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Der Israelit · 1886-03-15 · Heft 21 (15.3.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 21 (15.3.1886)
Date
1886-03-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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dem Ssbrre ZLir's, dir insZenseiLs hinüöerZiugcn, elv ihr Tag gefommen war: o mögest Du Herr der BarmherziFkert sie unter Deinen Mgelu bcracn, ihre Seele in den Bund des ewigen Lebens auftiehmcn, ihre- Kuheftmte in einer ehrenvollen nmHm und ihnen und ihrer Ruhestätte den ewigen Frieden gewähren, so wie cs geschricben steht: Es ziehe ein das Geschlecht der Frommen und wögen sie hier auf ihrem Lager ruhen, die eine» redlichen Lebenswandel geführt haben, Amen." An jeden rrn nn yyp (Vorabende des Neumondes) strömen die jüdischen Frauen und Mädchen Hamadans in heLsr Schaaren zum Grade der Kppigm Esther hinaus und schmücken dasselbe und das.ihres Oheims mit frischen Blumen, die sie oft auch mit ihren Türancn befeuchten. Am nno» rviyn (Fasten der Esther) nimult diese Wallfahrt besonders große Dimensionen an, und an diesem Tage wird zugleich auch von den biedern Töchtern Israels die Gruft sammt der Kuppel gereinigt und entstaubt, worauf auf Letztere zahlreiche Oellampen und Wachskerzen gestellt und angczündct werden, damit sie die FinsicrmB, die hier herrscht, verscheuchen sollen. Selbstverständlich wird auch an diesem Tage die Kuppel mit Blumen und Guirlandcn geschmückt. Bor Sonnenuntergang wird hier das Mmchahgedct verrichtet, an besten Schluß die anwesenden Chachamim an das Fußende der Kuppel hiutretcn, um für die große Königin und ihren Onkel Kadisch zu sagen. Wie freuet sich da und erhebt sich nufer Gemürh, wenn die Chachamim die Stelle rccitiren: pro p”ra in-,-- n'2 Pn "nm „Bei Eurem Leben und in Euren Tagen und beim Leben des ganzen Hauses Israel^ und wir uns erinnern, daß,. Dank dem Hüter Israels und den beiden hier rnhendeu Tobten, das Haus Israel noch am Leben ist. Ia, o großer Gott, wir. Deine Kinder sind noch am Leben, obgleich seit dem ersten Hama» noch zahlreiche andere. Hamans ausgetreten sind, alle mit der Absicht: snrk tdürb c*r.rrn r>v nst"Dt& „auszurotten, zn erschlagen und zu vernichten alle Inden" aber c«n -ns empm ctc irvnO „der Heilige gelobt sei er, rettete uns stets aus ihren Händen." Man läßt nun die brennenden Lichter in der Gnrft zurück und schließt, dieselbe ab, worauf Alles in die hellerleuchteten Synagogen eilt, um dort die Mcgillah vorlesen zn Horen. Alle Anwesenden sind voller Andacht, aber fauni hat der vasan zum ersten Male den Namen „Haman, dcr Sohn Hamdatha's" verlesen, da entsteht ein ohrenbetäubendes Lärmen und Gepolter in der Synagoge, cs wird mit den Füßen gestampft, in die Hände geklatscht, gepfiffen und gejohlt. Dieser Spektakel gehört zwar nicht irr ein Gotteshaus, aber man darf deshalb den Juden QzmalurS 'rückr gleich zürseu und ihnen VorDürfr wachen. Der! sie am Unrim ein bischen über die Schnur Hanen mb htm Erzvater der Lnüsemiren und Iudcnfteffer eine «rsZiLige Kützeumnsik darbringen. Der Purim wird in Hamadan wie vielleicht in keiner andern jüdischen Gemeinde der alten imd neuen Welt so festlich rmd freudig begonnen. In den beiden Nächten hindurch werden die Häuser beleuchtet, irr allen Häusern wird getanzt und gejubelt, und den ganzen Tag hindurch ziehen persische Musikanten durch die Straßen des Judenviertels und bringen jedem Hausherrn daselbst ein Ständchen dar. Auch der Armen wird heute gehörig gedacht, damit auch sie den Tag in Frcudc und Jubel verleben sollen. — Wie alle Inden Persiens haben auch die in Hamadau eine vierfache Zeitrechnung mit vierfachen Monatsnamen: Dic jüdische, syrische, die arabischt und die eigentlich persische. Die Monatsnamen der letzteren lauten: Behmen (Jänner), Esfendcrmuz, Sarverdin, Urdi Behescht, Churdad, Tir, Emrdad, Schehrinr, Mehre, Eban, Azar.uud Di. Auch haben die persischen Juden einen eigenen Cyclns (vmiv) von zwölf Jahren, welche heißen-: Jahr der Maus, des Ochsen, des Leopard, des Hasen, des Krokodils, der Schlange, des Pferdes, des Widders, des Affen, der Henne, des Hundes und des Ebers. Sehr betrübend ist es dagegen zu sehen, welche Verheerungen die Sovereigns der englischen Mistionsgesellschaften unter den Juden Hamadans anrichten. Fast sämmtliche Missionäre dieser Stadt, und deren gibt es dort eine große Anzahl, sind geborene Hamadaner Inden, die noch heute unter ihren Familien und ihren ehemaligen Glaubensgenossen leben, um. dieselben desto leichter und schneller zum Abfalle vom Glauben der Väter verleiten zu können, waS. nm so - leichter geschieht, als diese Verführer, sich gar nicht ans den Christen hinausspielen, sonder» noch weiter als Juden leben, die Synagoge besuchen, Tephilin legen, koscher essen u. d. gl. m. und nur in Betreff dcr Lehre von ireron nn*3 (der Ankunft des Erlösers) von den übrigen Juden abweichen. Dabei kommt ihnen die Armuth der Juden Hamadans sehr zu statten, da dieselben dadurch de» klingenden Argumenten sehr zugänglich sind. Gott bessere es! — Wochen-Kalerrder. . Donnerstag, 18. Mär,, ij.'abar II. w* v*n nv?.-» Freiing, 10. Mär;. 12. Adar II. Samstag, LY. Mä»;. 10. Adar H. *sre n Sabüot-Sltttzgang 7 Uhr — Min. (Mainzer Uhr). Sonntag, 21. Mär;. 14. Adar II. L'iie Montag, 22. Mär;. I&. Adar II. S've jnr

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