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Der Israelit · 1886-04-08 · Heft 28 (8.4.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 28 (8.4.1886)
Date
1886-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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. '*■} liVIL Kch^LLg. L m P E i n Aentrat- Grgan für das ortßodoXe Juden Hum. Herausgegebeu von Lehurauu w Mainz. Dounerftag, den 8. April L64S (1886). Leitende Artikel. K'agadah schek Mßach. - VN. Mainz, 5. April. „Waren wir auch Me weise. Alle scharfsinnig, Alle erfahren, Alle Wifser der Thora — so ist es uns dennoch Pflicht, zu erzählen vom Anszuge aus Mzrajim, und wer recht viel erzählt vorn Auszuge aus Mizrajim, der ist lobenswerth." Rabbi Jakob aus Dubno wirst in Bezug auf dlese^ZL-rts der fragt er, sollen wir.Derpflichtet sein, Gott für die Besteiung aus Mizrajim zu danken, da Er selbst doch das Galuth Mizrajim über Israel verhängt hatte, als das Volk noch gar nicht existirte mW es daher das Galuth auch nicht verschuldet haben konnte. So Jemand den Arm gebrochen, und ein Arzt heilt den Bruch , so ist er dem Ar^te zu großen: Danke verpflichtet. Wenn ihm aber der Arzt den Arm zerschlagen und ihn dann wieder heilt, ist der Geheilte nicht allein keinen Dank schuldig, sondern er hat sich noch über die erduldeten Schmerzen zu beklagen. Die zweite Frage ist die, warum derjenige, welcher am meisten erzählt von: Auszuge aus Mizrajim, lobenswerth sein soll. Unsre Weisen lehren im. Traktat Berachoth f. 54 by *p3D nhp dso njnn Hy yvh DTN-3"n iDien „derMensch ist verpflichtet für das Schlimme Gott zu preisen, gerade so wie er für das Gute dankt." Aus dem Wortlaute dieses Ausdruckes der Mifchnah, N2D7> by tqd «int? qbo , ist zu cutnehmen, daß Beides, Schlimmes und Gutes, ihm gleichzeitig vorliegt; für das Gute, für die Rettung ans Roth und Gefahr, dankt er aus eigenem Antriebe, und mm verpflichten ihn die Weifen, auch für die Roth und Gefahr, in denen er sich befunden, zu danken. Es lautet demnach die Uebersetzung: „Der Mensch ist verpflichtet zu preisen für das Schlimme, das ihm zugekommen, gerade so wie er . aus eigenem Antriebe für die Rettung dankte denn sonst müßte es heißen by wv njnn by yd? dtn :m rDiDn. Gewöhnlich sind die Menschen gern bereit, für die Rettung ans der Gefahr dankbar zu sein; allein, sie meinen, daß sie von der Roth und Ge- - fahr hätten ganz und gar verschont bleiben können. Aber unsre Weisen belehren uns, daß wir Ursache haben, Gott auch für die Schmerzen zu danken, die Diesen Gedanken* hat auch König Davide ausge-. sprachen (Psalm V. r.) v&va) -ion < msTN 'i. „Für Liebe und Sttenge lobsinge ich, - (für Beides) o Gott, preise-ich Dich!" Noch deut- - licher hat Elihu im 33. Capttet des Buches Hiob diesem Gedanken Ausdruck verliehen: Wohl hält sich der Mensch sür gerecht und fehlerstei; aber Gott - sendet ihm Schmerzen, damit er böse Werke lasse. So entzieht Gott seine Seele dem Verderben, errettet sein Leben von der drohenden Waffe.. — So ist auch das Galuth Mizrajim nur deßhalb überunsre Väter verhängt worden, um sie für den er- ' habensten Beruf genügend vorzubereiten. Sie mußten Alles verlieren, um aus der Hand des allmächtigen Gottes Alles wieder , zu empfangen. Nur so konnten sie das Volk Gottes werden, nur so konnten sie würdig werden, vor den Berg Sinai zu treten, um die Thora zu empfangen. Wenn Israel zu einem Volke herangewachsen wäre, wie die andern Völker der Erde, dann hätte cs sich gewiß wie die Andern geweigert, das schwerwiegende Joch der göttlichen Gebote ans sich zu nehmen. So aber, vom schrecklichen Sklavenjochc eben befreit, unter Wundern und Zeichen aus Mizrajim'S Fesseln gelöst, durch die Spaltung des Schilfmeeres vom sicheren Tode

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