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Der Israelit · 1886-03-25 · Heft 24 (25.3.1886) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 24 (25.3.1886)
Date
1886-03-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XX VH- Jahrgang- Jmtitt Beilage jtt Ar. 24 des Israelit. Telegraphische Depesche. Vor Schluß des Blattes gehr uns folgende Depesche zu: ^London, 24. Mäi^. Depeschen aus Tanger melden, daß der Sultan von Marokko, Sidi Muley Hassan, seine Hauptstadt Fez vor einigen Tagen an der Spitze einer Armee verlassen hat, um einen Kriegszug nach dem Süden seines Reiches anzutreten und daß er für gestern, Dienstag, in der Hafenstadt Mogador erwartet wurde. Einige europäische Vertreter in Tanger haben sich'daher schon per Schiff nach Mogador begeben, um den Sultan dort zu begrüßen und mit ihm zu unterhandeln.! Auch die jüdische Gemeinde in Mogador hat große Anstalten getroffen, um ihrem Landesvater einen würdigen und festlichen Empfang bereiten zu könne». Hoffen wir daher, daß der Sultan während seiner Anwesenheit in Mogador der jüdischen Genleinde daselbst wieder ihre alten Freiheiten und Privilegien cinräumen wird." Zeitungsnachrichten und Correspondenzerr. D e n t s ch l a n d. Papenberg, 22. März. In unserer, .aus 18 Mitgliedern' bestehenden Synagogen-Gcineindc, wurde am -ra 's rar eine neue geschriebene Thorarolle, vom hiesigen verehrt. Franen-Verein gewidmet, eingeweiht. Dieselbe, von prachtvoller Schrift, wurde durch Vermittelung des Herrn Banguicr Eohen aus Aurich, in Pieck (Rußland) angefettigt. Am p"e^ Nachmittag 5 Uhr wurde die m*n tsd vom Hause der Vorsteherin des Frauenvereius von der ganzen Gemeinde feierlichst in geordnetem Zuge zur festlich geschmückten Synagoge gebracht. Am ras* fand die Weihe statt, indem zum ersten Male aus derselben vorgelesen wurde. Vor dem Einhcben der beiden nmn hielt Herr LehrerKatz die Weihnnd Festrede. Der wohldnrchdachte Vortrag machte ans alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Redner hatte zum Tert gewählt: -ivy nVNsra ru'e*3 oy *p« d«b» ivraaro bi eyj *m und schilderte so recht, daß stets die Thora unsere Voreltern ans aller Roth und Drangsal befreit, wies arss die rührenoe Pnrimgcfchichtc hin, da auch die Thora einst Israel von dem bösen Entschluß Hamans errettet hat. Nach Schluß der Predigt würde cm Psalm feierlichst abgesnngen. Am darauffolgenden Purim-Abend fand cm Festessen statt, woran sich Jung und Alt betheiligtc. Verschiedene Toaste ernsteren und heiteren Inhalts würzten das Mahl; auch unserer armen Brüder im hl. Lande gedachte man. Bis spät in die Nacht hinein blieb die Gesellschaft in heiterster Stimmung zusammen.—Die hiesige Gemeinde, jn welcher noch wohl strenge Religiösität herrscht, beabsichtigt nun auch in Balde eine neue Synagoge zu bauen. Oesterr.Mngar.Monarchie. - Wien. Dem Jahresbericht der Wiener öffentlichen israelitischen Vereins-Volksschule ^Talmud- Thora" (erste israelitische Armenschule) für das Schuljahr 1885 entnehmen wir: Das abgelaufene Jahr 1585 war ein Jahr anstrengenden Kampfes mit den mißlichsten Verhältnissen, des Ringens um den Weiterbestand des von uns geleiteten Vereines. Seit nahezu 40 Jahren besteht unsere Schule, die allmählich sich aus einem Cheder zu einer Volksschule emporgeärbeitet, welche in ihren Leistungen, mit allen hier bestehenden öffentlichen Volksschulen mit Ehren concurrirt, alljährlich mehrt sich die Zahl ihrer Schüler, leider nicht auch in demselben Verhältnisse die ihrer Gönner und Förderer. Von dem Plane, eine fünfte Elaffe.in's Leben treten zu laffen, mußten wir abgchen, werden wir wohl noch geraume Zeit nicht sprechen können; die Verhältnisse stellten sogar die Erhaltung der vierten Elafse in Frage und nur dem Zusammentreffen mehrerer hochherziger Wohlthätigkeitsaktc, in allererster Reihe der Hochherzigkeit des löblichen Vorstandes unserer Eultusgemeinde, der großherzigen Stiftung der Frau Elara Krasnopolsky zum Andenken an ihren seligen Gatten Herrn Moritz Krasnopolsky von iooo fl. ö. W. und der wie früher, auch im abgelaufcnen Jahre bethätigten Opferwilligkcit unseres hochgeschätzten Vorstandsmitgliedes Herrn Heinrich Berger, ist es zn danken, daß unsere Schule in ihrer bisherigen Organisation aufrecht erholten werden konnte.

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