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Der Israelit · 1886-01-28 · Heft 8 (28.1.1886) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 8 (28.1.1886)
Date
1886-01-28
Page
– (sequence 13)
Language
German
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- 133 Ach in dem Chase gehörig mstMrt hatte», verabschiedete ich wich von ihnen und versprach »ach Sonnanmtergang, wenn die Luft sich gehörig abgckühlt haben wird, wieder zu kommen, um mir dann die Erlebnisse ihrer Reise von Tunis bis Alexandrien, die, da sie dieselbe gänzlich Zn Fug gemacht haben, voraussichttüh erliche Wochen 'angedauert hat, erzählen zu lassen. Als die Abenddämmerung herandrach, da fand sie mich schon im Chan in der Mitte der kleinen. Mischen Karavane, wie wir uns eben an einem Lätzchen Kaffee erfrischten. Mein Scheich machte hierauf noch einige Züge aus snner Nargilch (Waffcrpseifc), worauf er dieses für euren Oricntctten fast unentbehrliche Haus- und Rcisegeräch einem seiner Gefährten hinreichte, bannt dieser sich daran erfrische und nun mit der Schilderung seiner Wallfahrt begann. „Wisse," sagte er, „mein Name ist David Jomtow, und betreibe ich in Tunis ein kleines Kleidergeschäst. Den Tag widme ich dem Geschäfte, die erste Halste der Nacht dagegen dem Studium unserer heiligen Thora. Am :mp ree* (heiligen Sabbat) halte ich in meinem Hause für meine Anverwandten und Nachbarn einen kleinen Vortrag aus der eben fälligen Sidrah iWochenabschnitte) und knüpfe stets daran einige Worte der Moral. Zwei von meinen Reisegefährten, die du hier vor dir stehst, gehören zu meiner Verwandtschaft, zwei derselben und meine Nachbarn, und alle vier find am Sabbat meine Schüler. Bevor ich nun Heuer am Vorabende des Versöhnungstages zum Maridgebete in die Synagoge ging, berief ich meine Sabbatschüler zu mir und theilte ihnen mit, daß ich mich entschlossen habe nach dem rsmpn px (dem heiligen Lande) zu wallen, um auch einmal das Land meiner Väter zu schauen und mir von dessen Staub ein Säckchen voll nach Hause zu tragen, damit man cs mir einst nach dem Tode unter dem Haupt lege, t>jn icy rpfot tm\ \t bü D22 ’c. Wer nun unter euch meine Freunde, schloß ich meine Ansprache, mich auf dieser Wallfahrt begleiten will, mit dem sei Gott und möge er mitziehen. Sogleich erboten sich die schon erwähnten vier von meinen Schülern, mich zu begleiten und wir beschloffen, gleich nach dem Sukkothfeste unsere Wallfahrt anzuttctcn. Während der Feiertage kamen auch aus den benachbarten Ortschaften einige gute Bekannte zu mir und baten, sich meiner Neisegcsellschast anschlicßen zu dürfen, was ich auch sogleich zugestand. So ist nun unsere kleine Pilgerschaar auf acht Personen angewachscn, und hoffe ich zu Gott, das; wir alle gesund wieder bei den Unseligen eintreffen werden. Noch am:n nun (ersten Werktag nach dem Feste) griffen wir nach unserem Wanderstabe und wachten uns aus den Weg. Auf dem Wege zum Stadtthore besuchten wir noch «ne Synagoge und gelobten daselbst eine kleine Geldspende für das Grab Rabbi Schimon Ben Jochai's, werm wir glücklich nach Jerusalem und von dort wieder zurück nach Tunis gelangen sollten. Da vir nicht das rwchige Geld besaßen, um die Reise nach Jaffa zu Schiff machen zu körwen, so entschlossen wir uns längs der ganzen Küste vonTmüs, Tripolis, typten und dem südlichen Palästina nach .Gaza stirx) zu ziehen. Sechs Tage in der Woche marschirlen wir, am Sabbat ruhten wir. In allen Ortschaften, wo wir Juden fanden, wurden wir von denselben auf's Gastfteundlichste enipfangen und mit Nachtquartier und Nahrung gehörig versorgt. In Gabes erkrankte ich, da die Rcisestrapazen für meinen alten, gebrechlichen Körper zu viel waren, und fühlte mich dem Tode nahe. Ich flehte nun zu Gott, daß, wenn er schon meine Seele verlange , so möge er mich wenigstens bis nach Jerusalem gelangen lassen, und dort erst meinen Geist zu sich nehmen, damit ich wenigstens am Fuße des Oelberges meine ewige Ruhestätte finde. Gott erhörte mein Flehen und ließ mich wieder genesen. Auf dem Wege von Tripolis nach Benghasi wurden wir auch von Räubern angefallen, die uns indcß, da sie uns ganz unbemittelt fanden, wieder in Frieden ziehen ließen.- Wir haben noch volle zwei Wochen zu wandern, um nach Jerusalem zu gelangen. Ich hoffe jedoch, wir werden wohlbehalten nach dieser Stadt kommen." Am andern Tag geleitete ich meine Freunde bis nach Abukir, wo sie sich von mir verabschiedeten und die Route nach Rosette einschlugen. Ich war erstaunt über den heroischen Much dieser Leute, zu Fuß von Tunis nach Jerusalem zu ziehen, um nur diese Stadt besuchen und dort vor der bnv beten zu können. emtw (Heil dir Israeli) dächte ich mir und kehrte nach Alexandrien zurück. Alexandrien. Von Ramleh bei Alexandrien wird von einem historisch wichtigen Fund berichtet. Zehn Meilen in der Wüste wurde eine rothe Granit statue entdeckt, welche den zu Zeiten Moses lebenden Pharaoh darstcllt; ans einer Seite' derselben befindet sich die Statue eines Knaben, die den Thronfolger rcpräsentirt, welcher in den Flnthen des rochen Meeres seinen Tod gefunden hat. Ausführlicheren Nachrichten über diese wichtige Entdecknnng sieht man mit großer Spannung entgegen. Mirhkige Lösungen snnvron ein: Daniel Treysus; in Nnhrim. Lehrer Schlesinger in Mergentheim.

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