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Der Israelit · 1886-04-05 · Heft 27 (5.4.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 27 (5.4.1886)
Date
1886-04-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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LertrmZssschrßchtes Msv :;{;..- D c n t { <§ I a n b. '/ ■; - ‘ K«rkScKh§5 2. April. DerrsmelMcheObcrrath hat am Burimfest m den Synagogen des Landes GeldsaMMkmgen veranstaltet zur- Gründung eines Fonds für israelitische Lehrscminaristen. ,• Berlirr, 31. Mär^. Die vcrehrlichen MttgUcdcr des hebräischen Ltterctturvereins Mekize Nirdamdn werden erst in einigen Wochen die Zusendung des Jczira - Eommcntars von Jehuda Barzetoni erwarten körmen. Der Umfang des Werkes ist ein größerer geworden als anfangs berechnet war, daher erfordert auch die Fertigstellung eine längere Zeit. Die Aussage des ersten Jahrganges ist vollständig vergriffen. ' Für den zweiten Jahrgang svll hiermit der Anmcldungstermin bis zum 1ö. Mai d. I. verlängert werden. Spätere Anmeldungen können nur berücksichtigt werden, Lnsofcrn die geringe Anzahl der Mchranfiage dazu reichen wird. Der Druck der Vereinsfchristen, soweit ste die Fortsetzungen zum ersten Jahrgang betreffen, hat bereits begonnen.. Welche Schriften sonst noch im zweiten Jahrgänge erscheinen sollen, kann erst nach dem Abschlüsse der Abonnentenliste, welche zugleich die Summe der Jahresbeiträge feststellt, den geehrten Mitgliedern näher mitgethcllt werden. * Dr. Berliner. Berlin, 2. April. Ich erfahre aus Petersburg, daß die russische Botschaft und sämmtliche Konsulate angewiesen sind, unbeanstandet Paffe wieder wie bisher an Reflektanten (Juden) auszuhandigen. Crfrrrt, 1. April. Herr Dr. Feßler ans Mannheim ist als Nachfolger des Herrn Dr. Kroncr zu unserm Rabbiner gewählt worden. Dieser Herr verdankte feine Wahl einen! Zufalle, und das fam so. Der Weilburger Bezirksrabbiner Dr. Goldschmidt, der durch seine Stellungnahme zur Orgel nud durch seine „witzreiche" Erklärung gegen seinen Lehrer, Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer ‘"a, welcher ihm die tanras buuruo entzogen, zu einer gewissen Berühmtheit gelangt ist, hatte sich nämlich um die Erfurter Stelle bctvorbcn, und die Repräsentanten hatten Ihn bereits mit großer Majorität gewählt. Da — o SchiLfals Tücke! rechoö sich plötzkch ^uer der Herren KevralmLamen und brachte die ßkB erwätzute Erklärung zur KennLmß der Versammlung. Die Verlesung derselben rief «neu Stnrm der EuLrüftung hervor, von eurer Wahl des genannten Herrn konnte keine Rede mehr sein, Dr. GoldschmidL wurde mit aLen bis auf eine Stimme aögelehut und Dr. Feßler hatte gesiegt. Jene folgenschwere Erklärung hat den Ramm des Herrn Dr. GoldschmidL von der Kandidatenliste fürdasBrombcrger Rabbiuat im letzten Monrent climinirt, sie har ihn in Erfurt unmöglich gemacht, sie wird ein Menetekel für alle Zukunft bilden. Die Behauptung eines Rcsormblattes, daß von Außen her, irgend welche Beeinflussung versucht worden wäre, ist natürlich eitel Flunkerei^ der Widerstand gegen die Wahl des genannten Herrn ist der ureigensten Initiative unseres Repräsentantenkollegiums entsprungen. Schließlich sei noch die Bemerkung der-, stattet, daß der Schreiber dieser Zeilen absolut in 5 keiner Beziehung zu den Vertretungskörperschaftcu der hiesigen jüdischen Gemeinde steht, daß er aber im Uebrigen für die Wahrheit eines jeden Wortes sich verbürgt. : _ WiLkowo. Unsere Gemeinde hat einen großen Verlust erlitten. Unser Rabbiner, Herr S. Lewin, ist in ein besseres Jenseits eingetreten. Der Verstorbene, ein großer Talmudist, ein streng -religiöser Mann, hatte sich die allgemeine Liebe und Hochachtung der Gemeinde erworben. Seine segensreiche Wirksamkeit wird ihm ein bleibendes Andenken in unserer Mitte sichern. An seinem Grabe schilderte Herr Rabbiner Dr. Ehreuftttr aus Gnesen in beredten Worten die vielen guten Eigenschaften des Dahingeschiedenen. ro"sjn R um ä n i e n. Burkcrreft. Wie in Rumänien die Justiz gehandyabt wird, wenn cs sich um Juden handelt, erhellt ans folgenden Fällen : In einem Wirthshause zu Firgoveschte schlug der Untercomnlissär Janen Bütänsu mit einem Weinkruge den jungen Israeliten Albert Schwarr, weil er sich geweigert, mit ihm zn trinken, derart ans den Kopf, daß der Unglückliche in Folge dieses Schlages nach, zehn Tagen starb. Der Untercommissär leugnete die That nicht., erklärte vielmehr, daß er sich glücklich schätze, einige Jahre im Gefängnisse zu verbringen, da cs ihm gelungen, einen Inden zn tödtcn. Nichtsdestoweniger wurde er von den Geschworenen freigesprochcn.

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