Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-01-28 · Heft 8 (28.1.1886) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 8 (28.1.1886)
Date
1886-01-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449609--23678-2513355
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

132 Hohenlohe, erwiedenc auf die Rede, daß es ihn sehr freue, der Einweihung beiwohnen zu können. Er vcnichcre der Anstalt feine Hilfe, soweit ihm dies feine Stellung möglich mache. Mit einem Webet schloß die schöne Feier kurz nach 3 Uhr. Ter kaiserliche Statthalter und die übrigen Gäste besichtigten hierauf die Anstalt, welche nach allen Regeln der modernen Baukunst eingerichtet ist. Fr a n fic i i Paris. Der chinesische General Tchcng-Ki- Tong hielt neulich dahier einen Borttag über sein Vaterland, für welches er die Sympathien Europas zu erwecken sich bemühte. Unter andcrm führte er an, daß in China volle Glaubensfreiheit herrsche, und der beste Beweis hiesür wäre, daß unter den chinesischen Staatsdieucrn Juden, Ehn'ften, Muhamedancr und Bnddistci^ sich befinden Es wäre von großem Jntcrcffc Näheres über die jüdischen Slaaisvcanucn des chinesischen Reiches zu erfahren. Euglan d. London. Herr H. Gnedalla hat sich an den spanischen Ministerpräsidenten Sagasta gewendet, nm seine Intervention für die maroccanischen Juden zn erbitten, welche durch die Aufhebung des von seinem verstorbene» Onkel Montcfiore zu Gunsten unserer Glanbcnsgenoffen erwirkten Edicts, neuerdings in eine schreckliche Lage gerathcn sind. Senor Sagasta antwortete Tags darauf, daß er das Gesuch dem Staatsministerinm vorlegen und nach dessen Beschluß den spanischen Gesandten in Tanger mit den diesbezüglichen Instructionen versehen werde. S y r i e n. Damaskus. Vergangenes Jahr war die hiesige jüdische Gemeinde von den Lokalbehörden mit der Expropiation eines Thesis ihres Friedhofs bedroht worden. Um weiteren Streitigkeiten zu entgehen, war cs nothwendig, daß das ganze Grundstück von einer Mauer nmgeben wird. Herr Stambouli aus Bcyruth hat die 5tosten zur Errichtung' derselben, etwa 10,000 Fr., ganz allein bestritten uiib hat sich hiedurch nm die hiesige Genicinde sehr verdient gemacht. Egypten. Alexandrien. cx w rern c'Vet,t -jrcrx ex; 'mcir lmni by D'hnv ns nbys sb ex '2i2'x x? „Wenn idj dich, Jernsalem, vergessen sollte, dann wird and) meine redne Hand vergessen, oder wenn ich deiner iiidjt gedenken nnd dich nicht an der Spille meiner Freude» stellen feilte.* Au diese Worte des göttlichen Säugers wurde ich vor weuige» Tage» erinnert, als ich auf dem Wege zam Tchvichbazar hier auf eine Keine jüdische Karawane streß, die im Ganzen aus acht Reifenden bestand und die sich statt des Schims der Wüste, Schusters Rappe» a!S Reit- und Lastthier bediente. Man sah es den Mitgliedern dieser Karavane gleich auf den ersten Blick au. daß sie mit irdischen Glücksgütern nicht allzu überhäuft waren, nnd daß sie daher auf ihren Reifen mit des Lebens Norh und Sorgen zu kämpfen hatten. Ich näherte mich sogleich dieser Keinen Reisegesellschaft, begrüßte sie in arabischer Sprache und reichte ihrem Schcikh (Anführer), einem Greis mit weit hcrabwallendem Silberbarte, die rechte Hand. Meine erste Frage an denselben war mm, woher er mit seinen Reisegefährten komme. Ja, Sidi (o mein Herr) erwiderte er, wir sind Jchuds (Juden) und kommen msgesammt ans dem Beylik (Fürstenthumc) Tunis. Der Zweck unserer wetten Reise ist nach El-Äuds (die hcttige Stadt, d. h. Jerusalem) zu gelangen, um den Staub ihrer Sttaßen küssen und dort dann vor der Kotcl Margarabi ('^nyc bete, die orientalischen Juden sprechen bekanntlich das r, wie „ng" aus) unsere Andacht verrichten zu können. Hieraus wollen wir and) das Grab unserer Mutter Rahe! in Betlchem und dann auch das „Beit Ehalil (Haus Abraham's, d. h. diePattiarchcngruft) in Hebron besuchen, um dort ein lange» Leven für uns und unsere Familie und zugleich die baldige Ankunft des Moschiach (Messias) zu erflehen. Von Hebron gedenken wirnach Tabarjch zu gehen und uns dort ans das Grab des berühmten Rabbi Schimon Ben Jodiai nicderznwerfen und dasselbe mit unseren Thränen zu befeuchten. Ueber Zcfat nnd Jana wollen wir dann wieder unsere Heimreise antretcn. Und wer bist du, mein Herr? srng midi bann der Schcikh und maß mich mitscincu neugierigen Blicken. Derselbe war daher nicht wenig überrascht, als ich ihm mttthcllte, daß auch ich Jude sei und zwar ein Deutscher (aleman), und daß ich nur dcßhalb im Nillande weile, nm dessen Bewohner, dann deren Sprache, und Literatur zu ftndircn. Also bist Du auch ein Sohn Abraham's! rief der Schcikh freudig bewegt aus, nun, fo mnß ick) dir nochmals meine Hand geben, um dich nun auch als Jude zu begrüßen. Schalum Aleikum! (Friede sei mit euch!) rief er dann lustig und drückte mir innigst die Hand. Schalum! erwiederte ich lächelnd und'reichte dann jedem Mttgliede dieser Gesellschaft die Hand hin. Zugleich machte ich mich auch rrbötig, sie zu einem Ebanl Einkchrhaus) zu geleiten, wo sie die Nacht znbringen sollten. Nachdem sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.