Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 23 (22.3.1886)
- Date
- 1886-03-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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410 Trancrhans, lim bürt mit Verstimmung der Familie des Todren festzufeven, worin das Lcichenbegängniß stattzunnden habe. Taffelbe findet jedoch stets noch am selben Tage stau. Tie Leiche wird dann gewaschen nnd mir den Sterbegewändern (vme.^) bcklcidcr, worauf man sie in eine offene 'nro «Trrnhc) legt. Die Truhe wird nichr mit einer schwarze» Decke, wie im Abcndlandc, sondern um einer weißen, umhüllt. Hierauf nimmt ein EKacham (in Bagdad, Mofful und sonstigen großen Gemeinden gibt cs eigene Ehachamim für Hochzeiten und Leichenbegängnine) an den Kleidern der Verwandten des Tobten die rsr~p (Zerreißung ror. ordnet sich der Lcichenzug. Zuerst kounnt der bhacham, dann die Anverwandten und Freunde des Todren, hierauf der Sarg mit^ den übrigen Gemcindemitglieder» und 51:111 Schlüße die Söhne nnd Brüder des Heirngegangenen. Ist der Zug geordnet,, dann erhebt der Ehacham seine beiden Hände gen Himmel und fängt an das bekannte Gedicht von Salomo Ben Gabirnl rn?ra w "n re~ rr ms ■srcr.']*' wen r.m: (Ihr, die Ihr in Lchmhäufern wohnt, warum erhebt Ihr so stolz Euere Augen, hat doch der Mensch gar keinen Vorzug vor dem Tlricrc) zu singen, in das die Ge- :::cindc laut miteinstimmt. Ist man mit diesem Gepichte fertig, so beginnt der Ehacham mit der Gemeinde das rar. tsh 511 recitircn, das gewöhnlich zwölf Mal nach einander vorgctragcn wird. Aus dem Friedhöfe angelangt, wird die Leiche unverzüglich (Leichenreden werden, bei uns keine 'gehalten) ins-Grab gesenkt, nnd zwar in das nackte Grab, da cs bei uns nie üblich war, den Tobten in einen;nx (Sarg, Hasten) zu lege». Auch dm Gebrauch der^r.es: tGrabsteine) kennen wir hier nicht, wie derselbe überhaupt im ganzen Oriente unbekannt ist. Daher triffi. cs sich hier leider nur zu oft, daß selbst die Kinder nach einigen Jahren nicht mehr wissen, wo ihre Eltern begraben liegen. Auf dem hiesigen Friedhose liegen zweifelsohne auch zahlreiche c-ktv :r.rsr. rrsrrs, vielleicht sogar auch jüdische Prinzen, die aus Jerusalem bieder verbannt wurden, begraben. Wir kennen aber iöre Gradesstättcn nicht, eben weil keine res: (Denkstein) dieselben schmückt. Auf dem Heimwege vom Friedhofe nimmt Jeder cm Stückchen'Holz vom Boden auf, zerbricht es hinter seinem Rücken und wirft cs dann weg. Die Bedeutung dieser sonderbaren Ceremonie kennen nicht einmal Misere Ehachamim mehr. Während der Traucrtage wird dann selbstverständlich Früh und Abends im Haufe des Todtcn Minjau gemacht. Erlauben cs die Mittel der Familie des Todten, so laßt mau während der r.yar (sieben erste Trauertage) die Muadadis (Klage-Weiber .nur-po) kommen, damit sic den Heungegangenen in arabischen Klageliedern bejanlnreru und beweinen sollen. Die Muadadis zerraufen sich dabei zugleich die Haare, zerbeißen ihre Kleider, wälzen sich aus dem Boden herum, schlagen sich ans die Brust und spielen noch sonst die Verzweifelten. Zum Schluffe will ich noch hinzufügen, daß cs hier, wie in jeder größeren Gemeinde Babyloniens, aus dem Friedhöfe eine besondere Abtheilnng für die Kohanim gibt. Auch ist es bei uns Sitte, daß, wenn ein Kind stirbt, es in einem weißumhüllten Korb zit Grade getragen wird. Vor dem Träger geht dann der Schames und ruft laut: Kohcn! Hohen l damit sich die in der Gasse befindlichen Kohanim schleunigst aus dem Bereiche des Toden entfernen mögen. 12p timen o\32 b bvn nym \ nnai nsfr wen j£a \;cs tp* i:y yye (Schluß folgt) Wochcn-Kalendcr. - Freitag, 26. März, 19. Adar II. Samstag, 27. März, 20. Adar II. me kcv Sabbat-Ausgang 7 Uhr 10 Min. (Mainzer Uhr). Fiir de» folgende» Thcil ist die Nedactio« nicht verantwortlich. Btt'ri itraclililche .l-'nal-f». UmHf>r tie dir l'ifif 0t<a!!ä'„lr. hi »niifitr mich ch'ili si'c'N0«i» t> nicht rntnikt wiid. k'hiich.ftt wo! IkN. ti ,'lisk» bei llitlnInn l u pUIrt ."«dandliiiig .Kofi mih 11Inlitii .Vni'hnih'Im o. d.! .. t». >«!'!'- Fsnnr Olrldi I* /£iu wiiiriijchaitlirb u. tmtfif. gkb. jilliflfS Vj- Mndchrtt m» A'n mbirtfl s.IHlnn. b, A-a»;"im>va cirllinipin einer lein. jüd. pitfiob. .umiilir, am liil»jh*:i nnf htm i'tuihc oho in rinn II Gtnbi. \ firilcn IU*. oisj;, nn ttnnfritUiiti, tt. Vogtrr, Haiubulg. ^Liir mein an Sonnnnd HZksttage» ge s » schloisrneS Manufactur - und Mode waarm t^kschäsl suche auf sofort oder Cjiern rinn» Vrhrlittß mit den twtbigen Schul itinumü.n untrr stbr giiultigru Ptdingun nrn. M. Kay, 1*1*»* Nötlrn m Hannover t