Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1886)
- Date
- 1886-02-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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tan- 3*r erfttrea schaM er wcherdsn werchrMe CeZenßände zur Ürners Ausstattung mb bestimmte für tte ein Legst von ©00 Slsrf, für die Gynagogengemeinde ZnTrrchel ein folHes von 2090 Mark. In der Grabrede verlieh der Rabbiner Dr. Schick aus Zempelbnrg den schmerzlichen Gefühlen der zahlreichen Tranervrrsammlnng mn dm dahingeschiedcnm, wahrhaften Jchudi einen würdigen Ausdruck. n*2*S*J*n L. S. R n in ä n i c n. Bskareft. Der berühmte Oeconömist, Herr Emll de Laveleye machte vergangenen Sommer eine Reise durch Rumänien. Ein Empfehlungsschreiben des Königs von Belgien verschaffte ihm beim Könige von Rumänien eine Audienz, bei welcher Gelegenheit Letzterer sich über die Juden Rumäniens folgendermaßen ausließ: „Der Westen und seine Publicisten behandeln uns ungerecht. Ich habe nicht nöthig zu sagen, daß ich keinerlei Vorurthelle gegen die Juden habe. Erst jüngst bin ich von Jassy zurückgekehrt, wo zwei Drittel der Bevölkerung Juden sind, und nirgends bin ich besser empfangen worden als dort. Ich gehöre zu den ersten, die ihre besondere Fähigkeit für den Handel anerkennen. Diesbezüglich hatte ich neulich den besten Beweis. Bei Gelegenheit unserer letzten Manöver waren vom Kriegsministcrium die Lieferungen nur christlichen Unternehmern überlassen worden. „Sfat ersten Tage gelangten die erforderlichen Mundvorräthe pünktlich an. „Sehen Sie, Majestät,"- sagte man mir, „wir brauchen nicht mehr zu den Juden unsere Zuflucht zu nehmen." Am zweiten kam Alles zu spat und am dritten Tage schon mußte die Armee hungern. Ich mußte daher eiligst mich an jüdische Lieferanten wenden. Wären die jüdischen Kaufleute nicht gewesen, so hätte die russische Armee im letzten Kriege Roth leiden müssen. Die Juden haben gute Eigenschaften; sie sind klug, ökonomisch, und diese Eigenschaften sind in Bezug auf Handel Verttauen erweckend. Die Rumänen behaupten, ob mit Recht oder Unrecht, daß die Juden. den Grundbesitz an sich zu ziehen sich bemühen." Die in Rumänien im Anschluß an die „Große ital. Lrientloge" in Rom gegründete „Große Orientloge" hat die Juden von der Mitgliedschaft ausgeschlossen und in ihrem Programm das Wort „Gleichheit" gestrichen. 8 e » i 1.1 c t 9 ®* -•; * Om Brief VZm ßreMieÄL. Mtgecheilt von Ieuo Hörowt Die gemeinschaftliche Reise der beiden unvergeßlichen Philanthropen, Sir Moses M o nte f i o re und Adolph Cremieux nach Damaskus, ist bekannt.. Dieselbe hatte den Zweck, einige Judm, welche unter, der wahnsinnigen Anklage standen, den Pater Thomas ermordet zu haben, um sein Blut za „rituellen Zwecken" zu verwenden, von dieser scheußlichen An-: Lage und dem sicheren Tode zu retten. Die angeklagtcn Juden wurden auch freigesprochen und die großen Philanthropen traten ihre Heimreise inü Eremieux nahm seine Reise durch Wien, wo er mit viel Ehre empfangen wurde. Die jüdische Gemeinde zu Nikolsburg entsendete auch eine Ehren- Deputation bei dieser Gelegenheit nach Wien, und der damalige Landrabbiner ppqpp vvu beehrte CrLmieux mit dem Ehrentitel „unio." Daß CrLmieux dieses schöne Angebinde in Ehren hielt, - beweist sein nachstehendes Dankschreiben, welches er noch in Wien in französischer Sprache aufsetzte. - - „Wien, 25. November 1840.; Herrn Nehemias Trebitsch, Landrabbincr in Mähren, und Schlesien.-yj*.. Mein Herr, Hochgeehrter ReligionSgeuossc! . Ich habe den Brief, sowie das beigeschlossene Diplom, mit welchem mich zu beehren Sie die Güte .Hatten, empfangen und war tief ergriffen von den Gefühlen, welche Sie mir im Namen meiner mährischen Brüder knndgaben. Ich wünschte, es. wäre mir möglich ihnen persönlich und so lebhaft meine . Sympathien zu bezeugen, wie ich sic empfinde. Nach-' dem Sie aber ihr Organ bei mir waren, wollen Sie gütigst auch mein Dolmetsch bei ihnen werden. Sagen Sie ihnen gefälligst, daß es für meine Seele nichts Angenehmeres gibt, als die Beweise von Achtung und Freundschaft, welche mir die deutschen Israeliten entgegenbrachten, und, daß ich es als ein wahres Glück betrachten würde, einst die jüdische Bevölkerung dieser Gegend besuchen und ihnen danken zu können. Sehr beglückt, wie ich bin, bei meinen Brüdern eine so rührende Aufnahme gefunden zu haben, fühle ich mich vielfach belohnt für die sö natürliche Ergebenheit, die ich für sie bei einigen Anlässen erwiesen habe, insbesondere bei der blutigen Tragödie von Damascus, wo Haß und gcwalthätige Bedrückung nicht nur die Reinheit unserer Religion verleumden, sondern auch das Blut ihrer Märtyrer vergießen wollten.