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Der Israelit · 1886-03-04 · Heft 18 (4.3.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 18 (4.3.1886)
Date
1886-03-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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gebärrde Lnsbewührt worden. Der Stelloalrerende des StaarsLLwLLts, welchen inan um Einhalt gebeten, lehnte dies ab, Ldem er feine Csmpctenz bestritt. Herr Kansrnann ging, als er den Vorgang erfuhr, pn HrSfecteo, welcher dem Bürgermeister dm Befehl zurommen ließ, dm Wem nicht weg zu transporttrcn, doch der Bürgermeister nahm hiervon kerne Notiz und der Wem wurde fortgeschleppt unter dem Freudengeschrci von Porumbars Leuten. Inzwischen hat das yernrancnte Eomitö das Conflscationsdecret anfgehobcu und den Bürgcrmciftcr seines Amtes entsetzt. - R n ß l a n d. .Einer OdcssacrDcpntation aus Handclskrcisen hat der Finanzministcr die Versicherunggegeben, daß nur ausländische Jude», Exporthandel zu betreiben erlaubt werden wird. Als Folge dieser Entscheidung will die hiesige Handelskammer alle Geschäfte der Juden, die den Innenhandel vermittelnschließen lassen. Der Wirksamkeit des von Herrn Brodsky in -New errichteten Hospitals wird insoscrne Schwicrigkcitm in den Weg gelegt, als in demselben laut den sanctionirten Statuten nie mehr als 12 Betten ausgestellt werden dürfen. Die Ueberschrcitung dieser Zahl soll geahndet werden. Eine solche Einschränkung eines nur der Wohlthätigkcit gewidmeten Instituts ist wohl noch nie vorgekommeu. Die „Ljuzim Blutassarrc", bei der ein Jude und seine Frau zu schweren Arbeiten verurtheilt worden, wird demnächst in Revision vor den Senat kommen. Man hofft, daß das Urtheil aufgehoben werden wird, da cs constatirt ist, daß in dem Prozesse Zeugen ausgetreten sind, die mit demselben in gar keiner Mcziehung gestanden; ebenso ist der eigentliche Mörder stadtbekannt; trotzdem geht derselbe noch frei herum. M a r v c c o. Maroeco. Das vom Sultan an den Gouverneur der Hauptstadt gerichtete Dccrct, welches den Juden die alten Bedruckungen auscrlegt, lautet: Unserem treu ergebenen Sclaven Hadi-Hcmcd-bcn- Malck! Wisse, daß die Inden die ihnen eingcräumtcn Grenzen überschritten haben'! Entgegengesetzt den bei uns üblichen Gebräuchen, die ihnen volschreibcn, ans nackten Füßen cinherzngchen, unterstehen sic sich, dieselben mit allerlei Cchnhwerk zn bekleiden, Um diesem Scandal ein Ende zn machen, verbieten wir hiermit den Inden das Tragen von Schuhen. Diejenigen, welche unter fremdem Schutz stehen, mögen die betreffenden Docnmente einreichcn, damit wir sie einer Prüfung unterziehen. Wenn wir die Zeugnisse richtig befinden., soll ihnen erlaubt werden, europäische Tracht anzülegen, damit sie nicht barfuß zu geöcn brauchen. . Wie wir hören, haben die Vertreter Frankreichs, Deutschlands und Englands Unterhandlungen emgelcitc^ nm dieser Willkür des Sultans cntgegenzutreten. - Cln Diez «* d. Lahn ist ein Verein in's Leben. X) gerufen worden, der trotz der kurzen Zeit (vier Wochen) seines Bestehens bereits über ganz Deutschland verbreitet ist. Wir meinen den Verein, der sich die Errichtung eines israelitischen Erziehungs- Hauses für arme Waisen und Kinder unbemittelter Eltern zur Aufgabe macht, ein Streben, dem kein anderes von gleicher Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit gegenüber zu stellen ist. Der Vorsitzende Herr S. Lomnitz in Diez sagt in der ersten, bereits erschienenen Mitgliederliste mit Recht: „Bis heute hat man in rühmenswerrhefter Weise für die Erziehung armer Waisen Mt hinreichend gesorgt. Es gibt aber zweifellos Kinder mittelloser Eltern, die eher verwaist und verwahrlost zu nennen, sittenverderbenden Einflüssen mehr überlassen sind als arme Waisen, bei denen die Commune Vaterstelle übernommen. Diesen Kindern soll das zu errichtende Haus zur Heimath werden, zur Pflanzstätte echt religiösen Geistes, geistiger Tüchtigkeit und körperlicher Geschicklichkeit. Der Segen einer solchen Anstalt erstrecke sich nicht allein auf die Kinder, sondern auch aus die Eltern, ja auf dasJndenthum im Allgemeinen, da der drückendest Arinuth zu häufig Elemente erwachsen, die dem Judcnthum am Wenigsten zur Ehre gereichen. ZnrBeschaffung des Fonds sollen allerorts Zweigvereine gebildet und Mitgliedskarten ä 50 Pfg. ausgegeben werden. Wir sind gerne bereit, Gesuche um Mitgliedskarten ev. Beiträge weiter zu befördern, wenn man es nicht vorziehen sollte, sich an obengenannten Vorsitzenden zu wenden. Möge ein Jeder das Seimge thun, damit das hochhe^ige Werk bald vollendet sei. . _.. * Mirsitigo Uölnng j'an&fe ein: Vrtrc'r.«. Bors. Schlesinger in Mergentheim. Lehrer A. Lev» in L'crwangen. Lehrer Caloinon u. Bertha Abraham II. ,'n Altenlirchen. Angnste Licbmann in Hadamar. Josef Werner 7 in Strasburg. A. Reclendors in Heidelberg. Adolf Stein in Iesiaiomc. Iiaac Rolentha! i» Wronle. Jacob Salzer, emcr. Lehrer, in Stadtlengoield. Daniel Drenlusr in Nfsheim. S. M. ii'achrach in (51,nohörn. Lehrer R. Ritter in Polch. Hermann Oinhorn in Bochnia. Lehrer A. Schirmann in Brnttig.

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