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Der Israelit · 1886-02-18 · Heft 14 (18.2.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 14 (18.2.1886)
Date
1886-02-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Ar Gemälde fertig H jmb Sellen des Rest des KauMkises ia Empfang nchmea!" „^ichtdoch, HerrBmm“* eutgeguete Rlfred; wJm Gegeuthelle, ich romcit, Sie %a bitten, mir dnc Lagere Frist Za gewähren. Ich habe mich für das bei mir beftcllre Sild interesfirt und es mit ganz besonderer Sorgfalt zu malen begonnen. Es kann 9 Mon^L, wohl auch ein Jahr dauern, dis es vollendet sein wird. Ich komme. Sie zu ersuchen, daß Sie Ihrem Freunde das mitthellen."" „Hirt) wenn der nun nicht länger warten will?" „„So muß ich Ihnen die mir gegebenen 71-6 Frs. zurückerstatten. Zwar habe ich kein Glld: aber vielleicht gewährt nur ein Kenner einen Bsrschnß."" - „Ein Kenner? Wer weiß, ob der Ihr Gemälde so günstig beurtheilen wird wie Sie selber! Es gibt in Bezug aus die Kunst dreierlei Leute: Könner, Kenner und Gönner. Die Könner, das heißt, die Maler, kennen in der Regel nichts, die Kenner können natürlich nichts, und die Gönner können und kennen nichts. Ihr Besteller ist ein Gönner; ich glaube kaum, daß er von der Kunst viel versteht." „„Das bedaure ich sehr."" „Im Gegeutheil, Sie sollten sich darüber freuen!" „„£err, Sie beleidigen mich!"" _ „Nicht doch, ich meine es nicht so, wie Sie es auMssen; ich wollte vielmehr damit sagen, daß der Herr, well er lediglich Gönner ist, sich leichter dazu bestimmen lassen wird, Ihren Wünschen Rechnung zu trägem" - „„Das wäre mir sehr lieb; denn ich habe außer der Ihnen mitgetheilten Bitte noch eine andere. Das Gemälde wird mich voraussichtlich ein ganzes Jahr — statt dreier Monate — beschäftigen . . „Und'da soll mein Freund auch den ausgesctzten Preis vervierfachen." „„Sie haben es gesagt. Ich bitte Sie, Herr Blum, halten Sie mich nicht für geldgierig oder gewinnsüchtig. Allein, ich liebe ein Mädchen und möchte mir einen Hausstand gründen."" „Darf ich Sie bitten, mir zu sagen, wer das Mädchen Ihrer Wahl ist? Ich ftage nicht aus Neugier, sondern ich nehme cm rpahrhastcs Interesse an Ihnen." „„Das Mädchen, das ich liebe, ist zwar arm, aber eine wahrhafte Perle in Bezug ans Schönheit, Häuslichkeit und Gottesfurcht. Sie heißt Rosette Durand."" „Durand? Ist das nicht der Name cineS Kleidrrhändlers auf dem Boulevard Montmartre?" „„Ganz recht."" „Der seit mngen Woche» sein Geschäft am Sabbat geschlonen halt?" . - „Derselbe."" _ „Können Sie mir vielleicht sagen, Herr Mendel, wieso der Mann auf einmal dazu gekommen?" „„Ich habe ihn dazu veranlaK."" „Sie? Sagten Sie mir nicht bei unsrer ersten Unterredung, daß Sie nur dem Minen nach Ade seien?" „„So war es damals; jetzt aber ist es anders. Ihre Belehrung, mein Herr, ist auf fruchtbaren Bodeu gefallen. Ich habe mich für daS Sujet, das Sie mir gegeben, begeistert; ich habe in der Bibel studirt; alte Erinnerungen aus meiner Kindheit stiegen in mir auf; ich gedachte meiner mir früh entrissenen Mutter und meines alten Vaters. Dazu kömmt meine Liebe für Rosette, die eine begeisterte Jüdin . . . nun, ich bin ein Anderer geworden, und, da ich nie etwas halb zu thun pflege, so bin ich denn gleich ein strenggläubiger Jude geworden. Ich beobachte die Sabbatvorschristen, die Speisegesetze, gehe Morgens und Abends in die Synagoge, wo ich zugleich Gelegenheit habe, Studien zu machen, indem ich die orientalische» Physiognomien beobachte."" „Was Sie mir da erzählen, interessirt mich ungemein; denn ich gehöre dem Glauben meiner Väter an mit Leib und Seele. Sie erwähnten vorhin Ihres Vaters; er lebt wohl in ärmlichen Verhältnissen?" „„Mein Vater ist reich, sehr reich; aber ich habe nichts von ihm zu erwarten. Ich bin ihm heimlich entflohen, well ich keinen Beruf in mir spürte,- im Comptoire zu sitzen und Summen zu addiren. Mein Vater aber hat kein Verständniß für die Kunst."" „Er ist also weder Kenner, noch Könner, noch Gönner! Ha, ha, ha!" Alfred stimmte nicht in das Lachen des Herrn Blum ein. Er nahm seinen Hut und schickte sich an zu gehen. „„Was geben Sie mir für Aussichten?"" fragte er. „Die besten; ich will meinem Freunde schreiben und ihm den Sachverhalt mittheilen. Sollte er auf Ihren Vorschlag wider mein Vermuthen nicht eingehen wollen, so wird sich wohl ein Anderer finden, der das Gemälde für 6000 Frs. ersteht. Nehmen Sie gleich die zweite Rate für die kommenden drei Monate mit."

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