Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1886)
- Date
- 1886-01-21
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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•^i^yrVYiV XXVit-ZahrgMS. eilage zu Nr. 6 Zcitongsnachrichteu »ud Correspondenzen. Den L s ch I a n b. Frankfurt, 13. Januar. Em nicht genannt sein woLender Wohlthäter hat der hiesigen israelitischen RelLZronsgesellschaft die reiche Gabe von Mark 100,000, sage Hnnderttausend Mark, zum Neubau eines Schulhauses für die Volksschule der genannten Gcmeindeüberwiesen. Derselbe har zu gleicher Zeit 12,000 Mark dazu bestimmt, daß eine Volksausgabe des von Herrn Rabbiner Hirsch hermrsgegebenen Pentateuchs, uebst dessen Uebmeyung und Commentar, verarmalrct werde. Tas genannte Werk, welches seyr circa 50 M. kostet (fünf umfangreiche Bände) soll dann zum Preise von 5 M. abgegeben merden. — Ter allgürige Gort möge den edlen Wohlrhärer, besten Namen zu nennen uns feine Bescheidenheit nicht gestartet, segnen und ihn noch eine lange Reihe von Zähren viel Gutes vollbringen lauen. Es ist derselbe, welcher vor einigen Zähren durch seine reiche Spende <12000 M.) die Gründung der Volksschule der israelitischen Religionsgesellschaft ermöglichte und denen unbegrenzte Wohlthärigkeit nickt allein unserer Religionsgesellschaft, sondern unserm ganzen Volke zum" Ruhme gereicht'. — Zu Wiesbaden verschied vor einigen Wochen der vennonirre Landrabbiner von Cassel Tr. L. Adler. Derselbe gehörte der sogenannten reformistischen Richtung an und präfidirte der im Zahre J8«* zL Cassel abgehalrenen Synode, welche das Juderrrhum resormiren wollte, aber ebenso wie ihre Nachfolgerinnen in Leipzig und Augsburg vollständiges Fiasco machte. — cz. Jaowrazlaw, 10. Januar. Tie Einweihung einer neuen Gesexrolle (Thora-, die der Wohlrhärigkeits-Vcrem „Gularh-Achim" hier hat anferrigen lassen, war die Vcranlasiung zu einem Feste, an dem die ganze Gemeinde hier Thcil nahm. Männer und Frauen waren in einer Anzahl erschienen, wie sie nur an den höchsten Feiertagen die Räume der Synagoge zu füllen pflegt, um dem ren der (fngclhardt'schen Kapelle begleiteten trefflichen Gelange des CantorS Zarccki zu lauschen und iit Predigt des Rabbiners Tr. Kohn zu hören.. i;5 war rin erhebender Anblick, die neue Tiwrah- I rolle neben vielen anderen in der Gemeinde vorhandenen Gesetzesrollen im festlichm Silberschmucke zu sehen. — „Und was bedeutet diese Freude, dieser allgemeiner Jubel?" sagte der Festredner in seinem Vorträge. „Hatten wir bisher etwa keine Gesetzesrolle in der Gemeinde?" Allerdings! Aber es ist jene geheimnisvolle Macht, jener wunderbare Zauber, den der Anblick einer solcheu Thorarolle auf unser Herz und Gemüth übt! Es ist das erhebende Bewußtsein, daß so lange diese Thorahrolle inmitten der Menschheit vorhanden, es der Welt an Wahrheit, Tugend und Sittlichkeit nicht fehlen wird. — Es sst das beglückende Bewußtskw, daß das kostbare Kleinod, wofür unsere Vorfahren Jahrtausende gelitten und gestritten, noch ganz und unversehrt in unseren Händen ist. Es sst das erhebende Bewußtsein, daß wir mit dieser GesetzeZrolleinderH»andheute noch wie vor Jahrtausenden ein Reich von Priestern bilden, Priester, die das Licht der Gotteskenntniß im Tempel der Menschheit anzünden. Wir wollen die Thora aber nicht nur weihen, sondern eines ihrer heiligsten Gebote auch gleich üben und bethätigen. Tie Thora nämlich gebietet: „Du sollst Temen König ehrsürchten! Dich vor der Majestät seines gesalbten Hauptes in Ehrfurcht beugen und in unbegrenzter Liebe und Treue ihm anhangen.— Dieses Gebot gilt von jedem Könige! Und wie erst, wenn cs ein solch edler, ehrwürdiger, von Gott reich begnadigter Fürst ist, wie unser allergnädigster Herr und .Kaiser Se. Majestät Wilhelm I. Die Thorah sagt: „Du sollst das Alter ehren!" Schon die 80 Jahre unseres Kaisers beweisen, daß Er ein Auserkorcnder, Auserwählter Gottes ist — und wir mit kindlicher Ehrfurcht und Liebe zu ihm emvor zu blicken verpflichtet sind. Ein Gebet für Kaiser und Kaiserhaus, dem Cantor und Kapelle die deutsche Nationalymmc folgen ließen, beschloß die religiöse Feier. — Unter den Ehrengästen in unserem Tempel bemerkten wir Herrn Bürgermeister Dierich und andere Notabilitätcn unserer Stadt. Abends vereinigte ein Festessen die Mitglieder des Vereins, an dem wieder mehrere Ehrengäste Thetl nahmen. Ten ersten Toast auf Se. Majestät den Kaiser brachte Herr Tr. Kohn aus, den zweiten auf den Brnderverein in herzerhebenden, wahre und echte Bruderliebe athnicudcu Worten, Herr Bürgermeister Ticrich. Es folgten Toaste auf Toaste, ausgebracht von Mitgliedern der.' Tischgesellschaft — Christen