Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1886)
- Date
- 1886-01-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Rabbiners uns geschlagen, so ist ein neuer herber Schlag für das treue Judenthum hinzugekommen: Am tnw s crq? rar entschlief Rabbi Jakob Ehrenreich, Ortsrabbincr und Vorstand der isr. Präparandenschule zu Höchberg. Wenn auch ein längeres Krankenlager dieses traurige Ende vorausschen ließ, so hat die Trauerkunde doch allgemeine Bestürzung hervorgerufen. Wußte und fühlte doch Jeder, baß wieder Einer der „ganz treuen," der vsker t'tosr ’jicn, dahin gegangen, und noch dazu im besten ManncSalter. Wenn die allgemeine Beliebtheit und Verehrung des bescheidenen Mannes noch eines Beweises bedurft Härte, so konnte dessen am Sonntag stattgehabtc **b dafür gelten: Aus 9kah' und Fern strömten Freunde, Schüler und Verehrer herbei, um dem thcueren Heimgegangenen die letzte Ehre zu erweisen, sowie auch entsprechende D’T£Dn gehalten wurden. Im Trauerhause sprach zunächst der Bruder des Verblichenen, Herr Lehrer Ehrenreich aus Kissingen, dann Herr Schuldirector Stern von hier, welchem,Herr Eschwege von Höchberg folgte. Nachdem nun bic to irb statthatte, sprach auf dem c’m Herr Distriktsrabbincr Bamberger von hier, um die herrlichen Eigenschaften des Verblichenen und seine großen Verdienste um pmn, sowie auch den herben Verlust seines Abganges in ergreifenden Worten zu schildern. Nach ihm ergriffen noch das Wort die H.H. Unna und Dr. Dachauer von hier, Rabbiner Adler aus Kitzingen, und I. Fromm aus Frankfurt a. M.; letzterer im Aufträge seines am Erscheinen verhindert gewesenen Vaters, des Herrn Rabbiners Fromm, Mitglied des Curatorinms für die Schule zu Höchberg. Alle diese Reden gaben dem Schmerze ob des herben Verlustes Ausdruck, aber auch dem dringenden Wunsche und der ernsten Mahnung, das große Werk des pns *nyjn, die e>"r>-Schule, im bisher blühenden Stande zu erhalten, wozu jeder das Seine beitragen möge. Rabbiner 7nnny 2pjr lernte in frühester Jugend bei V'yr -ijfcnr 'nid 'tnip* \bnnii bei Herrn Rabbiner Dr. Fenchlwang damals in Dettingen; später wurde er einer der besten und beliebtesten Schüler '."v -fo ne». Dabei erwarb er sich bedeutende Kenntnis; in den profanen Wissenschaften, so das; er mit 21 Jahren als Lehrer der n"n (Lehrer-VorbereitungS'Lchttlc) zu Höchberg angcstcNt wurde, an lvclcher er bis zn stillem Lebcusendk, 2« Jahre hilldnrch. - seit einer langen Reihe von Jahren als Borstalld derstben von der llnterfränkischen Rcgiming bestellt - segensreich wirkte. Zwei nuferer besten, dem Dienste des nnvcrf«ilfd)ien Jndenthllms Iren dienenden Anstalten - die Schllle z»l B»rrgpre)»pach lllld die zn Höchberg und ihrer Führer und Leiter beraubt, welche selbst treue College« waren, sie waren errrn und nun auch mss LM22. Möge rrvn beurs&En -ktschützen und schonen, und recht viele solche Mäuuer erstehen lassen! Berlin, 10. Jan. Ter Leib-Talmud ist desHospredigersStöcker, vr. ptiiladelphiae Simon May, hat heute vor der vierten Strafkammer des hiesigen Landgerichts 1 eine enipfindliche Strafe erhalten. Es handelte sich wieder einmal um jenen Bortrag de» phlladelphischen Gelehrten, in welchem eine Anzahl hochachtbarer Juden in frivolster Weise angegriffen wurden. Zu den Verlänmdeten gehört auch der hiesige Rechtsanwalt Jonas, von dem „Dr/' May behauptete, er hätte bewußt Wucherer in Wucherprozepen vor Gericht vertreten. Auf den Antrag des Beleidigten hat die Staatsanwaltschaft offiziell die Anklage erhoben. May trat nun den Wahrheitsbeweis an und suchte die Sache zu drehen, als ob er in seinem Vortrage nur gesagt hätte, Rechtsanwalt Jonas habe seiner Zeit als Generalsubstitut des Justizraths Mako we r einen notorischen Wucherer, Herrn Viktor D a u ß, in Wucherprozeffen vertreten. Der Beweis ist ihm aber vollständig mißlungen. Erwiesen wurde fteilich, daß Viktor Danß 40 Prozent, in einem Falle sogar 133 Prozent Zinsen von seinen Gläubigern sich habe zahlen lassen, aber es ist auch nicht im Entserntesten ein Beweis dafür erbracht worden, daß Rechtsanwalt Jonas von dem Wucher des Danß irgendwelche Kenntniß gehabt. Es haben im Gegentheil die Rechtsanwälte Jonas und Steinschneider und der Assessor Hirschberg, welche beim Justizrath Makower als Generalsnbftitutcn thätig waren, auf das Bestimmteste bekundet, daß ihnen der Justizrath Makower zur Pflicht gemacht habe, alle Mandate, auch die des Danß, stets auf ihre Lauterkeit zu prüfen. Jnsbe-. sondere betonte Herr Rechtsanwalt Jonas auf das Entschiedenste, daß er aus gar keinem Umstande aus den wucherischen Eharakter der Dauß'schen Geschäfte habe schließen können. Der Staatsanwalt Lewald beantragte gegcll den Angeklagten eine Geldstrafe von l.'Nl Mark, wobei er als strafmildernd den Umstand hervorhob, es hätte May die tteberzeugnng haben können, daß. Rechtsanwalt Jonas von dem wucherischen Treiben des Viktor Danß gewußt habe. Der Vertreter des als Rcbenkläger aufgetretenen Rechtsanwalt Jonas, Rechtsanwalt Dr. Ed. Frieden! ann, hielt die vom Staatsanwalt beantragte Strafe für viel zu niedrig. Der Angeklagte mache ans den Hetzereien gegen die Inden ein Gewerbe und suche sich gerade hochachtbare Mitglieder des Inden-