Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-02-15 · Heft 13 (15.2.1886) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 13 (15.2.1886)
Date
1886-02-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449614--23766-2513448
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

«K J^g KZ. Ei« wm Zentral - Hrgan für das orL6odo.re Zudentßum. Herausgegebeu von ör. Lehman« iu Mainz. Montag, de« IS. Febenae SS4S (1886). Leitevde ZlttitcL Ggttinnigkeil. v. ■ T Mainz, 11. Febmar. Wir haben schon in früheren Jahrgängen dieser Zeitschrift darauf hmgewiesen, daß -die Worte der heiligen Schrift rann H inpn, „und sie sollen mir nehmen eine Hebe," der Erklärung bedürfen. Man hatte erwartet, daß Gott spreche: nsnn*i>unv „und sie sollen mir geben eine Hebe". Nach dem, was wir oben ausemaudergesetzt haben, ist das Wort jnpi, „und sie sollen nehmen," durchaus zweckentsprechend. Aus der geforderren Gabe sollte ja das Helligchum errichtet werden, auf daß Gott in unsrer Mitte throne! Was wir da geben, und sei die Gabe noch so groß, ist unendlich klein im Vergleich mir dem, was wir dafür empfangen. Das Bewußtsein, daß Gott mit uns und bei uns ist, daß Er in unsrer Mitte thront, daß Er uns weidet wie der Hitt seine Heerde, daß Er uns pflegt, bewacht und behütet wie der Winzer den Weinberg, daß Er uns mit der liebevollsten Sorgfalt umgibt wie der Vater seine Kinder, dieses Bewußtsein ist der Friede, die Sicherheit, das Glück unsres Lebens; es läßt uns unbeirrt den Pfad des Guten wandeln, wenn auch noch so viele Hindernisse sich uns entgegenstellen, es festigt unsern Charakter in all' den zahlreichen Kämpfen des Lebens, cs läßt uns jede Versuchung überwinden, jede Prüfung bestehen, es belebt stets auf's Neue unsreThatkiast, wenn wir auch-noch so viele Täuschungen und Entmurhigungen ersahren muffen, es hebt uns hoch über alle Befürchtungen, und erfüllt unsre Herzen mit unerschütterlicher Zuversicht, es verhütet, daß wir wanken und richtet uns wieder auf, wenn wir gefallen sein sollten. Im Vergleiche mit diesem unendlichen Reichthume an Vertrauen und Zuversicht, was ist dagegen die geringe Gabe, die wir zu geben haben? Aber nicht das Bewußtsein der Gottinnigkett allein genügt, wir muffen vielmehr die Gottinnigkett stets durch Gedanken und Thaten zu bewahren uns bemühen. Unsre Weisen bemerken zu dem Wörtchen H (Siehe Raschi) ursö, b, „Mir, zu Meinem Namen". Diese Bemerkung der Weisen erscheint sehr schwer zu verstehen und hat schon vielfach das Nachdenken. herausgefordert. Wir haben einmal eine geistreiche Erklärung gehört, die wir. WsereNLeseru.uicht.porenthalten wollen. Die Weisen lehren, daß Derjenige, welcher den Priestern die Heben und Priestergaben -per-" weigert, dahin gebracht wird, daß er des Köhen bedarf. Gott schickt über ihn einen Geist der Eifersucht, daß er eifert gegen seine Frau und sie als Sotah dem Priester zufiihren muß. Ferner lehren die'Weisen: Siehe, wie hoch dem Ewigen der Friede gilt zwischen Mann und Frau! Um den Frieden zwischen den Ehegatten wieder herzustellen, hat der Heilige, gelobt sei Er, befohlen , Seinen heiligen Namen in dem Wasser auszulöschen, welches der Priester der Sotah zu trinken gibt. — Was ist demnach die Ursache, daß der hellige Gottesname ausgelöscht wird? Im letzten Grunde ist es die Verweigerung des Gebens der Therummah. Daher spricht Gott: »bs6, »?, nonn b inp*i, „Verweigert nicht, die Therummah zu geben, und zwar Mir, das heißt: für Meinen Namen, damit er nicht ausgelöscht zu werden braucht" (bei dem Vorgänge mit der Sotah, welcher Vorgang in der Verweigerung der Therummah seine Ursache hat). So geistreich diese Erklärung auch ist, so entspricht sie doch nicht dem einfachen Sinne der Worte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.