Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 10 (4.2.1886)
- Date
- 1886-02-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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%rantreich. P«rS. Movatsbericht (Dezember 1885) der ' „All. JZr. Lrriv> (Israeliten von Rumämen.) Die Nusweisung der israelitischen Journalisten, hat die gcsammte ftrisismge Presse zu Pwtesrationen veranlaßt, und cs ifr das erste Mal, -aß das Ministerium im Parlamente selbst interpellirt wird wegen Verfolgung der Juden. In der Seuatssitzung vom 3. Dezi hat der Senator Boeresco gegen diese Verfolgungen protrstirt. welche gegen die Presse trotz der ihr von ~ der Constitution garantieren Freiheit gerichtet sind. Nach dem Bericht der luäexeuäLuc« Loumaine vom 5/17. Dezember, hätte „Herr I. C. Bratiano, Präsident des SLaatsraths, es versucht seine Handlungen zu rechtfertigen; er hatte sogar den Muth die Journalisten, die er des Landes verwiesen, zu insultircn und zu verleumden; er spricht von ihnen als fremden Vagabunden und klagt sie an, ihr Gewissen im Auslände verkauft zu haben." Man wird nicht vergeben haben, daß alle ausgewiesenen israelitischen Journalisten in Runränien geborcu sind, und mehrere von ihnen ihren Militär- Dienst absolvirt haben. Der den Ausgcwicseneu gemachte Vorwurf, sich an das Ausland verkauft zu haben, ist die reine Erfindung. Herr Dr. Gaster, einer der Ausgewicscneu, hat für seine Person und zwar im voraus darauf geantwortet, in einem Brief, welchen er an die InäePknä-wee Loumamv richtete, und welchen dieselbe am 24. November, 6. Dezember, veröffentlichte: „Einen oder zwei Tage nach unserer Ausweisung las man in diesem (der Teiegraful. das Organ des Ministers Bratiano), daß Herr Bratiano bei einem der ersten Bankiers von Berlin compromittircnde Briefe gefunden, und man flüsterte mir zu, dieser Bankier sei Herr Blcichrödcr. Ich Lachte nur über diese offizielle Lüge, die man als Mittel zum Zweck erfunden. Da ich jedoch nichts geschrieben, wußte ich, daß selbst Gott keine solchen Briefe entdeckt haben könne, lim jedoch de» Verleumdern den Mund zu stopfen, reiste ich nach Berlin und bin nun autorisirt von: Baron Blcichrocder. mit welchem ich verschiedene Unterredungen hatte, solche und ähnliche Lügen catcgorisch zu demcntiren. Es ist nicht wahr, daß er von Briefen gesprochen und noch viel weniger, daß er solche gezeigt habe.... Herr von Bleichroedcr hatte mit Herrn Bratiano über die Verfolgung der Juden durch die rumänische Regierung gesprochen, und unter Anderem hervorgchoben, daß man den eingeborenen Juden keine Pässe verabfolge. Hieraus antwortete Herr Bratiass, daß die Juden sich diese Pässe zu Nutzen machen würdm, um anderen Indra den Einlaß zu gewähren: Herr Blerchroeder bemerkte hierauf, daß es nicht wahrscheinlich sei, daß ein Jude es wagen würde sich vermittelst einer solchen Lift in das Land za schleichen, daß übrigens ei» Paß nur einer einzigen Person dienen könne, rc. Hiermit nicht zufrieden, erfand das Telegraful eine dritte Löge, indem er mich beschuldigte, in einer Wiener Zeitung in Betreff des Aufstands von Brusturoasa (ein Aufstand der Bauern gegen die Juden, die fie mißhandelten) geschrieben zu haben, jedoch hat das ehrliche Blatt vergessen, dicZcitung zu nennen. Ich würde ihr sehr dankbar fein, wollte sie diese mir unbekannte Thatsache spezificiren.... Ich lege Werth auf diesen Punkt, nicht weil ich ihn vorkommcndcnfalls dcsavmreu würde, aber weil man ihn zum Hauptpuntt einer Anklage gegen uns macht, und er eine Lüge ist. Ich verpflichte mich zu beweisen, daß ich niemals Cörrespondent irgend eines Blattes gewesen, und daß ich niemals für cm öffentliches Blatt geschrieben. Dagegen fordere ich den Telegraful auf, die Zeitung zu nennen, für die ich geschrieben hätte. Ich will nicht untersuchen, ob die Mitthcilung einer Thatsache, die die Negierung geduldet, wenn nicht provocirt hat, (den .Ausstand).ein. Verbrechen, ansmacht, da diejenigen, die zu derselben verholsen, belohnt wurden. Ich erinnere nur au die barbarischen Verfolgungen in den Dörfern der oberen Moldau, deren Veranstalter - Präfekten oder Unter-Präfekten stets befördert wurden und die offizielle Stütze, welche Herr Bratiauo Radn Porumbar augedcihcn ließ, der, nachdem er empörende Dinge verübt hatte, vor dem Plenum der Kammern vom Präsidenten des Staats- ' raths belobt wurde. (Israeliten Bulgariens.) Seitdem die Serben begonnen haben Widdin zu bombardiren, hat die Zahl der nach Ealafat geflüchteten Juden bedeutend zugenommen. Die Mehrzahl sind arme Leute, daher ist die Aufgabe des israelitischen Comitäs zur Vcrchcilung von Unterstützungen, eine sehr schwierige. Von Hunderten von Familien wird es um Hilfe angcsprochen und besitzt nur sehr geringe Mittel. Außer den 500 Frcs., welche die spanische Gemeinde von Bukarest spendete, den 200 Frcs. aus Pesth und den 1000 Frcs., welche die Alliance gewährte, hat das Eomittz noch 750 Frcs. von der Gemeinde Craiova erhalten, und nahezu 1000 Frcs. von verschiedenen anderen Gebern. Es gewährt jeder Familie eine tägliche Hilfe von Frcs. 0,30 pro Kopf. Diese Summe ist klein, doch ist das ComitS gezwungen, feine Mittel zu sparen in der Voraussicht,