Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1886)
- Date
- 1886-01-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1) pnr me als Fortsetzung aus. dem früheren Verein, Band nrn—a'p, 19 Bogen. 2) c'awjn rrc'rn, I. Thell. 13 Bogen. 3) Sammelband pnp, bisher unedirte Heinere Piecen enthaltend, 9 Bogen. Zur Versendung in ca. 2 Monaten gelangt noch: 4) Der Connnentar Jehuda Ba^elonr» zum Jezira-Buche, ca. 20 Bogen. Für den 2. Jahrgang sind bereits mehrere bedeutende Literatur-Werke in Aussicht genommen, unter denen eine Auswahl getroffen werden wird, da diese von dem baldigen Beitritt und der zunehmenden Zahl der Mitglieder durchaus abhängt. Außer dem Schlußbande des pm:' me, die Buchstaben L' und n enthaltend, dem 2. Theil der D'yiwn rvciwH und dem bereits in Angriff genommenen Mischna-Commentar des Maimonides zur 6. Mischna-Ordnung, arabisch (m hebräischer Schrift) mit verbesserter hebräischer Hebersetzung, find zur Aufnahme noch vorgeschlagen: 1) 'jnjn rTC, eine Art Ialkut, der aus Jemen stammt. * 2) Der Tarschisch von Moses ibn Esra. 3) Das "fan -.ec von Joseph Kimchi. 4) Kritisches Register zu allen nw« r») Kritische Ausgabe des Buches rare. Da der Verein keine Special-Agenten oder Kommissionäre hält, so wolle ma» die Beitritts- Erklärung resp. die Einsendung des Jahresbeitrages mir zehn M. direkt an einen der Unterzeichneten oder durch die in dem beigefügten Prospekt näher bezeichneten Mitglieder des Eomitß's, oder die angegebenen Buchhandlungen bis spätestens zum l. März 1886 einsenden. ' t Die Abrechnung für den 1. Jahrgang wird einem jeden Mitgliede mit der obenerwähnten zweiten Sendung zugleich zugehen. Berlin, 28. Dezember 1885. l)r. A. Berliner. InliusKalmus, Rend. Juvalidenstr. 151. Magdcbnrgerstr. 32. Frankfurt a. M. Die überaus segensreiche Wirksamkeit des vor drei Jahren in'ö Leben gerufenen Vereins für jüdische Geschichte und Literatur findet immer tuehr allgemeine Aitcrkcnnnng nnd 29nrdignng. Mit einer Ehrenrettung Mendelssohn's feierte seiner Heit der Verein seine Inauguration, nnd getreu seinem Prkncip, ist er seitdem bestrebt, dem. traditionellen Iudentbnm in immer größerent Kreise Achtung zu verschaffen, und hat sich inzwischen anSgebreittt nnd gefestigt. Es war ein glücklicher Gedanke, dieses Jahr die Verlesungen mit einem Eyklus von Vorttägcn, die dasselbe Gebiet behandelten und auf einander Bezug hatten, beginnen zu lassen, und mit jedem der drei durch unfereu gelehrten Präsidenten gehaltenen Vorträge wuchs das Interesse und die Thcilnahme des Publikums. Verflogenen Mittwoch bot uns Herr Dr. Merk in er, Docent an dem Rabbinersemlnar zu Berlin, einen außerordentlich inhaltsreiche» und aus gründlichen Studien hervorgegangeuen Borttag über die letzten Tage des römifchen Ghetto. Es ist ein äußerst ergreifendes Bild, das Redner von der langen Leidensgeschichte des römischen Ghetto, speciell der letzten 15 Jahre desselben, entwarf' Woher die Bezeichnung Ghetto für Judenguartier ftamtnt, ist bekanntlich noch nicht genügend erklärt. Der Name komnit zuerst im Jahre -1516 in Venedig vor, wo die Inden ein Quattier in der Gegend einer Kauonengießerei, Ghetto genannt, innehatten, worauf man überhaupt dem Judeuvkertel diesen Namen beigelegt haben soll. Die schmerzensreiche Geschichte des römischen Ghetto beginnt mit dem Jahre 1555, wo der grausame Papst Paul IV., als Cardinal Caraffa genannt, die Juden auf ein besonderes Viertel, am rechten Tiberuser gelegen, beschränkte, derselbe Papst, der allerlei harre und entwürdigende Gesetze gegen die Juden erließ, der z. B. verordnete, daß sie besondere Jndenhüte tragen müßten, daß ihnen der Geldhandel verboten sei, daß sic keine christlichen Dienstboten hakten, daß jüdische Aerzte keine Christen behandeln dürfen u. s. w., der sich, auch den ttaurigen Ruhm erworben, die Inquisition mit erneuter Sttenge cinznführen, und der bei seinem Tode von Juden nnd Christen verwünscht wurde. Redner gibt einen Uebcrblick über das den Juden gegenüber verfolgte Verfahren der Päpste , aus den letzten 3 Jahrhunderten, von denen einzelne die Juden verhältnißmäßig milde behandelten, wie Pius IV., Innoccnz XII, Elcmenz VIII, während andere erfinderisch waren in allen möglichen Arten von Beschränkungen, durch die sie die Inden auf's Tiefste erniedrigten und ihnen jedes menschenwürdige Dasein raubten. Während derRegicrung des letzten Papstes, Pins IX,, waren die beiden Richtungen znm Vorschein gekommen, denn wie dieser Papst überhaupt zuerst eine neue Aera cröffnctc nnd als edler Retter des Kirchenstaates und Reformator anftrat, so zeigte er sich auch den Inden überaus milde gesinnt, nnd es ist deßhaib nicht zu verwundern, daß dieselben an bem allgemeinen Enthusiasmus theilnahmrn, der bei dem Regiernngsantritt dieses Kircheiismslen alle Herzen nsülltt. In einem poetischen Bilde druckten die *w