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Der Israelit · 1886-02-08 · Heft 11 (8.2.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 11 (8.2.1886)
Date
1886-02-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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187 Isc ükrftcn Thcile der Stadt gelertet. Die Obstpflanzungeu und Weinberge, welche die Hügel begrenzen, die Manzungen von Lprikosm und FcigmbLMuen, dte schönen Wiesen und Ackcrmünde verleihen der Stadt cm schr freundliches Änschen. ~ Zu der Nähe von Hebron layen sich während der Frühlingszeit viele Nebel nieder, die daun anfnud niedwallen und deren Mederschlag die Quellen nähren, die hier durch Gefilde sich ergießen. Der Weg ist bald abbald anffteigend; er führt durch üppiges Weideland. Die Hirten kehren während J>cr Legern Jahreszeit nicht in ihre Dörfer zurück; sic bleiben auf dem Berge in der reinen Luft, welche des Geblök der Rinder und Schafe und das Geläute der Schellen erfüllt. Tic zahlreichen Höhlen im Gestein bieten Schutz gegen schlimme Witterung, cm sicheres Obdach in der Nacht. Ich setzte mich bei einer Höhle nieder, welche den Anschein eines alten Felfengrabcns hatte; mein Geist aber schwebte in die Tage der Vorzeit; denn in den Gefilden dieser Gegend hatten auch die Erzväter ihre Herden geweidet; Abraham einst den Namen des Herrn gepredigt. Ans den Anhöhen trifft man zahlreiche Reste ehemaliger Dörfer und Ansicdlungen. Sie sind stumme Zeugen von der ehemaligen Belebtheit dieser Gegend. Das Land selbst ist fruchtbar: aber cs ist viel zu schwach bewohnt, um den Ackerbau zur Hauptbeschäftigung zu machen. Das nomadische Hirtcnlcben tritt überall in den Vordergrund. Die abfallenden Anhänge des Hügellandes um 'Hebron sind mit Reben bepflanzt, welche den köstlichen Wein liefern. Die Gegend von Hebron rechnet man zu jenen Landschaften, die schon früher bewohnt wurden. Hebron wurde 7 Jahre vonZoan erbaut?) Welche Kirchen- und Herrschersitze der Erde sind seit jener Zeit in den Staub gesunken, aus denen andere, jüngere sich erhoben und wieder versanken, aus ihnen noch spätere, die gleich ihren Vorgängern zerstäubten und vergingen. Bei den heutigen Arabern heißt die Stadt El Khalil d. i. Freund Gottes, als Stadt Abrahams. Im Gebiete Hebrons schlug Abraham seinen Wohnsitz mif im Haine. Diamrc* 3), hier kaufte er dieDoppelhöhleMachpelah, in welcher er sein Weib Sarah begrub, an ihrer Seite wurde er später begraben, sowie Isaak, Rebecka, Jakob und Lea. Bei der Verthcilung des Landes erhielt sicKaleb als Erbthcil4); doch sehen wir sie bald als Priestcmadt und als eine der 6- Freistädte.5) 4. B. M. 13, 23. ') 1. B. M. 13, 18. 4) Josua 14, 0. b) Jos. 20, 7. 21, 11. Später ward sie Davids Residenz während der 71/, Jahre, die er König über Juda war. Rchabeam ließ sie stark bcftmgeu,^daß sie?zu den festesten Städten in Juda gehörte. Eine alte lleberüefrrung erblickt in Hebron eine Denkftätte der Geschichte, welche in die Zeiten hinübenveiset, die vor der noachidischen Fluth waren, denn wie Freunde in Hebron mir versicherten, ist Adams Grab in Hebron zu suchen. In ältester Zeit hieß Hebron Kirjach Arba, weil hier mit den 3 Erzvätern auch der Vater der Väter begraben liegt. Neben dem tief und fest gemauerten Teiche, von denen der eine weit abgelegene Davids Namen führt, kamen wir zu dem engen, finstern Thorc, in welchem noch immer wie zu Davids Zeiten ein Joab unvermerkt sein Schwert ziehen könnte, ge- , gen einen Helden, der größer war, denn er. Doch erlasset mir heute die Fortsetzung dieses Briefes. Es ist fast Mitternacht, und noch sitze ich bei der Lampe. Mein folgendes Schreiben wird interessante Mittheilungen über die Umgebung Hebrons bringen und freue ich mich über die projektirtcn Aus-, flüge, an denen auch der Sohn des Vorstehers der Aschkenasim und andere Freunde theilnehmeu werden. ................. Lebet inzwischen recht wohl und vergnügt und gedenket in Liebe Eures dankbaren Sohnes Ben Joseph. Mon dein großen illustrirten Prachtwerk »Palästina 1a Bild and Wort, herausgegebcn von Georg EbrrS und Hermann Guthe", das bei seinem Erscheinen vor mehreren Jahren durch seine Schönheit und Großartigkeit verdientes Aussehen erregte und auch von uns in anerkennendster Weise besprochen wurde, veranstaltet soeben die Deutsche VerlagS-Anstalt (vormals Eduard Hallbergrr) ' in Stuttgart eine «eue wohlfeile Ausgabe. Dieselbe unterscheidet sich nach Ausstattung» Form und Inhalt von der ersten Ausgabe einzig und allein dadurch, daß von den Stahlstichen mir zwei beiaeaeben werden,. und kostet — in Lieferungen zum Preis von nur 50 Pfennig erscheinend — doch nur die Hälfte des Preises von jener. Die Derlagshandlung kommt damit einem allgemeinen Wunsche entgegen'und verdient den Tank Aller, welche sich für das Heilige Land intcrcssiren. Jetzt ist Jedem, der dieses großartigste und schönste aller Prachtwcrke über das Heilige Land gern besitzen möchte, dem Geistlichen, dem Schulmanne. dem Kunstfreunde wie dem religiösen Familienhaupte die Anschaffung desselben ermöglicht und durch das Erscheinen in billigen 50 Pfennig-Lieferungcn noch wesentlich erleichtert. . . . . .. Wochen-Kaleuder. Freitag, 12. Februar, 7. Adar I., Todestag unseres großen Lehrers Moscheh. Samstag, 13. Februar, 8. Adar I. mxn Sabbat-AuSgang 6 Uhr 5 Min. (Mainzer Uhr).

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