Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 26 (1.4.1886)
- Date
- 1886-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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| I Sudes" statt, worauf die Schuschbinm, die mm mehrfach beschenkt werde», vom Bräutigam und der Kraut Abschied nehmen und nach Hause zurückkehrru. Hierauf verabschiedet sich die Braut von ihren I - Ettern und Geschwistern, die ihr nun mit' dem - I Segensspruche mn ^bsb ~n ns irraw: „Du bist unsere Schwester, werde zu Tausenden und Myria-! den" das Geleite dis zur Hauspforte geben. Das!; junge Pärchen begibt sich dann in seine neue Behausung, die mit dem Maaribgebet cingeweiht wird, woraus der junge Ehemann zum ersten Male Habdalah macht. An denselben tritt nun die ernste Pflicht heran, Brod in's Haus zu schaffen. I Feuilleton. ] WechamaH. I VIN. 1 An langen Tafeln — die ganze Gemeinde war zum Hochzeitsfeste geladen — speisten die Gäste. Die Reihe der Toaste hatte Daniel eröffnet. Anlchnend an einen Ausspruch der heiligen Schrift und an eine darauf bezügliche Talmudstelle feierte er die Tugenden des Bräutigams, der ihm nicht nur stets ein treuer Diener, sondern auch ein lieber Freund gewesen. „Wer ein Weib gefunden, sagt der weise König," — so schloß er seine Rede — „hat das wahrhafte Glück gefunden. Mein Frennd Rüben ist glücklich zu preisen, daß das Weib seiner Wahl die Gefährtin seines Lebens sein wird. Auch ich bin in der glücklichen Lage von mir Achnliches mitzutheilen. Die Tochter meines Oheims, des Rabbiners von Worms, habe ich mir erkoren, und sie wird unter göttlichem Beistände meine Gattin werden. Nächstes Jahr um diese. Zeit kehre ich nach Worms zurück, um das Hochzeitsfcft zu feiern." Lauter Jubel folgte dieser Mitthcilung. Alle Gäste erhoben sich von ihren Sitzen und drängten herbei, um dem verehrten Manne ihre Glückwünsche j darzudringen. \ „„Mögct Ihr recht glücklich werdensprach 1 der greise Rabbiner von Speyer, Rabbi Theoderos, i „„Ihr habt cs in reichem Maße verdient. Möge all das Gute, das Ihr unseren Glaubensgenossen bereits erwiesen, Euch den Segen des Allmächtigen l hcrbcisnhrcn } „Ich danke Ench, Rabbi," antwortete Daniel. „Ein Wunsch ans so reinem, heiligen Munde wird 1 gewiß Erhönmg finden vor dem Throne des All- 1 mächtigen."! Auch die andern Gäste wollten in wohkgesetzter Rede den Gefühlen ihrer Verehrung für den fnlfrr» | sichen Rath Ausdruck geben. Ta siel Daniels Blick 1 ans einen gepavzencn Kriegsnionn, der soeben zur | DHüre heremtrat. Er drängte sich durch all die Glückwünschenden hindurch nud eilte aus den Fremden zu.--- - i” " „Gottes Willkommen, Kurt," rief er ihm entgegen, „wie kömmst Du hierher? Was macht mein verehrter Gönner, Dein Herr, Graf Heinrich von Battenheim?" „„Ich bin schon in Worms gewesen,"" antwortete der Angeredete, „„um Euch dort zu suchen, und als man mir sagte, Ihr wäret gen Speyer geritten, bin ich hierhergceilt, Gott sei Dank, daß ich Euch hier gefunden. Ich habe Euch eine Botschaft auszurichten von meinem Herrn und Gebieter."" „Komm Kurt, setze Dich an die Tafel, , und iß und trink und erquicke Dich. Die Botschaft wird Zeit haben bis nachher." „„Wohl habe ich Hunger und Durst; allein mein Herr hat mir befohlen, keinen Augenblick zu versäumen."" „Hast Du ein Schreiben?" ' „ „Nein, einen mündlichen Auftrag."" „So folge mir." Daniel führte den Boten in das von ihm bewohnte Zimmer. „„Herr,"" sagte Kurt, „„mein hoher Gebieter, der Herr Graf von Baffenheim, läßt Euch bitten, schleunigst an das Hosiager des Kaisers zurückzukehren; es sei Gefahr im Verzüge."". . Daniel erbleichte. „Was hat sich ereignet, Kurt?" fragte er hastig. „„Ich wüßte nicht, daß etwas Besonderes vorgekommen wäre; allein, viele fremde Herren sind in jüngster an den Hof gekommen und da meinte der Graf, daß diese nichts Gutes gegen Euch planten."" „Wer sind diese Herren?" „„Bor Allen der großmächtige Herr Herzog von Schwaben. „So, der!" antwortete Daniel gedehnt. Herzog Ernst von Schwaben hatte bei den Inden in Hagenau eine Schuld contrahkrt, die et nicht hatte bezahlen wollen. Die Klage der Hage« nancr Inden war vor den Kaiser gekommen und durch Daniels Fürsprache zu ihren Gunsten entschieden worden. „„Graf Eberhard von Wiesenborn,"" berichtete Kurt weiter. Ein Knecht des Grafen hatte einen Inden erschlagen. Graf. Eberhard wollte seinen Knecht vor der Strafe schützen; allein Daniel hatte es durchgesetzt, daß der Mörder hlngerichtct tvnrde. . „„<Mrnf Rudolph von Rülzbach, Ritter Bruno von Wnlssingen.""