notablen Merws behufs sicherer Passirung dieser Stadt einen Geleitbries für die Hin- und Rückreise nin theurcs Geld erkaufen, wobei gewöhnlich ein beträchtlicher Thcil der in Ccuttal-Asien gesammelten Almosen in die Taschen dieser Scheikhs und ihrer Freunde floß. Dabei mußten noch die Sendboten beim Passiren der Stadt und Oase Merw das nöthige Trinkwaffer für sich und ihre Reitthiere mit schwerem Golde bezahlen. Nun, heute ist das nicht nrehr so arg und Dank dem steten Vordringen Rußlands in Mittelasien und der Furcht, die es daselbst verbreitet, stehen die Stadtthore von Merw heute auch schon den Juden offen und wie lange wird 'es dauern, wird sich auch ein jüdisches Gotteshaus inmitten dieser Stadt erheben. Die südlich von Merw und zwar auf dem Gebiete, das bisher weder zu dieser Stadt noch zu Afghanisten gehörte, da daselbst unabhängige turkomanische Nomadenstämme hausten, mrd das jetzt tu Folge des jüngsthin zwischen -Rußland und England getroffenen Nebercillkommens i t

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