Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1886)
- Date
- 1886-01-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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hatten sich ine ©lieber ber Gemeinde vollzählig Zu einer Festfeier au diesem Gedenktage emgesimdeu. Ettigclciret wurde dieselbe durch einen Festgotresdmrst. Von einer Deputation wurde der Jubilar abgcholt und in die festlich geschmückte Synagoge geführt. Während des ganzen Morgens empfing der Gefeierte Gratulationsbesuche von fern und nah. Da der Jubilar auch zu gleicher Zeit Lokalschulinspekror ist, brachte ihm auch die Schule, an ihrer Spitze Herr Lehrer Weil, ihren Glückwunsch dar. Drä Schülerinnen überreichten - ihm —mit einem entsprechenden Gedichte, einen Blumen- -ftraufc. Mittags vereinigte ein solennes Festmahl wiederum die Glieder der Gemeinde. Beim Eintritt des Jubilars in den Saal wurde er durch ein, von einem Männerchore zum Vortrage gebrachtes, von Herrn Progymafiallehrer König componirtes Lied begrüßt. Alsdann ttat Herr Lehrer Weil vor, und sprach in warmen Worten die Glückwünsche und den Dank der ganzen Gemeinde aus, und überreichte im Namen derselben dem Gefeierten als Ehrengeschenk einen prachtvoll gearbeiteten, silbernen Pokal nebst der dazu gehörigen Widmung. Hierauf begann das Essen. Der erste Toast, der vom zweiten Vorsteher, Herrn M. Stiel, ausgebracht wurde, galt unsenu erlauchten Landesvater, unserem greisen Heldenkaiser. Ernsten und heitern Inhalts folgte alsdann Toast auf Toast, und kam dabei fo recht die ungctheilte Liebe und Verehrung, deren fich der Jubilar in der ganzen Gemeinde erfreut, zum Ausdruck. Verschiedene schöne Festlieder trugen dazu bei, die fröhliche Stimmung bis zum spaten Schluffe aufrecht Zu erhalten. Schrldberg, int Januar. Schon war die hiefige Gemeinde beglückt, an Stelle des Rabbiner Herrn Dr. Adolf Singer, welcher jetzt in Buchsweiler imElsaß amtirt, den Rabbiner Herrn I. L. Marmorstein aus Miskolcz in Ungarn, Schwiegersohn Sr. Ehrwürden des Herrn Oöerrabbincr Rsfonfeld daselbst, als Rabbiner zu erhalten, da geht am 29. Dezember v. I. nach ^/«jähriger Remonstration von Seiten der Gemeinde, endgiltige Ministenalentscheidung ein, nach welcher der Rabbiner Marmorstein, als Ausländer, des Amtes zu entsetzen sei. Schwer hat diese Verfügung den Rabbiner wie die Gemeinde betroffen, den Rabbiner, da er in Preußen nicht amtiren darf und seinem Wirkungskreise entrissen wird, die Gemeinde, weil ihr ein aufrichtiger Leiter und treuer Führer verloren geht, welcher der Heiligkeit seines Berufes bewußt, unermüdet arbeitete, den Sinn und den Geist der heiligen Lehre, sowohl bei der Jugend alL auch in unserer Gemeinde zu erhalte» bestrebt war. Die Amtsentsetzung deffelben hat tiefes Bedauern» bei allen Einwohnern ohne Unterschied der Konfession hervorgernfea. ~ Möge ihm ths nn werden* Glück- - lich dir Gemeinde» die ihn als Seelsorger, glücklich die Jugend, die ihn als Lchrer echalt. - Der Eorporations-Borstand. Oe st err.-U n g ar. M o n ärchie. Wien, im Januar. Der vom Abte Karl im niederösterreichischen Landtage eingebrachte Antrag, ■* den katholischen Pfarrem eine MrÄstimmc im Ortsschulrathe einzuräumen, wurde vom Abg. Baron Königswarter dahin erweitert, daß auch den protestantischen Pastoren und den jüdischen Rabbinern eine Virilstimme gewährt wird. Cardinal Ganglbauer und der Antragsteller Mt Karl erklärten fich damit einverstanden. Pesth. Am 14. Januar starb dahier der in jüdisch-literarischen Kreisen gut bekannte Religions- Professor S a l o m o n K o h n im Alter von 58 Iahren. Der Verstorbene war ständiger Mitarbeiter mehrerer jüdischen Zeitungen und erfreute fich der Hochachtung Aller» die mit ihm näher bekannt zu werden Gelegenheit hatten. 'n<VV'j"n, v . T ü r.k e i.;-y." Konftantinopcl, 12. Januar. Die amtliche - „La Tnrquie" meldet heute: „Ein Wohlthätigkeitsball zum Besten der deutsch-jüdischen Knaben-und Mädchenschule hier wurde soeben organisirt. Derselbe wird Samstag den 30. Januar in dein städtischen Theatcrsaale in den Petlts-Champs stattfinden. Se. Exeelenz Baron Calicc, österreichisch-ungarischer Botschafter hier, hat .auch schon geruht, seine hohe. Pattonage diesem jährlichen Feste, für das die Sym- . pathien -unseres Publikums schon gewonnen sind, zu gewähren. In der That, dieses Werk empfiehlt sich schon von selbst, durch seinen eminent philantropischen Zweck. Zweihundert arme Kinder em- - pfangen nämlich in dieser Schule die Wohlthaten des Unterrichtes ganz umsonst. Der größte 2Heil dieser Kinder empfängt auch Kleider, Fußbekleidung, Bücher, Schreibhefte u. s. w. Dieser Ball, der seit sechzehn Jahren jährlich stattffndct, ist immer einer der glänzendsten der Saison und das Stelldichein der besten . Gesellschaft von Pera gewesen. DaS Organisations-Comite hat alle Maßregeln ergriffen, um dieses Fest noch glänzender zn machen als in den.vergangenen Jahren. Wir wollen hoffen, daß - das Publikum durch seine Tbeilnahme diesem Feste - den größten Erfolg sicher» wird." - ..-y: I