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Der Israelit · 1886-02-11 · Heft 12 (11.2.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 12 (11.2.1886)
Date
1886-02-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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sshmeu chmesiM Namen arrsodechaltrs ihres Sold ans dm HrnrßsHrs ZoLkaffes. Lnffe Ärdm hat General TreuZ-tt-LsuZ gemeint. UebNZens erhalten Sie fchss rs dm nächstes Tagen vsu nur eine Mat über die einheimischen chmrsifches Juden und hoffe ich, daß Sie derselben GLMsrenudschaft Lu Ihrem Blatte gewähren werden. Genehmigen Sie die Versicherrmg meiner vollsten Hochachtung, Ihr ergebenster Guillaume I Engl au d. London. Der verstorbene Herr Jsac MocaLta hat der portugiesischen Synagoge 200 L. und dm verschiedenen hiesigen jüdischen Wohtthätigkettsaustaltm 700 L. vermacht. F e n i 11 e t o tu Aer Waker. \ hl Alfred saß wieder in seinem Atelier und studirte fleißig; er hatte sich aus dem Bücherschränke des Herrn Dnraud das Buch der Richter genommen. Taffelbe enthielt den hebräischen Text, -die deutsche llebersetzung, den Commentar von Raschi und den unter dem Namen „Biur" (Erklärung) bekannten. Wie heimelten ihn die alten Buchstaben an, die er seit Jahren nicht gesehen! Auch er hatte einst aus einem ähnlichen Exemplare „gelernt," und wenn der Lehrer ihn gelobt, so hatte die Mutter ihm Kuchen und Obst geschentt. Die Mutter! Sie ruhte sett vielm Jahren unter dem grünen Rasen; wäre sie am Leben geblieben; es wäre Vieles anders gewordm. — Alfred fühlte, wie seine Augen feucht wurden. - „Fort," sagte er, „mit diesen alten Erinnerungen; sie führm zu nichts und stören nur in ' der Arbeit!" J Er begann zu lesen: J „Und es fuhren fort die Kinder Israel, zu thun, was böse war in den Augen des Ewigen, und Ehud war gestorben. Und es überlieferte sie Gott in die Hand des Jabin, des Königs von Kenean, welcher regierte in Chazor/ und sein Feldherr war Srßra, und er wohnte in Charoscheth Hagofim. Da schrien die Kinder Israel zum Ewigen, denn nmnhundett eiserne Stteitwagen waren ihm (dem Sißra), und er bedrückte die- Kinder Israel mit Gewalt, zwanzig Jahre. Und Deborah, eine Frau, eine Prophettn, „Escheth Lapidoth". Alfred stockte; bisher hatte er das Hebräische gelesen und es sich sofort ins Deutsche übersetzt; letzt nmßte er innehalten. Er blickte in die Ueber- \ ■- ■ .■ ■■ setznug; ^die Frau des Lapidoth," hieß eS dort. Wer war Lapidsch? Er blätterte zurück, und fand vorher diesen Ramm nicht erwähnt; er las weiter und fand auch in dem weiterm Verlaufs der Erzählung reine Andeutung darüber. Er las die Geschichte zu Ende , fowett die heilige Schrift davon erzählt. Daun beganner wieder von vom: „Die Frau des Lapidoth." Demnach war Deborah eine verheirathete Frau, vielleicht schon im vorgerückten Alter. Sonderbar, meinem Gefühle nach war sie zur Zett des Ausbmches des Kampfes eine Jungfrau, schön und hold, und die Siegerin im Kriege ward die Besiegte, das Weib des Helden Barak. Sollte „Escheth Lapidoth" wirklich „die Frau des Lapidoth" heißen? Warum veranlaßte sie den eigenen Gatten nicht, den Oberbefehl zu übernehmen oder doch unter ihrer Leitung zu kämpfen?"' Alfred versank in ttefes Nachdenken. Wiedemm stiegen Bilder aus seiner Kindhett vor seinem geistigen Auge auf. Es war am Tage vor dem Chanukah- Feste. Am Abend sollten die Lichter angezündet werden. Alfred, damals etwa ein achtjähriger Knabe, saß neben seiner Mutter und sah zu, wie diese die Dochte drehte für die Chanukah-Leuchter. Da kam der Vater herein. „Sieh, mein Kind," sagte er zn Alfred, „wie die Mutter jetzt die Dochte dreht zum Helligen Zwecke, so hat einst die Phrophetin Deborah die Dochte gemacht für den Helligen Leuchter im Hause unsres Gottes.. Auch sie hat sie recht dick gedreht, damit sie Helles Licht verbretten!" „Ich hab's," schrie Alfted laut auf, „Escheth Lapidoth heißt: die Frau, die Licht verbrettete! Sie richtete Israel um jene Zett. Und sie saß unter einer Doppelpalme. Nicht im Hause empfing sie die Männer, die Belehrung suchten, die ihr Urthell heischten, sondern im Freien, im Schatten der Dattelpalme, wo alle Welt sie beobachten konnte. Demnach war sie jung und schön und hatte die Verleumdung zu fürchten. — Doch, was mühe ich mich! Wird» meinem Auftraggeber nicht einerlei sein, wie ich sie darstelle? Er will sein Zimmer mit einem biblischen Gemälde schmücken; was kümmett ihn die Auffassung? Aber mich kümmert sie. Zwei Richtungen machen sich gegenwärtig in meiner Kunst geltend, die idealistische und die realistische; jede verwirft die andere und vermeint, ausschließlich das Rechte darzustellen. Meiner Meinung nach ist jede einzelne in ihrer Einseitigkeit im Unrechte. Die Kunst ist dazu berufen, das Schöne darzustellen. Was aber ist „schön"? Der Begriff des Schönen ist ein weitgehender und wird verschiedenartig aufgefaßt. Aber niemals ist das Schöne vom Wahren zu trennen. Sobald sich das Schöne von der Wahr-

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