Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1886)
- Date
- 1886-01-14
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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freunde“, das Ehrgefühl der Kolonisten durch temporäre Beihilfe zu den Lebensbedürfnissen nicht zn verletzen und zu schwächen, solche Beihilfe unter den obwaltenden Umständen und Verhältnissen als unumgänglich nothwendig ansehen muss. Denn was sollen die Mittellosen anfangen, bis ihnen der Boden seinen Ertrag bringt?! Bis dahin währt es noch, acht Monate, — womit sollen sie inzwischen hren Unterhalt erschwingen? So lange die Gartenarbeit nicht weit und . breit im h. Lande geübt und ausgefiihrt wird, dürfen wir nicht hoffen, uns auch nur von der geringsten Unterstützung zu den Nahrungsmitteln oder zu einzelnen kleinen Bedürfnissen, die sich bei den Kolonisten täglich geltend machen, zu befreien. Es ist selbstverständlich, dass alle diese kleinen Bedürfnisse auch für mil, (wenn wir nur die Vollmacht, dort Häuser zu bauen, erlangen mochten!) sowie für TID' (sobald wir die Kaufbriefe und die Vollmacht zum Häuserbau erwirkt) zu beanspruchen sind. Aus der Bestätigung, die ich bei Erwähnung der dem Herrn Mauel übergebenen Gegenstände angeführt, ist ersichtlich, dass ich für Herrn Feinberg jr. nur tausend Francs bestimmt habe, derselbe aber bittet, und mit Hecht, dass wir ihm auch ein Stück Land in m*T3 zutheilen möchten. Der Manu ist in der That ein tüchtiger Arbeiter, nur das Stück Land seines Genossen ir i* Beikind genügt nicht für beide, daher halte ich es für recht und billig, dass Sie Herrn Mauel beauftragen, Herrn Feinberg jr. ein Stück Land anzuweisen.;_ Ferner erlaube ich mir, hinsichtlich der Gebr. Chankin zu bitten, dass Sie güügst Herrn Mauel veranlassen, denselben eine kleine Unterstützung zuzuwenden,. damit es ihnen möglich sei, den ihnen zuertheilten Boden zu bearbeiten; denn, was sollen sie mit diesem anfangen, wenn es ihnen sonst au Allem gehricht?! Sodann gestatte ich mir, die Bitte an Sie zu x i richten, Herrn Mauel zur Vollendung der Cisteme und des Bades zu veranlassen; die Cisteme ist sehr nothwendig. Dies waren die Dinge, die ich noch vor meinem Scheiden aus dem h. Lande anzuregen für erforderlich gehalten; der Ewige stehe uns hei, dass unser Bemühen kein vergebliches sei und. die Zukunft die Treue und Gewissenhaftigkeit unseren Wirkens bezeuge. Genehmigen Sie meinen ehrerbietigen Grass und den Wunsch, dass die Huld des Ewigen über Ihnen und über allen „Zionsfrennden“ walte und nnser Werk gelingen lasse! In tiefer Ehrerbietung K. 8. Wissotzky. ÜSTotiz, Aus Rumänien kommen noch immer, trotzdem es genügend bekannt ist, dass gegenwärtig von neuen Kolonisationsvorsncben dort keine Rede sein kann, Viele nach Palästina nnd fallen dadurch der Mission in die Hände. Wenn die Missionäre auch nicht mehr so viel Geld zur Verfügung haben, wie früher— da die Engländer einsohen, dass der Erfolg derselben Verhältnis«* massig doch ein gar geringer ist, — so haben sie doch immer 1100h genug, um Die, die ohne Mittel hierherkominen und nicht wissen, wohin sio sich wenden sollen, an sieh eu ziehen. Einzelne der rumänischen Auswanderer wenden sich jedoch sofort nach ihrer Ankunft au die Missionar re, und scheint es demnach, dass diese in Rumänien ihre Helfershelfer haben, die durch das Versprechen von Feldern und Weinbergen besonders solche zur Auswanderung nach Palästina bewegen, denen jedes Mittel recht ist, wenn nur ihr Golonisationsgelüste befriedigt werden kann. Diese sollten jedoch bedenken, dass dis wenigen Familien, die bis jetzt in der Mlsslonskolonto „A.rtuß* Unterkommen gefunden, dieselbe wieder verlassen mussten und ihre Lage eine sehr schlechte ist. Druck 1 David Loul« Wulff in lUgtUburt.