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Der Israelit · 1886-04-05 · Heft 27 (5.4.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 27 (5.4.1886)
Date
1886-04-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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!;! I. i 483 - unsrer NestdsuZ recht vrr! zur HeöLng der RLiZismt rmÄ zur Lerdrettmrg derThorLkemmnß. Ler- ZuLmgen. ...... Verlief, SO März. Hertte beging Dr. Moritz Steinschneiders einer der hervorragendsten Bibliographen der Gegenwart, in rörgerlichrr Frische und geistiger Regsamkeit seinen 70. Geburtstag. Zu Proßnitz m Mahren geboren, verließ er frühzeitig die Heimath, um sich dem theologischen Studium zu widmen; er studirte in Wien und Prag und erlangte von der Universität Leipzig die Doktorwürde. _ Während Eines zweijährigen Ausenchaltes in Oxford verfaßte er sein bedeutendstes Werk, den Bodclanischen Katalog. In der denkwürdigen Nacht des 18. März 1848 Unterzeichnete Friedrich Wilhelm den für ihn ausgestellten Judcnpaß. Hier, in Berlin nahm er später mit Dr. Berliner den gerichtlichen Judencid ab. Jahrelang war er Erzieher der Brüder Grafen Lichuowsky und des Fürsten Lobkowitz. Später wurde er Direktor der jüdischen Mädchenschule, ohne hierdurch seine wissenschaftlichen Aufgaben aus dem Auge zu lassen. Er begründete ein eigenes Organ „Hebräische Bibliographie", gab für die Berliner und Münchener Staats- und die Hamburger SLadtbibliotheken Ka- Laloge hebräischer Handschriften heraus, gab unter dem Titel „Mamrah" lleberfetzungen orientalischer Dichtungen heraus und war auf fast allen Gebieten der jüdischen Literatur erfolgreich thätig. Bon seinen sonstigen größeren Werken sind zu nennen: „Aharon den Elias aus Nikodemicn des Karäers," „System der Religwnsphilosophie", „der Siddur des Saadja Gaon", „Bibliographisches Handbuch über die Literatur für hebräische Sprachkunde", „Zur psendoeprigraphischen Literatur, insbesondere der geheimen Wissenschaften des Mittelalters", „Alfarabi, des arabischen Philosophen Leben und Schriften", „Das arabische Schitrandsch," „Schach bei denJuden", „Polemische und apologetische Lttcratur in arabischer Sprache zwischen. Rtuslimen, Christen und Juden" und schließlich die von ihm gelöste Preisausgabe der Pariser Akademie: „Faire l’&mmeration compL et systemat des traductions hebraiques qui ont ete iaites au moyen äge, d’ouvragesde Philosophie et de Sciences grecs arahes ou meine laiins.“ Eine gewaltige Schaffenskraft ist es, ein unermüdlicher Fleiß, der uns aus den zahllosen Werken dieses Mannes entgegenleuchtet. Um so schmerzlicher muß cs jeden gcsetzcstteuen Freund der Wissenschaft au dem heutigen Tag berühren, daß Steinschneider, wie kein Zweiter Mischer Geehrter mehr, die Quelle derlWM, au§ örr er Weisheit und Ruhm geschöpft,' daß er in Haus und Familie dir heiligsten Sande des WdrfHen NeLigiongescheZ gelöst und im. prcMschen Leben die unverbrüchllchsten GlauöensvorsHrifren verleugnet hat, — er, der Direktor einer jüdischen Schule! — Zu seinem heutigen Ehrentage liefen von den verschiedensten Setten Glückwünsche m reicher Zahl ein. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde? übersandte ein herzliches EratulaLionsschreiben. Im Ramm der Hochschule erschien Dr. Joel Müller, im Namen des „Deutsch Israel. Gememdebnndes" überreichte Dr. Kr i stell er eine Adresse. Das Berliner Raböinat, der Prediger der Reformgememde? .folgten. Ferner überbrachten Glückwünsche Prof. Breslau, Justizrath Dr. Meyer, sowie Lehrer, Lehrerinnen und Schülerinnen der vom Jubilar geletteten Anstalt. Dr. I. Egers edirte zur Feier des Tages den „Diwan des Abraham ibn Esra" nach der einzigen hier auf der Köm'gl. Bibliothek befindlichen Handschrift; der Festschrift des Herrn Dr. Berliner ist schon an anderer Stelle gedacht worden. Endlich gingen noch viele Hunderte von Glückwunschtelegramme von deutschen und ö st erreich!-' scheu Gemeinden, von Lehrervereinen, wie von deutschen, englischen und ttalienischen Gelehrten ein. Oesterr.-Ungar.Monarchie. ' . Mierr, 1. April. (Abgeordnetenhaus). Der Anttsemit Türk beschwert sich über die große Anzahl jüdischer Studenten und Universitäts-Professoren, wogegen der Jungczeche Engel erklärt, die Wissenschaft kenne keinen konfessionellen Unterschied. R u ß lön d. Petersburg. Wie das „Journal de St Petersb." vernimmt, seien die Gerichte über die Nicht- Zulassung Fremder israelitischer Religion in Rußland übertrieben; es handle sich nur um subsistenzlose Personen. ' Mocherr-Kslerrder. Dienstag, 6. April, 1. Nissan, «nn »xi Mittwoch. 7. April, 2. Nissan, nnpn Freitag, o. April, 4. Nissan. Samstag, 10. April, ü. Nissan. PILS Sabbat-Auegang 7 Uhr 80 Min. (Mainzer Uhr). :TTi^aTr*z>'*ir~r*'

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